Kronach
Bieranstich

Das Kronacher Freischießen läuft: Beiergrößlein braucht zwei Schläge bis zur Erlösung

Das 430. Kronacher Freischießen ist eröffnet. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein zapfte am Donnerstagabend das erste Fass im Kaiserhof-Zelt an.
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Nein, Kronachs Bürgermeister attackierte nicht die anwesenden Pressevertreter. Er nahm Schwung zum Anstich des ersten Festbier-Fasses des 430. Kronacher Freischießens im Kaiserhof-Zelt. Foto: Marian Hamacher
Nein, Kronachs Bürgermeister attackierte nicht die anwesenden Pressevertreter. Er nahm Schwung zum Anstich des ersten Festbier-Fasses des 430. Kronacher Freischießens im Kaiserhof-Zelt. Foto: Marian Hamacher
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Der Schweiß tropft auf den Boden, die Klamotten pappen am Körper und die Köpfe werden rot. Es waren lange Minuten im Kaiserhof-Festzelt, das sich bei tropischen Temperaturen und zunehmendem Menschenandrang immer mehr aufheizte. Oder wie es Thomas Auer, der Moderator des Bieranstichs zum 430. Kronacher Freischießens, formulierte: "Willkommen in der heißesten Sauna Kronachs."


"Fest des Frankenwalds erhalten"

Auf der Bühne dankte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) der Kronacher Schützengesellschaft um Vorsitzenden Frank Jungkunz und Platzmeister Karl-Heinz Wittig für die gute Zusammenarbeit. "Viele Generationen von Kronachern haben hier vieles erlebt. Und das Freischießen hat auch Strahlkraft auf die ganze Region. Wir werden unser Fest des Frankenwalds erhalten", ging das Stadtoberhaupt auch auf die Rechtsstreitigkeiten im Vorfeld rund um die diesmal nur in einer abschwächten Version stattfindenden XXL-Nächte ein.

An den Freitagen und Samstagen ist der Ausschank zwar in den Zelten bis 1 Uhr und im Außenbereich bis 1.30 Uhr geöffnet, die Musik spielt aber aus Lärmschutzgründen im Gegensatz zu den Vorjahren lediglich bis Mitternacht.


Oase steht neben der Bühne

Zurück in die Hitze des Kaiserhof-Zelts: Wie in der Sahara-Wüste gab es auch im Kronacher Glutofen eine Oase der Erlösung. Sie stand in Form des ersten Festbier-Fasses neben der Bühne. Zwei Schläge benötigte Bürgermeister Beiergrößlein, ehe der Gerstensaft unter den Prosit-Klängen der 1. Neusicher Feuerwehrkapell'n die bitter notwendige Erlösung brachte.

"Wenn das Bier läuft, dann bin ich entspannt", sagte Braumeister Thomas Kaiser im infranken.de-Gespräch. Zwar sei das Festbier vorher schon aus Flaschen verkostet worden. "Aus dem großen Fass probieren wir heute das erste Mal. Da muss alles stimmen, gerade bei den Temperaturen", betonte Kaiser.


Der Prominenz schmeckt es

Die Brauerei scheint ihre Hausaufgaben gut erfüllt zu haben. "Hervorragend", bewertete Landrat Klaus Löffler. "Es ist ein reines Vergnügen", sagte Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach (beide CSU). Und auch an den Nebentischen, wo sich politische, gesellschaftliche und geistliche Prominenz die Klinke in die Hand gab, wurden die Bedienungen eifrig gerufen.

Doch nicht nur das Bier, sondern auch die Brezen waren am frühen Abend gefragt. "Ich habe 20 Stück in einer halben Stunde verkauft", zog Heiko Stumpf zu Beginn seines siebten Freischießens ein Zwischenfazit. "Es ist immer wieder schön. Aber bei der Hitze muss man viel trinken."

Ein Satz, den man den 13 Mitgliedern des "Tippclubs Bundesliga" aus dem Gasthof Bischofshof in Gundelsdorf nicht zweimal sagen muss. Seit über 20 Jahren tippen sie gemeinsam die Fußballergebnisse. Und jedes Jahr besuchen sie gemeinsam das Freischießen. Im Kaiserhof-Zelt war es ihnen jedoch zu warm, weshalb es sich Dieter, Gerald, Wolfgang und die anderen außen gemütlich machten.

Mit bestem Blick auf das Festgelände, auf dem viele Besucher aus nah und fern bereits am frühen Abend ihre Runde machten und die obligatorische Schlange vor dem Höring-Bratwurststand länger wurde.


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