Dabei war es gar nicht so geplant, denn der Künstler schuf das Chorgestühl aus Eichenholz nach Plänen des Georg von Hauberrisser für die St. Paulskirche in München.
Wenn man die Pfarrkirche St. Marien durch das Hauptportal betritt, so ermöglicht eine Glastür den Blick durch den Innenraum bis vor zum Hochaltar. Die 18 Glasfenster lassen den Innenraum in warmem Licht erstrahlen. In der Nachkriegszeit ist den Teuschnitzern und den Baumeistern unter schwierigsten Bedingungen ein Bauwerk gelungen, bei dem sich die barocke Innenausstattung und die Architektur zu einem harmonischen Zusammenspiel verbinden.
So meint auch Pfarrer Joachim Lindner, der seit 1. September dieses Jahres Dienst in der Pfarrei verrichtet: "Ich empfinde die Pfarrkirche als sehr stimmig und einladend. Alles ist aufeinander abgestimmt. Man kann in ihr ankommen, und sie lädt zum Verweilen ein." Seiner Meinung nach ist das Gotteshaus die Visitenkarte einer Pfarrei. "Manchmal betritt man eine Kirche und man denkt, dass irgendetwas nicht stimmig ist. Man kann das oft gar nicht festmachen. Es sind manchmal nur Kleinigkeiten, die einfach nicht harmonieren. Aber hier in Teuschnitz spürt man, dass die Kirche liebevoll gepflegt wird und dass man sich wirklich Gedanken macht", lobt der Pfarrer, dem es - als Mittelfranke - im oberen Frankenwald sehr gut gefällt. Lächelnd meint er: "Das liegt aber nicht nur an der schönen Kirche, sondern insbesondere auch an der Freundlichkeit der Bevölkerung, die mich sehr gut aufgenommen hat." Auf jeden Fall möchte er sich in der kommenden Zeit noch intensiver mit der Pfarrkirche beschäftigen.
Deren Gesamtbild wird von den drei Altären und der Kanzel geprägt, die aus der alten Kirche in die neue übernommen wurden. Der Hochaltar besitzt einen marmorierten Holzaufbau und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Sein viersäuliger Aufbau von 1702 umgibt eine in polierweiß gefasste himmelfahrende Maria, die von umschwebenden Engeln zum Himmel geleitet wird. Vor den rückliegenden äußeren Vollsäulen stehen die Heiligen Johannes der Täufer und Magdalena, beide weiß und golden gefasste Holzfiguren um 1760. Der hohe Segmentgiebel enthält ein von Akanthus gerahmtes Medaillon mit der reliefierten Trinität, bei der Vater und Sohn sitzend die Krone für die Hochgebenedeite bereithalten. Der Heilige Geist schwebt in Gestalt einer Taube über allem. Im Giebelfeld und an den Gebälkkröpfungen sind Putten angebracht. Bei den beiden Seitenaltären handelt es sich um zweisäulige marmorierte Holzaufbauten des 18. Jahrhunderts. Die beiden Altarbilder wurden um 1700 vom Kronacher Künstler Scheubel gemalt. Das linke Altarbild zeigt Christus den Gekreuzigten als Überwinder der Schlange, das rechte die Heiligen Joachim und Anna, Maria lehrend. Schräg vorgezogene Pilaster und weiß und golden gefasste Holzfiguren der schmerzhaften Muttergottes und des hl. Johannes Evangelist links und die Heiligen Johann von Nepomuk und Florian rechts, rahmen die beiden Bilder ein.
In den von Voluten und Gesimsstücken umgebenen Auszügen befinden sich Medaillons mit Gemälden wohl des 19. Jahrhunderts - links das Herz-Jesu-Bild und ein Herz-Maria-Bild rechts. Bei der Kirchenrenovierung 1972 wurde die Kommunionbank entfernt, der Altarraum vorgezogen und ein Volksaltar und Ambo von Heinrich Schreiber neu geschaffen. Links und rechts neben dem Hochaltar befinden sich die in Weiß und Gold gefassten Holzfiguren der Heiligen Sebastian und Wendelin, beides Arbeiten aus dem 18. Jahrhundert.
Die Pfarrkirche in der Stadtmitte ist ein flachgedeckter Saalbau mit eingezogenem, polygonal geschlossenem Chor, einem Westturm und einem kleinen Zwiebeltürmchen als Dachreiter über dem Chor im Osten. Das gesamte Mauerwerk besteht aus Bruchstein, der innen verputzt wurde. Das Dach ist mit Schiefer gedeckt. Unter dem Chor befindet sich eine Unterkirche, die von den evangelischen Christen genutzt wurde. Über dem Unterkirchenportal hängt ein Missionskreuz, das an die durchgeführten Missionen von 1903, 1923 und 1933 erinnern soll. Neben den Tafeln, die auf die Missionen hinweisen, erkennt man links und rechts die beiden Steine des ehemaligen Kriegerdenkmals, die beim Kirchenneubau mit eingemauert wurden.
Auf einer Tafel im Eingangsbereich der Kirche ist zu lesen: "Das Chorgestühl konnte Ende der 50er-Jahre aus der durch Kriegseinwirkung zerstörten Kirche St. Paul in München nach Teuschnitz geholt werden. Im linken Gestühl sind die alttestamentlichen Propheten mit Abraham und Moses, im rechten die hl. Bischöfe und Kaiser - die bayerischen Bistumsgründer - darstellt." Die zwölf männlichen Halbfiguren sind auf zwei in neugotischer Form geschaffenen sechssitzigen Eichenholzbänken mit Brüstungen, Dorsalien und Baldachinen befestigt. Als Besonderheit ist anzumerken, dass sich Thomas Buscher im rechten Chorgestühl in einer Figur (hl. Paulus oder Kilian) selbst dargestellt hat.
Eine besondere Zierde sind die beiden Chorfenster links und rechts des Hochaltars. Das linke zeigt Christkönig und ihm huldigend die Heiligen Heribert und Rudolf, das rechte wird von der heiligen Elisabeth ausgefüllt. Die beiden anderen Chorfenster zeigen die Heiligen Josef und Otto. Alle Fenster des Schiffs sind mit kleinen Medaillons versehen. Die Kanzel ist ein marmorierter Holzaufbau des 18. Jahrhunderts. An den Kanten befinden sich Volutenkonsolen mit Figuren der vier Evangelisten, die auf ihren Symbolen sitzen. Über der Kanzel ist ein Schalldecken mit Lambrequins und geschwungenen Gesimsen angebracht. Die in Silber gehaltene Ewig-Licht-Lampe links vor dem Hochaltar stammt wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert. Der achtkantige Taufstein besteht aus deutschrotem Marmor und lässt sich durch einen Messingdeckel verschließen. In der Kirche befinden sich mehrere Heiligenfiguren aus Holz oder Ton. Über dem rechten Seiteneingang hängt ein Holzkreuz mit einem lebensgroßen Corpus. Die Bilder der 14 Kreuzwegstationen sind Anfang des 19. Jahrhunderts gemalt worden.