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Fussball

Das Finale elektrisiert die Fans

André Engelhardt und Helmut Müller werden am Samstag Abend in London sein. Aber nur einer wird das Champions-League-Endspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund im Wembley-Stadion sehen.
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Helmut Müller drückt den Bayern in London die Daumen. Foto: Alexander Löffler
Helmut Müller drückt den Bayern in London die Daumen. Foto: Alexander Löffler
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Wenn heute Abend im Londoner Wembley-Stadion das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund angepfiffen wird, wird der Wellesberger Helmut Müller mit im Stadion sitzen.
Für den Bayern-Fan ist dieses Spiel ein absolutes Highlight - nicht nur, weil es sich um ein rein deutsches Finale handelt, sondern auch deshalb, weil die Begegnung im so genannten Tempels des Fußballs stattfindet - in Wembley. "Was Besseres gibt es nicht", freut sich Helmut Müller auf die Atmosphäre im Stadion. Zwar verfolgte er schon das Halbfinalspiel der Bayern bei Juventus Turin live im Stadion, aber Wembley sei einfach etwas Besonderes.

Wie nach Turin wird Helmut Müller auch nach London mit der Vereinigung der oberfränkischen Bayernfans unterwegs sein, deren Vorsitzender der ehemalige Kronacher Frank Müller ist. "Wir haben schon in Turin ausgemacht, dass wir nach Wembley fahren, sollten wir Karten bekommen.
Aber ehrlich gesagt habe ich nicht unbedingt damit gerechnet." Als der 60-Jährige dann aber den Anruf von Frank Müller erhielt, musste er nicht lange überlegen: "Ich habe sofort zugeschlagen", betont Helmut Müller, für den dieser Ausflug mit dem Bus gestern Abend um 18 Uhr in Kronach losging. Der Wellesberger geht davon aus, dass man nach 18 Stunden inklusive der Überfahrt auf der Fähre in London ankommen wird. Nach dem Spiel wird dann wieder die Heimreise angetreten, da einige - wie beispielsweise Helmut Müller - am Montag wieder arbeiten müssen. Geschlafen wird also im Bus, was für den Wellesberger kein Problem darstellt: "Das macht mir nichts aus. Ich kann im Bus genauso schlafen wie im Bett", erzählt der 60-Jährige und lacht dabei.

Was das Spiel betrifft, erwartet er ein Duell auf Augenhöhe, hofft aber natürlich auf einen Sieg der Bayern. Sein Tipp? 3:1. Und mit einem Sieg im Rücken könnte er dann etwas ruhiger zum Pokalfinale nach Berlin schauen, wo der FC Bayern München am nächsten Samstag auf den VfB Stuttgart treffen wird. Auch dort wird Helmut Müller im Stadion sein und mit den Bayern mitfiebern.

Keine Karte bekommen

Mitfiebern wird in London der Giftinger André Engelhardt - allerdings nicht mit den Bayern und auch nicht im Stadion. "Ich habe keine Karte bekommen", erzählt der 26-jährige Dortmund-Fan.

Nach dem Erreichen des Finales durch den BVB hat er kurzerhand mit zwei Bekannten aus Effelter eine Wochenendfahrt nach London gebucht, die ähnlich verlaufen wird wie die von Helmut Müller. Einsteigen kann Engelhardt allerdings nicht in Kronach, sondern er muss mit seinen beiden Kollegen nach Nürnberg fahren. Erst am Dienstag hatte der 26-Jährige von Borussia Dortmund erfahren, dass sein Kartenwunsch unerfüllt bleibt.
"Es wäre zwar schön gewesen, aber ich hatte eh keine große Hoffnung", hält sich die Enttäuschung beim BVB-Mitglied in Grenzen. Dennoch war sofort klar, dass an der Reise nicht gerüttelt wird. "Das wird auch so ein Highlight", freut er sich auf London, wo er in der vorausgegangenen Champions-League-Serie schon das Gruppenspiel der Dortmunder gegen Arsenal verfolgt hat. "Das ist einfach die Stadt, wenn es um Fußball geht." Obwohl er nicht im Stadion sein wird, wird er sicherlich nicht auf das Spiel verzichten müssen. Doch darüber will er sich vorerst nicht den Kopf zerbrechen, genauso wenig wie über den Ausgang des Spiels. "Da kann alles passieren."

Einen Tipp will er nicht abgeben. "Da bin ich etwas abergläubisch", erklärt Engelhardt, der damit in der Vergangenheit meistens gut gefahren ist. Die Favoritenrolle sieht er dennoch bei den Bayern. "Wir haben sie aber schon oft genug in den letzten Jahren geärgert", hofft er trotzdem auf einen BVB-Sieg. Sollte es dennoch nichts mit einem Erfolg werden, geht die Welt für den 26-Jährigen nicht unter.

"Bei dem, was die Mannschaft in den letzten Jahren geleistet hat, kann man ihr nicht böse sein", sagt Engelhardt, der in der bisherigen Champions-League-Saison schon mehrfach gedacht hatte, "besser kann es nicht mehr werden". Und wer weiß - "vielleicht wird es am Samstag noch besser."

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