Kronach

Das Kettenkarussell steht bereits

Bis das Freischießen am Donnerstag losgeht, haben die Schausteller noch alle Hände voll zu tun.
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An Michael Distels Fahrgeschäft wurde ein Gemälde, das extra für das Kronacher Freischießen angefertigt wurde,    montiert.Cindy Dötschel
An Michael Distels Fahrgeschäft wurde ein Gemälde, das extra für das Kronacher Freischießen angefertigt wurde, montiert.Cindy Dötschel
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Die bunt lackierten Stehtische mit Sonnenschirmen aus Stroh sind bereits rund um die "Carlos Bar" aufgebaut. "Die Bar sieht erst seit zwei Jahren so aus, vor dem Umbau war sie als Beach Bar bekannt", verrät Inhaber Michael Wolf, während er einen Klappstuhl neben einem gelben Tisch abstellt. Neben der Bar betreibt der Nürnberger noch das Schaschlikhaus und den Break Dance. "Früher war meine Familie mit dem ,Ungehäuer' und der ,Spinne' da, Ende der 80er-Jahre haben wir dann den Break Dance gekauft", berichtet der 59-Jährige.

Mit dem Break Dance ist der Nürnberger zum siebten Mal infolge in Kronach zu Gast. "Der Aufbau beginnt in den nächsten Stunden, wir sind erst nachts aus Coburg angekommen." Die Zeit in Kronach schätzt Michael Wolf besonders, es sei toll zu sehen, wie die Kronacher "ihr Fest" feiern.

Ein Gemälde extra für Kronach

Nur einige Meter weiter ist Michael Distel damit beschäftigt, die Gemälde an seinem Kettenkarussell zu polieren. Das Fahrgeschäft ist bereits "ziemlich fertig" aufgebaut, nur ein paar Kabel müssten noch verlegt werden. "Das Karussell ist bereits seit 16 Jahren in Familienbesitz, vor zwei Jahren habe ich es von meinem Vater übernommen", erzählt der Betreiber.

Während andere Karusselle immer "schneller, höher und abstrakter" werden, setzt der Nürnberger darauf, mit dem alten Karussell gemeinsam in die neue Zeit zu gehen: "Wir haben die Elektronik komplett überholt und das Karussell mit neuen handgemalten Motiven verziert - die Ornamente sind sogar aus echtem Blattsilber."

Eines der Gemälde, auf dem die Festung Rosenberg und das Stadtwappen zu sehen sind, wurde extra für das Kronacher Freischießen angefertigt. Der Grund: "Meine Familie kommt schon ewig, über 60 Jahre, hierher - ich bin sozusagen auf dem Schützenplatz aufgewachsen und mittlerweile auch im Verein angemeldet."

Mandeln mit Zimt und Vanille

Das Kettenkarussell der Familie Distel ist bundesweit der einzige Wellenflieger, der auf Wunsch rückwärts fahren kann. "Rückwärts fahren wir allerdings nur auf Wunsch, das mag ja doch nicht jeder", sagt Distel.

Gleich gegenüber des Kettenkarussells stehen die Mandel- und die Eisbude der Familie Müller. Einer der Mitarbeiter ist Bernd Wagner. "Ich bin seit 45 Jahren jedes Jahr in Kronach beim Freischießen und brenne Mandeln, mittlerweile helfe ich aber nur noch aus." Am liebsten isst der 67-Jährige Mandeln mit Vanille und Zimt und das selbst gemachte Popcorn. Wagner hat bereits auf Volksfesten in ganz Nordbayern gearbeitet. "Ich finde es toll, dass in Kronach so viele junge Leute auf den Festplatz kommen", freut sich Wagner. Außerdem kenne er nur wenige Feste, die bis Mitternacht geöffnet haben.

Für das leibliche Wohl der Gäste sorgen auch Robert Häußer, der einen Galette-Stand betreibt, und sein fünfköpfiges Team: "Wir verkaufen vier verschiedene Galette-Sorten, das klassische Galette mit Schinken, Käse, Peperoni und Gewürzen ist am beliebtesten." In den letzten Jahren sei auch das vegetarische "Käsegalette" verstärkt nachgefragt worden. Auf der Karte stehen außerdem das "Zwiebelgalette" mit Röstzwiebeln und ein "Kindergalette" mit milden Gewürzen

"Die Kunden können natürlich auch individuell zwischen den Zutaten auswählen, weil alles frisch zubereitet wird." Der Mitwitzer verkauft seine Galettes ausschließlich in den Landkreisen Kronach, Coburg, Lichtenfels und Sonneberg, deshalb werden auch nur Zutaten aus der Region verwendet. Für den Aufbau seines Standes braucht der Mitwitzer vier Stunden. "Vor allem das Verlegen der Wasser- und Stromleitungen ist intensiv", verrät er, während er ein Galettes-Eisen befestigt.

Backstube auf dem Festgelände

Für Häußer ist das Kronacher Schützenfest jedes Jahr ein Highlight: "Ich bin hier geboren und treffe jedes Jahr Schulkameraden und Freunde aus dem Landkreis." Eine enge Bindung zu Kronach hat auch der Nürnberger Karl-Heinz Hartnagel , der seit 2002 jährlich mit seinem Brezenhaus beim Kronacher Freischießen und auch in diesem Jahr wieder mit seiner Familie und neun Mitarbeitern vor Ort. "Die ,Breze Spezial' und die einfache Laugenbrezel mit Butter und Emmentaler kommen besonders gut bei den Besuchern an", gibt der Nürnberger preis. Neben der Laugenbrezel wird außerdem eine Pfefferbrezel angeboten. "Wer die Pfefferbrezel einmal probiert hat, isst sie immer wieder."

Hartnagel ist besonders stolz darauf, dass sich im Brezenhaus eine eigene Backstube befindet und der Teig vor Ort selbst aus Mehl und Wasser hergestellt werden kann. "Wenn der Teig um 23.45 Uhr gemacht wird, gibt es eine halbe Stunde später ganz frische Brezen."

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