Reichenbach
Mobilität

Bus fährt künftig alle zwei Stunden in die Gemeinde Reichenbach

Bei der Sitzung am Mittwochabend befürwortete der Gemeinderat Reichenbach die Einführung des Nahverkehrskonzepts des Landkreises Kronach.
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Die Gemeinde Reichenbach beteiligt sich am Nahverkehrskonzept des Landkreises, durch das deutliche Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr erreicht werden sollen. Foto: Archiv/Hendrik Steffens
Die Gemeinde Reichenbach beteiligt sich am Nahverkehrskonzept des Landkreises, durch das deutliche Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr erreicht werden sollen. Foto: Archiv/Hendrik Steffens

Der Landkreis Kronach entwickelt derzeit ein umfassendes Mobilitätskonzept. Dieses stellt den ÖPNV durch Bildung von Achsen im Taktverkehr, einen umfassenden Rufbusverkehr von 6 bis 23 Uhr für alle Kreisteile und einen kreiseinheitlich geplanten Schülerverkehr auf eine neue Grundlage. Geplanter Start ist August 2020. Hierbei ist es zwingend, dass die jeweils bislang von den Gemeinden und Schulverbänden getrennt geplanten und beauftragten Schülerverkehre in das kreisweite System integriert werden.

Das Nahverkehrskonzept bringe,wie Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) im Gemeinderat am Mittwochabend erklärte, für Reichenbach erhebliche Verbesserungen mit sich. Ein großer Vorteil sei es, dass man nun im Linienverkehr zweistündlich bedient und außerhalb des Linienverkehrs ein Rufbus angeboten werde. Die Belange der Schule für die Mittagsfahrten würden berücksichtigt.

Der Beschluss erfolgte ebenso einstimmig wie die Zustimmung zur Investitionsumlage des Zweckverbandes Wasserversorgung Frankenwaldgruppe (FWG) mit sechs Millionen Euro. Laut der Bürgermeisterin beabsichtigt die FWG, den Investitionsbedarf unter anderem auch durch eine Investitionsumlage von den Verbandsmitgliedern in Höhe von sechs Millionen Euro zu finanzieren. Damit würde die im Raum stehende Gesamt-Investition von zwölf Millionen Euro jeweils zur Hälfte auf die Bürger sowie - zu deren Entlastung - auch auf die Kommunen verteilt.

Der Aufteilungsschlüssel wird von der Verbandsversammlung Anfang Dezember beschlossen. Dabei stellt die FWG sechs Varianten zur Diskussion. Für Reichenbach ergäbe sich bei einer Abrechnung nach (298) Wasserhausanschlüssen ein Anteil von 560 326 Euro, nach (749) Einwohnern von 504 038 Euro, nach (26 273 Kubikmeter) Verbrauch von 448 475 Euro, investitionsbezogen (515 342 Euro) von 458 058 Euro, nach Kostenschätzung 2015 (2 655 220 Euro) von 394 739 Euro sowie nach einer Kostenschätzung einschließlich Zeitwert 2015 (2 938 .590 Euro) von 404 281 Euro.

Die Kosten schwanken demzufolge zwischen günstigenfalls 394 739 Euro sowie maximal 560 326 Euro. Eine Empfehlung an die Verbandsversammlung gibt man nicht ab. "Wir bezahlen den Anteil, wie er in der Versammlung beschlossen wird", bekundete die Bürgermeisterin. Wann die Zahlung fällig wird, könne man noch nicht genau vorhersagen, da sich dies auch nach dem Baufortschritt richte.

Antrag auf Geh- und Radweg

Der Gemeinde lag ein Antrag von Gemeinderat Siegfried Stubrach (BLR) vor. Darin beantragt dieser die Anlegung eines Geh- und Radwegs zur Kreisverkehrsanlage Ziegelhütte als Ergänzung des Radwegenetzes des Landkreises Kronach, wobei die Gemeinde Reichenbach als Bauträger auftreten solle.

Wie Bürgermeisterin Ritter verdeutlichte, erhalte die Gemeinde als Bauträger keine Zuschüsse aus dem Leader-Förderprogramm. Der Bau sei aufgrund der fehlenden Verkehrsdichte auch nicht förderfähig nach FAG. Bei der letzten Verkehrszählung wurden 560 Pkw pro Tag erfasst; erforderlich für eine Bezuschussung wären 600 Pkw. Nach einer vorsichtigen Schätzung rechnet man mit Baukosten pro Kilometer von circa 500 000 Euro. Für die 2,7 Kilometer lange Strecke vom Kreisel bis zum Ortsende Höhe Schützenhaus ergäbe sich somit eine Summe von knapp 1,5 Millionen Euro, plus Grunderwerb - und dies komplett ohne Förderung. "Das können wir uns abschminken", konstatierte sie.

Gleichzeitig freute sie sich darüber, dass der Landkreis neue Planungen zur Verbesserung seines Radwegenetzes anstelle. Hierzu zähle auch ein angedachter Radweg von Teuschnitz über Haßlach nach Steinbach am Wald bis zum Kreisel. Ritter: "Dann hätten wir eine Anbindung zum Rennsteig über Haßlach, ohne, dass es uns einen Cent kosten würde, und ohne Grunderwerb."

Das Gremium war davon überwiegend sehr angetan, während sich Stubrach nicht damit anfreunden konnte. "Die andere Strecke wäre für unsere Bürger bequemer", meinte er. Zudem habe Landrat Klaus Löffler bei der Vorstellung des Radwegenetzes im September ganz andere Angaben gemacht, nämlich, dass für die Ausschöpfung aller Fördermöglichkeiten in manchen Fällen die Kommune und nicht der Landkreis als Antragsteller auftreten müsse. Der Informationsfluss sei nicht der beste.

Erfreuliches vermeldete Ritter unter Informationen: Mit Duygu Aydin habe man nunmehr eine Jugendbeauftragte für die Gemeinde gefunden.

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