Kronach
Kommunalwahlen

Bürgermeisterwahlen im Landkreis Kronach: Das Kreuz mit der Kandidatenkür

2020 werden im Landkreis Kronach 15 Chefsessel in den Rathäusern besetzt. Wer sich um das Bürgermeisteramt bewirbt, ist in etlichen Kommunen noch unklar.
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Bei den Kommunalwahlen im Jahr 2020 werden in 15 der 18 Kronacher Landkreisgemeinden auch neue Bürgermeister gewählt. Die Liste der Kandidaten ist dabei noch längst nicht komplett. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Bei den Kommunalwahlen im Jahr 2020 werden in 15 der 18 Kronacher Landkreisgemeinden auch neue Bürgermeister gewählt. Die Liste der Kandidaten ist dabei noch längst nicht komplett. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Im März 2020 finden Kommunalwahlen statt. In 15 der 18 Landkreisgemeinden werden auch neue Bürgermeister gewählt. Drei der Rathauschefs fallen auf jeden Fall aus. Das sind der Kronacher Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW), der Weißenbrunner Rathauschef Egon Herrmann (SPD) und ihr Mitwitzer Kollege Hans-Peter Laschka (CSU).

Vier amtierende Bürgermeister sind noch unentschlossen, ob sie wieder für das Amt kandidieren. Darunter fallen die Teuschnitzer Bürgermeisterin Gabi Weber (CSU), ihre Kollegen aus Reichenbach und Pressig, Karin Ritter (SPD) und Hans Pietz (FW), sowie der Tschirner Bürgermeister Peter Klinger (CSU).

Bei Gesprächen unserer Redaktion mit verschiedenen Vorsitzenden wurde deutlich, dass sich viele Ortsverbände der Parteien noch in der Sondierung befinden beziehungsweise dass sie sich noch nicht auf einen Bürgermeisterkandidaten festlegen wollten.

Entscheidung steht aus

Wie bereits berichtet, gibt es in Mitwitz mit Oliver Plewa einen CSU-Kandidaten. In Weißenbrunn haben die Sozialdemokraten am Mittwoch mit Jörg Neubauer ihren Bürgermeisterkandidaten und somit auch den möglichen Nachfolger von Egon Hermann (SPD) nominiert.

Die Teuschnitzer Bürgermeisterin Gabi Weber wollte sich auf Anfrage noch nicht festlegen. Wenn überhaupt könnte die 68-Jährige nur noch ehrenamtlich "weiterregieren". Ihre Kollegin aus Reichenbach, Karin Ritter (SPD), will noch Gespräche mit ihrer Partei abwarten und eine Kandidatur auch von ihrer Gesundheit abhängig machen. Bis zu ihrem 66. Geburtstag im Sommer werde die Entscheidung stehen, meinte sie. Ebenso offen ließ der Pressiger Bürgermeister Hans Pietz (FW) eine Wiederkandidatur.

Sicher ist, dass sich Susanne Grebner (SPD, Wilhelmsthal), Jens Korn (CSU, Wallenfels), Peter Ebertsch (BfT, Tettau) und sein Ludwigsstädter Kollege Timo Ehrhardt (SPD) wieder um den Chefsessel im Rathaus bewerben werden. Wie zu erfahren war, werden Ebertsch und Ehrhardt einen Mitbewerber bekommen. Willi Güntsch (SPD) erklärte auf FT-Nachfrage, dass die Tettauer SPD-Ortsverbände einen Kandidaten ins Rennen schicken werden. Im Hinblick auf die letzte Bürgermeisterwahl - die SPD hatte hier nach über 40 Jahren ihren Bürgermeistersitz verloren - soll die Personalie allerdings nicht zu weit vor den Kommunalwahlen bekanntgegeben werden. Ebenfalls einen Gegenkandidaten wollen die CSU-Ortsverbände aus Ludwigsstadt präsentieren. Hier verwies Gerhard Rentsch (CSU) auf die bevorstehende Jahresversammlung, die Ende März stattfinden soll.

