Haßlach bei Teuschnitz
Frankenwaldgruppe

Bürger müssen jährlich statt 830 Euro nur noch rund 100 Euro zahlen

Bei einer Informationsveranstaltung in Haßlach bei Teuschnitz stellte FWG-Vorsitzender Jürgen Baumgärtner das Finanzierungskonzept für die angeschlagene Frankenwaldgruppe vor.
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Wie sich die Zeiten ändern: War vor 18 Monaten im Schützenhaus die Infoveranstaltung des Vorsitzenden des Wasserzweckverbandes Frankenwaldgruppe (FWG), Jürgen Baumgärtner, von hitzigen Diskussionen geprägt, herrschte am Freitagabend eine gelöste Stimmung. Im März 2017 stand Baumgärtner wegen der Vorstellung seines Sanierungskonzepts für die FWG massiv in der Kritik, am Freitag gab es nun viel Applaus für ihn.

Streitpunkte waren damals neben dem Konzept auch die Kündigung des Wasserlieferungsvertrags mit der FWG. Wie bereits berichtet, wollte die Stadt für Teuschnitz und Wickendorf das kostengünstigere Wasser direkt von der FWO beziehen statt wie bisher von der FWG. Auch weigerten sich die Teuschnitzer mit einer Investitionsumlage in Höhe von 775 000 Euro (für 25 Jahre) ihren Beitrag für die Sanierung der FWG zu leisten. Das Ziel von Baumgärtner damals, die FWG in den Härtefall zu bekommen, um hohe Förderungen für die Sanierung zu erhalten, wurde für falsch gehalten. Es wurde als "nur eine Idee oder Fantasie" bezeichnet.

Finanierungskonzept

Mittlerweile kann Teuschnitz sein Wasser von der FWO beziehen. Außerdem hat die FWG den Härtefall 2 erreicht und kann somit mit rund 80 Prozent Förderung rechnen. Das bedeutet neue Zahlen, was die Finanzierung betrifft. Und diese stellte Baumgärtner vor. Demnach werden die erforderlichen 65 Millionen Euro für die Sanierung zum einen durch Abschreibungen (12,6 Millionen Euro) und durch staatliche Fördermittel in Höhe von 38,5 Millionen Euro sowie durch Investitionsumlagen in Höhe von sechs Millionen Euro erbracht. Der Rest in Höhe von 7,9 Millionen Euro wird auf die Haushalte für 25 Jahre umgelegt, was am Ende pro Haushalt und pro Jahr 98,75 Euro bedeutet (ursprünglich waren rund 830 geplant). "Ich weiß, auch dieser Betrag ist viel, aber mehr ist nicht drin", so Baumgärtner.

Baumgärtner sprach davon, dass die Wasserpreise der FWG in den nächsten Jahren stabil bleiben sollen. Er sagte auch, dass der Härtefall für die FWG in München abgesegnet worden sei: "Das ist durch. Ich bin doch nicht wahnsinnig, trage etwas vor, dass nicht im Landtag durch ist", antwortete er auf die Frage einer Anwesenden.

Eigentlich war die Veranstaltung schon zu Ende und Baumgärtner war weiter gezogen, als Martin Treuner seine Kritik an der Stadt kundtat. Warum gibt es in der Stadt keinen gleichen Wasserpreis? fragte er erbost. Andere Gemeinden wie Steinbach am Wald machten dies auch. Weiterhin sprach er den schlechten Zustand der Ortsdurchfahrt an. "In Teuschnitz wird gebaut wie ein Weltmeister und wir bleiben auf der Strecke."

Selbst finanzieren

Bürgermeisterin Gabi Weber wies darauf hin, dass Haßlach und Rappoltengrün schon seit Jahrzehnten bei der FWG angeschlossen sind. Die Stadt und Wickendorf dagegen haben ihr Wasser aus eigenen Brunnen und durch Zukauf von Wasser aus der FWG bezogen. Sie wies darauf hin, dass in Teuschnitz und Wickendorf die Anlieger beim Bau von Wasserleitungen ihren Anschluss von der Hauptleitung bis zu ihrem Eigentum selbst finanzieren müssen. Dafür fallen im Durchschnitt 2000 Euro an. Der Wasserpreis für Teuschnitz und Wickendorf liege aktuell bei 1,67 Euro pro Kubikmeter (FWG 2,98 Euro). Nur aufgrund dessen, dass nun der Kündigung des Wasserlieferungsvertrags mit der FWG stattgegeben wurde und Teuschnitz direkt von der FWO das Wasser zu einem Preis von 0,77 Euro einkaufen könne, sei der Preis von 1,67 haltbar.

Die Ortsdurchfahrt Haßlach bezeichnete sie als eine Aufgabe des Landkreises, da es sich hierbei um eine Kreisstraße handele. Sie wies aber darauf hin, dass die Ortsdurchfahrt 2021 in Angriff genommen werden soll.

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