Kronach
Schädlinge

Buchdrucker, Kupferstecher und was Experten im Frankenwald gegen sie unternehmen wollen

Bei zunehmend trockenen Sommern ist der Borkenkäfer eine immer größere Gefahr für den Frankenwald. Experten überlegen, wie man ihr Herr werden kann.
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Tobias Wicklein von der Waldbesitzervereinigung (WBV) Kronach-Rothenkirchen zeigt vom Borkenkäfer befallene Stellen. Foto: Andreas Schmitt
Tobias Wicklein von der Waldbesitzervereinigung (WBV) Kronach-Rothenkirchen zeigt vom Borkenkäfer befallene Stellen. Foto: Andreas Schmitt
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Borkenkäfer ist nicht gleich Borkenkäfer. In Europa gibt es etwa 154, weltweit 4000 bis 5000 Arten der Tiere, die im Stoffkreislauf des Ökosystems Wald eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam haben die meisten, dass ihnen als Wirtspflanzen verholzende Gewächse dienen. Dabei wird zwischen Rindenbrütern und Holzbrütern unterschieden.

Die für die Forstwirtschaft im Frankenwald gefährlichsten Käfersorten, der Buchdrucker und der Kupferstecher, gehören zu den Rindenbrütern. Ihre Wirtspflanze ist zumeist die Fichte.

Der Buchdrucker ist mit vier bis fünfeinhalb Millimetern die größere Art. Er bohrt sich in stärkere Hölzer, verstärkt in alte Bäume ab 40 Jahren. Dort vermehrt er sich im Stamm, während die Krone grün bleibt.

Ab 100 Tieren bricht meist der Widerstand der Fichte, da sie nicht mehr genug Nährstoffe erhält.

Der Kupferstecher ist mit eineinhalb bis drei Millimetern deutlich kleiner. Er befällt die Fichten von oben, schädigt die Krone. Der Baum wird von der Spitze her dürr. Der Stamm bleibt oft verschont, wodurch der Baum beim Verkauf noch etwas mehr Ertrag einbringt als bei Buchdrucker-Befall.

Mischwald ist für die Fichte besser

Was kann die Forstwirtschaft gegen die Schädlinge tun: "Vorbeugend bauen wir den Wald um. Die Klimaerwärmung ist Tatsache; wir sind mittendrin", sagt Peter Hagemann, Forstbetriebsleiter Rothenkirchen für den Staatswald.

Durch die verstärkten warmen Sommer, so der Experte, werde der Kampf gegen Käfer immer wichtiger. "Deshalb ist Mischwald wesentlich besser." Gäbe es nicht nur Fichten, müssten Schädlinge größere Strecken zurücklegen, um zur nächsten zu gelangen. Außerdem seien Fichten im Mischwald widerstandsfähiger. "Wenn der Tiefwurzler daneben steht, entstehen Spalten, die Fichten nutzen, um in tieferen Schichten an Wasser zu gelangen."

Die Waldbesitzervereinigung Kronach-Rothenkirchen hat dieselbe Marschrichtung. "Im Staatswald funktioniert der Umbau leichter, wir müssen Privatbesitzer überzeugen", sagt Geschäftsführer Tobias Wicklein. Allerdings gebe es Fördermittel. "Der Weg hin zum Mischwald wird auch von uns beschritten."

Die Waldbesitzervereinigungen (WBVs)

Struktur Die größte WBV im Kreis ist Kronach-Rothenkirchen mit 11 000 Hektar Waldfläche (1500 Mitglieder). Die WBV Rennsteig hat 3500 Hektar (450 Mitglieder), die WBV Frankenwald 3000 Hektar (600).

Aufgaben Die WBVs kümmern sich unter anderem um die Holzvermarktung. Sie helfen beim Finden und Markieren von Waldflächen, beraten und vermitteln Forstunternehmer.

Finanzen Der Freistaat Bayern will die privaten Waldbesitzer unterstützen und unterstützt deshalb Waldbesitzervereinigungen mit Fördergeldern.



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