Kronach
Kirchenmusik

Christuskirche Kronach: Großartige Klänge der Meißner Kantorei und Teilnehmer der Singwoche

In der Kronacher Christuskirche erlebten die Besucher einen unvergesslichen Gottesdienst, der einem Konzert ähnelte.
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Ein beeindruckendes Konzert erlebten die Besucher in der Christuskirche in Kronach.red
Ein beeindruckendes Konzert erlebten die Besucher in der Christuskirche in Kronach.red
Die Meißner Kantorei 1961 und Teilnehmer der "Singwoche für neue Kirchenmusik" im Schieferpark Lehesten glänzten vor einem rundum begeisterten Publikum unter der Leitung ihres Dirigenten Georg Christoph Sandmann bei ihrem Konzert in der Christuskirche in Kronach.

Stehende Ovationen in der gut gefüllten Kirche waren der Dank des Publikums für eine ausgewogene Programmgestaltung alter wie neuer Kirchenmusik meist deutscher Komponisten, für eine intensive wie lebhafte Interpretation der Werke mit großer musikalischer Sensibilität, verbunden mit einer sicheren und sauberen Intonation. Die Singwoche hat sich absolut für alle gelohnt!


Dirigent und Conferencier

Sandmann war nicht nur Dirigent und musikalischer Gestalter des Abends, sondern führte als gewandter Conferencier bezaubernd durch das Programm, das einem gottesdienstlichen Ablauf ähnelte und festlich in klarer musikalischer Konzeption bei sehr guter Diktion und Intonation mit dem "Verleih uns Frieden" von Heinrich Schütz (1585 bis 1672) begann, was dem Publikum bereits den ersten großen Beifall entlockte.

Der Chor bewies im Verlauf des Konzertes durch die große Bandbreite des Programms seine Vielfalt und sein Einfüllungsvermögen in die verschiedenen Epochen und deren Komponisten. So erklangen unter anderem. vier Sätze aus "Neue Kraft" op. 34 des Schweizer Komponisten Willy Burkhard (1900 bis 1955) in brillantem Vortrag, anmutig mit Charme, intim im Satz "Gott ist gegenwärtig" oder schwelgerischim Satz "Jauchzet dem Herrn".

Im homogenen mitreißenden Unisono-Klang begann "Die Güte des Herrn ist's" von Günter Raphael (1903 bis 1960). Der anspruchsvolle Text mit zwischendurch äußerst schwieriger Intonation wurde dem Zuhörer mit großer Sicherheit und Transparenz vermittelt. Als Kleinodien mit überzeugender Interpretation und sicherer Intonation erwiesen sich die sieben Gesänge aus "Zwölf Gesänge für Knaben- (Frauen-) Chor" von Georg Göhler, eine Kronacher Erstaufführung.


Zwei "Gassenhauer"

Mit großer Klangfülle und geprägt von voller Leidenschaft erklang die Wiedergabe der Choralmotette für vier- bis sechsstimmigen Chor "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" von Kurt Hessenberg (1908 bis 1994). Eine charmante Überraschung bildeten zwei Einsätze des Oboisten Viktor Kobylianskyi, der sich als virtuoser Interpret eines Werkes von Keno Hankel dem Publikum vorstellte: "Ich bin das Licht der Welt" für vierstimmigen Männerchor und Sopransaxophon, in einer Fassung für Oboe, bildete als Erstaufführung einen weiteren Höhepunkt des Abends.

Die zwei "Gassenhauer" der Chorliteratur "Lass mich dein sein und bleiben" und "Die Nacht ist kommen" des romantischen deutschen Komponisten Max Reger (1873 bis 1916) bildeten abermals einen Glanzpunkt des gesamten Konzertes. Traumhaft innig und zart gestaltet, in reiner Intonation und mit starker Textdeutung ging das letzte Konzert vor der Sommerpause an der Christuskirche zu Ende. Ein dreifaches Bravo für den Chor und seinen Chorleiter, die man gerne in Kronach wieder hören würde.


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