Kronach
Internet

Damit die Daten flitzen können

Sechs Wochen lang werden im gesamten Kronacher Stadtgebiet Glasfaserkabel verlegt, um die Behörden ans schnelle Internet anzubinden.
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In der Adolf-Kolping-Straße schafft die beauftragte Baufirma derzeit den Platz für Leerrohre, durch die später dann das Glasfaserkabel mit Druckluft geschossen wird. Foto: Marian Hamacher
In der Adolf-Kolping-Straße schafft die beauftragte Baufirma derzeit den Platz für Leerrohre, durch die später dann das Glasfaserkabel mit Druckluft geschossen wird. Foto: Marian Hamacher
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Die Zwangspause ist beendet. Zwei Wochen lang legte die "russische Kältepeitsche" mit ihren zum Teil zweistelligen Minustemperaturen sämtliche Erdarbeiten buchstäblich auf Eis. Betroffen waren davon in erster Linie die Arbeiter der Satteldorfer Baufirma Leonhard Weiss, die zahlreiche staatliche Institutionen ans Glasfasernetz anschließen sollen - und somit an gleich mehreren Stellen im Stadtgebiet aktiv sind.

Nach den ersten Märztagen, an denen die Windschutzscheibe mal nicht freigekratzt werden muss, gehen die Arbeiten nun weiter. "Die Polizei und die beiden Finanzämter in der Oberen Stadt sind bereits ans Glasfasernetz angeschlossen, die Justizvollzugsanstalt, das Amtsgericht sowie das Landratsamt aber noch nicht", erklärt Georg Köstner, der bei der Stadt für den Breitbandausbau tätig ist. Mehr als die Pläne bekomme er aber nicht zu sehen, da es sich um einen Auftrag des Freistaats und nicht der Stadt handelt.


Nasse Hindernisse

Von städtischer Seite sind nur das Ordnungsamt und die Stadtwerke involviert, die Genehmigungen erteilen müssen, um Straßen oder Gehwege aufbrechen zu dürfen. Durch diese Methode werden jene Leerrohre verlegt, durch die später mit Druckluft die benötigten Glasfaserkabel geschossen werden. "Weil wir die Kabel immer von Schacht zu Schacht blasen, werden wir im Stadtgebiet zudem sieben Kabelschächte versetzen", so Polier Heiko Schwarzer.

Doch nicht immer sind oberirdische Arbeiten möglich. Etwa wenn der Kronach- und der Haßlach-Fluss den Weg kreuzen. Die Lösung: Mit einem Spezialbohrer wird ein kleiner Tunnel unter den nassen Hindernissen ins Felsgestein gebohrt. Nach einer sogenannten Pilotbohrung, die den Weg vorgibt, fräst ein größerer Bohrkopf schließlich die letztlich benötigte Breite, erklärt Schweizer: "Die interessanteste Bohrung wird die von der FT-Redaktion hoch zur Schwedenstraße", meint der Polier. "Das sind bestimmt 160 bis 180 Meter."

In der Adolf-Kolping-Straße wird der Bohrer aber erst in etwa zwei Wochen loslegen. Einen ersten Arbeitsnachweis liefert er aber bereits in der Andreas-Limmer-Straße. Rund 120 Meter soll der Schacht lang werden, der unter dem Kronach-Fluss hindurchführen wird. "Wie lange das dauert, kommt ganz darauf an, wie fest der Fels ist", erklärt Schweizer. Vielleicht zwei Tage, vielleicht aber auch eine Woche.


Hoffnung für Haushalte

In sechs Wochen sollen alle Arbeiten beendet sein - sofern das Wetter diesmal mitspielt. Schließlich wurde dieselbe Frist bereits vor der wetterbedingten Zwangspause angesetzt. "Ich rechne jetzt aber nicht mit noch einer Frostperiode", gibt sich Bauleiter Harald Leidig optimistisch. "Falls sich jetzt noch etwas verzögern sollte, wird das höchstens am Untergrund von Kronach liegen."

Während die Behörden in Kronach ihre Daten bald deutlich schneller durch die Leitungen jagen können, müssen einige Kronacher darauf noch warten. Ein Ende ist laut Köstner aber in Sicht. Derzeit werde ein Netzanbieter gesucht, der im Zuge des zweiten Förderantrags Glasfaserleitungen verlegen soll, um auch die restlichen Kronacher Haushalte anzubinden. 94 Prozent surfen bereits mit mindestens 50 MBit/s. Eine Abdeckung von 100 Prozent sei aber illusorisch. "Dafür haben wir Bauernhöfe und Weiler, die einfach zu weit draußen liegen."
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