Küps
Verbesserung

Burkersdorf bekommt überall Gehsteig

Der Landkreis Kronach baut die Ortsdurchfahrt von Burkersdorf aus. Diese Chance ergreift die Gemeinde Küps und schafft auf eigene Kosten durchgehend Trottoirs entlang der Kreisstraße.
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Die Burkersdorfer Ortsdurchfahrt wird komplett erneuert.Veronika Schadeck
Die Burkersdorfer Ortsdurchfahrt wird komplett erneuert.Veronika Schadeck

Für die Burkersdorfer geht ein Wunsch in Erfüllung. Im Rahmen der einfachen Dorferneuerung wird die durch den Ort führende Kreisstraße KC 22 durch den Landkreis ausgebaut. Im Zug dieses Ausbaus wird zudem eine durchgehende Gehwegverbindung vom Ortseingang aus Richtung Küps kommend bis zum Ortsausgang in Richtung Emmersheim geschaffen.

Dieser Gehweg liegt im Verantwortungsbereich der Gemeinde. Insgesamt werden 2,2 Millionen Euro investiert. Der Anteil von Küps beträgt 43 400 Euro.

Am Dienstagabend stellte in der Marktgemeinderatssitzung Markus Albrecht vom Ingenieurbüro IVS die Planungen vor. Damit sind die Burkersdorfer jedoch nicht ganz zufrieden. Sie befürchten statt einer Verkehrsberuhigung eher eine Ermutigung für die Kraftfahrer, deren oftmals überhöhtes Tempo durch den Ortsteil beizubehalten.

Laut der Ausführungen von Markus Albrecht soll unter anderem die Fahrbahn auf sechs Meter verbreitet werden. Der Planer wies darauf hin, dass dafür von den Anliegern einige Meter Grund benötigt würden. Für die Durchführung der Maßnahme müssten dann auch Gartenzäune und Hecken zurückgebaut werden.

Weiterhin werde an einigen Stellen der Oberflächenkanal erneuert. Und auch die vorhandene Brücke müsse saniert werden. Eine in unmmittelbarer Nähe der Bushaltestelle angebrachte Querungshilfe soll seh- und gebehinderten Menschen eine sichere Straßenüberquerung ermöglichen. Die Baumaßnahmen in der Ortsdurchfahrt Burkersdorf sollen den Worten Albrechts zufolge innerhalb eines Jahres in zwei Bauabschnitten durchgeführt werden.

Er freue sich darüber, dass im Zug der Maßnahme ein Gehweg durch den Ort angebracht werde, so der Burkersdorfer Ortssprecher Volker Wündisch. Denn das trage zur Verbesserung der Straßensicherheit im Ort bei.

Allerdings würden die Punkte Verkehrsberuhigung und Verkehrssicherheit unzureichend umgesetzt. Wündisch wies darauf hin, dass der Ortskern von drei Seiten aus über eine Taleinfahrt erreicht werde, dabei würden die Kraftfahrer meistens zu schnell fahren. Er sprach auch von der Bushaltestelle im Ortskern, an der sich in den Morgenstunden viele Schüler aufhalten. "Aus unserer Sicht wird die Querungshilfe keinen Autofahrer davon abhalten, zu schnell zu fahren".

Der Wunsch der Burkersdorfer sei es, sogenannte Einschnürungen von Küps aus kommend am Ortseingang und -ausgang anzubringen. Dadurch würde die Fahrbahn an diesen Stellen enger, die Kraftfahrer würden automatisch "den Fuß vom Gas" nehmen.

Zudem wünscht er im Einmündungsbereich zum Ortskern eine 30-Kilometer-Zone. Wündisch und auch einige Mütter konnten nicht nachvollziehen, warum das nicht möglich sein sollte. Das Argument, "sonst sind die Förderungen weg", stieß auf Unverständnis.

"Ich halte die Querungshilfe an dieser Stelle schon für gut platziert", meinte Bürgermeister Bernd Rebhan (CSU). Albrecht sah damit einen Beitrag zur Verkehrsberuhigung.

"Das Projekt ist zwar nicht lang, aber schwierig!" Er sprach die topografische Lage an. Es sei ein Kompromiss gefunden worden. Mit dem Bau der Ortsdurchfahrt werde die ganze Linienführung der Straße geändert. "Es wurde versucht, die Fahrdynamik der Kraftfahrer aufzulösen!"

