Kronach
Antrag

CSU fordert: Landkreis soll Schlachthof Kronach finanziell unterstützen

Die CSU will, dass der Landkreis den Kronacher Schlachthof finanziell unterstützt. Außerdem fordert sie, Kooperationsoptionen mit Nachbarn zu prüfen.
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Die CSU-Kreistagsfraktion hat sich in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit der Zukunft des Kronacher Schlachthofs befasst. Foto: Marian Hamacher
Die CSU-Kreistagsfraktion hat sich in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit der Zukunft des Kronacher Schlachthofs befasst. Foto: Marian Hamacher
Die CSU-Kreistagsfraktion hat in ihrer Fraktionssitzung am Donnerstagabend einen offiziellen Antrag für die nächste Kreistagssitzung am 23. April formuliert. Dabei gibt sie ein klares Bekenntnis zum Kronacher Schlachthof ab. "Der Schlachthof ist ein klarer Standortvorteil und dient auch dem Tierwohl", begründet Fraktionsvorsitzender Bernd Liebhardt die Haltung der CSU. Die Fraktion fordert eine finanzielle Unterstützung des Landkreises und die Suche nach Kooperationsmöglichkeiten mit Nachbarkommunen, um eine nachhaltige Lösung zu finden.

Die CSU-Fraktion ist sich einig: Der Schlachthof Kronach soll erhalten und damit eine regionale Möglichkeit zu schlachten zukunftssicher gemacht werden. Bernd Liebhardt erklärte den Hintergrund der CSU-Initiative: Ein Schlachthof sei für einen Landkreis ein Standortvorteil. Während die industrielle Schlachtung heutzutage oft Standard sei, nehme die traditionelle handwerkliche Schlachtung leider ab. "Kleinere Schlachthöfe haben es wegen gestiegener gesetzlicher Anforderungen zunehmend schwerer", so Liebhardt.

Das Bewusstsein und die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln steige. Liebhardt: "Uns geht es hier auch um das Tierwohl." Kleinere Einheiten vor Ort wie der Kronacher Schlachthof schafften Transparenz und somit Vertrauen der Verbraucher in Qualität und Sicherheit ihrer Lebensmittel. Es würden bestehende Arbeitsplätze gesichert und weite Transportwege vermieden, fasste Liebhardt zusammen.

Die Fraktion beschloss daher einen Antrag, der neben zahlreichen Prüf- und Arbeitsaufträgen an die Verwaltung auch ein Bekenntnis zum Schlachthof enthält. Kern des Antrages ist es, eine finanzielle Unterstützung in Aussicht zu stellen. Mittelfristig ist es Ziel, mit anderen Kommunen zu kooperieren.


Der Antrag der CSU zum Schlachthof im Wortlaut:

"Ein Schlachthof ist für einen Landkreis ein Standortvorteil. Während die industrielle Schlachtung heutzutage oft Standard ist, nimmt die traditionelle handwerkliche Schlachtung leider ab. Kleinere Schlachthöfe wie der Kronacher Schlachthof haben aufgrund anspruchsvoller Schlacht- und Hygienestandards und dementsprechender gesetzlicher Vorgaben, wie bekannt ist, mit massiven Problemen zu kämpfen. Das Bewusstsein und die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln sowie die Rücksichtnahme auf das Tierwohl gewinnen jedoch für die Bevölkerung zunehmend mehr an Bedeutung - auch angesichts der Lebensmittelskandale in der Großindustrie in den vergangenen Jahren. Verbraucher greifen gerne zu regionalen Produkten. Vor dem Hintergrund immer wiederkehrender großer Lebensmittelskandale bieten kleinere Einheiten die Gelegenheit, Transparenz zu schaffen und damit auch das Vertrauen der Verbraucher in Qualität und Sicherheit ihrer Lebensmittel wiederzugewinnen oder zu erhalten. Zudem werden durch einen Erhalt von kleinen Schlachthöfen auch die bestehenden Arbeitsplätze gesichert und weite Transportwege vermieden.

Für die Politik vor Ort ist dies eine einmalige Gelegenheit, um sich aktiv für bessere und wohnortnah produzierte Lebensmittel in der Region einzusetzen. Gleichzeitig könnte eine wichtige tierschutz-, wirtschafts- und strukturpolitische Herausforderung gemeistert werden.


Daher beantragt die CSU-Kreistagsfraktion:
1. Der Landkreis stellt - vorbehaltlich des Ergebnisses rechtlicher Prüfungen - eine finanzielle Unterstützung in Aussicht.
2. Der Landrat wird gebeten, Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Kommunen auszuloten, mit dem Ziel einer möglichen Generalsanierung oder eines gemeinsamen Neubaus.
3. Die Verwaltung prüft und schafft die Voraussetzungen für eine finanzielle Unterstützung durch den Landkreis mit Blick auf das Beihilferecht.
4. Die Verwaltung stimmt diese Maßnahmen mit der Regierung von Oberfranken dahingehend ab, dass die Stabilisierungshilfen des Landkreises nicht gefährdet werden.
5. Die Verwaltung führt mit der Geschäftsführung des Schlachthofs entsprechende Gespräche und nimmt insbesondere Einsicht in die Bilanzen, um den tatsächlichen Finanzbedarf zu eruieren.
"

Wie könnte eine mögliche Kooperation aussehen, wie reagieren die Kronacher Metzger und was sagen andere Parteien zum Antrag? Weitere Informationen lesen Sie hier.
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