Kronach
Ehrenamtsforum

Das Ehrenamt als Kitt für die Gesellschaft

In Kronach tauschten sich Menschen jeden Alters über die Möglichkeiten aus, sich ehrenamtlich für die Gemeinschaft zu engagieren.
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"Es ist wieder in, ehrenamtlich tätig zu sein", stellte MdL Gudrun Brendel-Fischer am Ehrenamtsforum in Kronach fest.Maria Löffler
"Es ist wieder in, ehrenamtlich tätig zu sein", stellte MdL Gudrun Brendel-Fischer am Ehrenamtsforum in Kronach fest.Maria Löffler
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Es war ein reger Austausch über Generationen hinweg. Unter dem Motto "Generationen begegnen sich", waren Menschen allen Alters dem Aufruf der Bayerischen Staatsregierung für das Ehrenamt gefolgt und haben am ersten Ehrenamtsforum in Kronach teilgenommen. Und nicht nur die Bayerische Ehrenamtsbeauftragte MdL Gudrun Brendel-Fischer freute sich, dass vor allem so viele Jugendliche den Weg zu dieser Veranstaltung gefunden haben.

"Es ist wieder in, ehrenamtlich tätig zu sein", stellte sie fest, bedauerte aber gleichzeitig, dass das Langzeitengagement momentan eher rückläufig sei. "Aber in der Rushhour des Lebens hat man eben wenig Zeit."

Allerdings gebe es nichts Vergleichbares, das unsere Gesellschaft so gut zusammenhalte wie eben das Ehrenamt. Außerdem äußerte sie den Wunsch, dass die Generationen mehr zusammenwirken sollten. Mit 66 Jahren fange schließlich das Leben erst an, da sei man "Bestager" und könne noch etwas für andere tun. Gerade die Kronacher Seniorengemeinschaft sei dafür ein Paradebeispiel.

Die politischen Rahmenbedingen dafür seien weitestgehend geschaffen, meinte Landrat Klaus Löffler. "Wenn wir zukunftsfähig bleiben wollen, müssen wir vor allem junge Menschen dazu animieren, sich einzubringen, damit wir gemeinsam an unserer Zukunft arbeiten können."

Die Vorsitzende der Kronacher Seniorengemeinschaft, Bianca Fischer-Kilian, meldete derzeit stolze 927 Mitglieder. "Wir wollen jetzt unsere Gemeinschaft vor allem an Schulen vorstellen, damit sich junge Leute ein Bild von unserer Arbeit machen können." Und die sei vielfältig: "Vom Gartenzaun streichen über Blumen gießen, Rasen mähen und Fenster putzen ist alles dabei."


Geld oder Zeitkonto

Das Beste an dieser Art der Zusammenarbeit sei, dass die Schüler nicht umsonst arbeiten. Sie tun es entweder für Geld oder für ein Zeitkonto, auf das man später als Hilfesuchender zurückgreifen könne. Kilian: "Eine Stunde Arbeit kostet acht Euro, davon bekommt der Helfende sechs Euro und die restlichen zwei Euro decken die Unkosten des Vereins." Einen großen Wunsch hatte sie allerdings noch im Gepäck: "Wir bräuchten endlich eine Begegnungsstätte, um Hilfesuchende und Helfende ohne großen Aufwand zusammenzuführen."


Gut für die Bewerbung

Veronika Polok von der Caritas in Neustadt an der Aisch erzählte vom "Erfolgsmodell Freiwilliges soziales Schuljahr" (FSSJ), das sich gleich durch drei Gewinnsituationen auszeichne: "Das Zertifikat macht sich nicht nur gut in der Bewerbungsmappe, sondern hilft auch häufig, den Zuschlag für die Stelle zu erhalten. Es ist zum Zweiten eine interessante Perspektive für Vereine und drittens ist es ein Gewinn für Kommunen und Landkreise. "Das freiwillige soziale Schuljahr wäre für das leuchtende Kronach ein Gewinn, denn Ehrenamt ist schließlich Ehrensache" meinte sie abschließend.

Eine kurze Podiumsdiskussion zeigte im Anschluss, wie und wo Generationen sich für das Ehrenamt einsetzen. An Stehtischen bestand dann die Möglichkeit, sich über Themen wie die Engagement-Börse, das Lesepaten-Projekt, oder die Digitalisierung für alle Generationen zu informieren. Hier wurden auch gleich Fragen zum FSSJ beantwortet und Schülerinnen und Schüler kamen mit Senioren ins Gespräch.
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