Ralf Pohl (SPD) fragte nach, ob im Zug der Baumaßnahme Erdarbeiten mit durchgeführt werden. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass die Gemeinde 300 000 Euro für eine Inlinesanierung des Kanals investiert habe. Die Wasserleitungen wurden vor zwei Jahren erneuert. Er sprach davon, dass das Bayernwerk Dachständer abbauen und Erdkabel verlegen wolle. Auch sollen Glasfaserleerrohre im Wert von circa 20 000 Euro mit eingebaut werden.

Auf Nachfrage erklärte der Sachgebietsleiter Straßen-Tiefbaumaßnahmen des Landratsamts, Gunther Dressel, dass man an Verkehrsrichtlinien gebunden sei. Eine Einschnürung wäre vor allem am Ortseingang von Küps aus kommend zu gefährlich. Bei einer Kreisstraße könne eine Tempobegrenzung auf 30 km/h nur in Ausnahmen eingerichtet werden.

So etwas sei nur bei wichtigen Gründen und nach Vollendung einer Maßnahme möglich, wenn es die Verkehrsbehörde und Polizei befürworten. Dressel wies auch auf die Förderungen hin. Man gehe bei der Ortsdurchfahrt Burkersdorf von einer Förderquote in Höhe von 90 Prozent aus. Der Förderantrag wurde gestellt. Im Frühjahr soll ausgeschrieben werden. Das Küpser Ortsbild soll attraktiver werden Ein weiterer Punkt, über den der Gemeinderat entschied, war die Grundsatzentscheidung im Rahmen des Küpser Entwicklungskonzepts (KEK) für die Auflage eines Fassadenprogramms im Sanierungsgebiet des Ortskerns von Küps.

Damit sollen, so Bürgermeister Bernd Rebhan, Privatpersonen animiert werden, ihre Fassade zu erneuern und somit zu einem attraktiven Ortsbild beizutragen. Angedacht sei zudem, einen sogenannten Ortsumbaumanager hinzuziehen. Diese Aufgabe soll ein Büro übernehmen, entlohnt wird nach Bedarf.

Die Gemeinde geht von 15 bis 20 Wochenstunden und von einer Summe in Höhe von rund 60 000 Euro aus. Der "Ortsumbaumanager" soll unter anderem eine Gestaltungsfibel erstellen, in der Empfehlungen für Fassaden gegeben werden, die zum Ortsbild passen. Weiterhin soll das Büro die federführende Koordination des Gesamtprojekts "Ortsumbaumanagement" in Abstimmung der Lenkungsgruppe übernehmen und Vermittler zwischen Mietern und Vermietern bei Konzepten und Projekten zur Nach- und Zwischennutzung von Leerständen sein.

Was das KEK betrifft, so sprach Rebhan noch von vielen Aufgaben und Workshops, die in nächster Zeit durchgeführt werden müssten. Wie verdichtet ist zu dicht? Bedenken äußerte Kerstin Schmidt-Müller (SPD) bei einem Bauantrag. Die Bauwerberin möchte eine Garage mit Einliegerwohnung in Theisenort in der Blumenstraße anbauen.

Diese Straße, so Schmidt-Müller, sei in den 50er Jahren gebaut worden. Pro Anwesen gebe es eine Garage. Die Einfahrten seien oft begrenzt. Mittlerweile hätten die meisten Haushalte mehr als ein Auto.

Falls das Gremium nun diesem Antrag zustimme, dann kämen mehr Anlieger mit einer ähnlichen Bauanfrage, mutmaßt sie. Das hätte zur Folge, dass Einfahrten verbaut und die Kraftfahrer mit ihren Autos die Straßenseite zuparken würden.

Rechtsanspruch

"Wir können ablehnen, aber wir haben keinen Grund", wies der Bauamtsleiter Gerhard Hanna auf die Rechtslage hin. Es passe alles nicht zusammen, erklärte Freiherr Hubertus von Künsberg-Langenstadt. "Draußen soll die Bebauung von Freiflächen reduziert werden, innerorts passt es auch wieder nicht." Der Antrag wurde mit zwei Gegenstimmen befürwortet.vs

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