Parteiinterne Altersgrenze

Keinen Hehl um eine Wiederkandidatur macht der Steinwiesener Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU). Sein Vorgänger Reinhold Renk habe einst gesagt, dass jeder Steinwiesener Bürgermeister 30 Jahre im Amt bleiben sollte, scherzt Wunder, der bei einer Wiederwahl in seine fünfte Amtszeit starten würden. Tatsächlich hätte er aber nichts dagegen, ebenfalls die 30 Jahre anzustreben - sofern es seine Gesundheit zulässt. Einige Projekte wolle er nämlich noch gerne vollenden.

Das Vorstandsmitglied des SPD-Kreisverbandes, Richard Rauh (SPD), ist voller Zuversicht, dass seine Partei in seiner Heimatgemeinde Steinwiesen einen Gegenkandidaten aufstellen wird. Grundsätzlich sei es wichtig, dass es bei Bürgermeisterwahlen mehrere Kandidaten gibt - schon wegen der Wahlbeteiligung. Er wünscht sich für seine Partei angesichts der aktuellen Umfragen, dass jeder Ortsverband im Landkreis einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken wird. Denn "zu einer Demokratie gehören verschiedene Parteien und auch mehrere Kandidaten bei einer Bürgermeisterwahl".

Während vor zwei Jahren der Marktrodacher Bürgermeister Norbert Gräbner (SPD) noch unschlüssig war, steht für ihn jetzt fest, dass er sich noch einmal zur Wahl stellen möchte. Mit seinem Stellvertreter Oliver Skall (SPD) hat er allerdings einen Mitbewerber in den eigenen Reihen der Partei.

Auch Michael Pöhnlein (FW) will wieder kandidieren, vorausgesetzt, er bekommt das Vertrauen seiner Partei und seiner Bürger. Er habe lange überlegt, meint er. Aber letztlich habe sich in Nordhalben in den vergangenen Jahren einiges bewegt; diese Projekte möchte er auch weiterhin mitgestalten.

Der CSU-Kreisvorsitzende Jürgen Baumgärtner meint, dass es in jeder Gemeinde einen CSU-Bürgermeisterkandidaten geben wird. Bei Wilhelmsthal wolle er aber der CSU nicht vorgreifen. Er spricht davon, dass alle Ortsverbandsvorsitzenden angehalten worden seien, keinen Kandidaten zu nominieren, der älter als 65 Jahre alt ist - auch wenn es um einen ehrenamtlichen Bürgermeisterposten geht.

Was Baumgärtner zu früh kommt

Bezüglich der Unentschlossenheit der Teuschnitzer Bürgermeisterin Gabi Weber spricht er - trotz aller Konflikte, die er mit ihr aufgrund des Themas Wasserversorgung hatte - von einer erfolgreichen Kommunalpolitikerin. Sie wisse sicherlich, wenn es an der Zeit ist, die Verantwortung für eine Gemeinde abzugeben. Baumgärtner hält es für strategisch nicht sinnvoll, wenn Monate vor einer Kommunalwahl über einen haupt- oder nebenamtlichen Bürgermeister diskutiert wird.

FW wollen sich Zeit lassen

In der Kreisstadt steht für Baumgärtner fest, dass die bisherige Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) ins Rennen gehen wird. Seine Fraktion wolle sich noch etwas Zeit lassen, sagt Michael Zwingmann, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Kronacher Stadtrat. Grundsätzlich gelte aber: "Den Freien Wählern steht das Amt des Bürgermeisters." Und hat er selbst daran Interesse? Darüber habe er sich noch keine "abschließenden Gedanken" gemacht.

Auf keinen Namen möchte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Völkl festlegen. Er verweist auf eine Sitzung des Kronacher Stadtverbandes, bei der Vorstandswahlen stattfinden sollen. Danach wolle man sich intensiv mit den Kommunalwahlen befassen. Hinter den Kulissen war aber bereits von der Stadträtin Marina Schmitt und der Rechtsanwältin Sabine Gross als mögliche SPD-Bürgermeisterkandidatinnen die Rede.

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