Kronach
Freischießen

BRK-Sanitätswache: Zwischen Fahrgeschäften und Schießbuden beim Kronacher Freischießen

Beim Kronacher Freischießen sind sie ehrenamtlich zwischen Karussell und Schießbude unterwegs. Das will geplant und bewältigt werden.
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Sie sind ein Team nicht nur während des Schützenfestes: Florian Kristek (links) und Marcus Belz Foto: Veronika Schadeck
Sie sind ein Team nicht nur während des Schützenfestes: Florian Kristek (links) und Marcus Belz Foto: Veronika Schadeck
Am ersten Schützenfestwochenende wurden 73 Besucher durch die BRK-Sanitätswache versorgt. Davon kamen elf in die Helios-Frankenwaldklinik Kronach.

Seit Donnerstag sind für Florian Kristek Überstunden Normalität. Der Schneckenloher ist seit vier Jahren während des Freischießens Einsatzleiter der BRK-Sanitätswache.

Zusammen mit Ehrenamtlichen, wie beispielsweise mit Marcus Belz, leistet Florian Kristek während der Schützenfesttage Dienst zwischen Fahrgeschäften und Schießbude. Alkohol, Platzwunden, Schnitt- und Sturzverletzungen, Wespenstiche, Herzattacken, Kreislaufkollaps aber auch schmerzende Füße wegen unpassenden Schuhen, mit solchen Fällen werden die Mitarbeiter der BRK-Sanitätswache konfrontiert.


Sich schätzengelernt

"Wir sind die erste Anlaufstelle. Da bekommt man schon einiges mit", erklärt Marcus Belz. Der Lauensteiner leistet seit drei Jahren ehrenamtlich Dienst während der Festtage. Sonst engagiert sich der Programmierer als Rettungssanitäter bei seiner BRK-Kolonne in Lauenstein.

Marcus Belz und Florian Kristek sind ein Team. Sie haben sich durch ihr Engagement beim BRK kennen- und schätzengelernt. Mittlerweile ist daraus eine freundschaftliche Beziehung geworden. Während Marcus Betz während des Schützenfestes ausschließlich vor dem Eingangsbereich Wache steht, ist Florian Kristek zusätzlich für die Koordination zuständig.

Die Aufgabe besteht unter anderem darin, einen Einsatzplan aufzustellen. Welche BRK-Teams übernehmen an welchen Tagen den Dienst. Weiterhin ist er in Kontakt mit dem ELW (Einsatzwagen). Diese mobile Leitstelle vor Ort verfügt über drei identische Arbeitsplätze und ist mit der neuesten IT- und Digitalfunktechnik ausgestattet.
Die Sanitätsstation vor Ort auf dem Schützenfestplatz hat zwei Behandlungsplätze. Für die Notfallversorgung ist sie mit einer kleinen notfallmedizinischen Ausstattung ausgerüstet - auch ein Defibrillator gehört dazu. Weiterhin ist auch ein Erste-Hilfe-Notfallrucksack vorhanden. "Der wird benötigt, wenn wir bei einem Notfall raus auf die Festwiese müssen!" erklärt Marcus Belz.

Bei komplizierten Behandlungen, ergänzt Florian Kristek, würden die Patienten in die Helios-Frankenwaldklinik gebracht. Bei allen am Schützenfest im Einsatz befindlichen 270 Helfern handelt es sich um Ehrenamtliche, erzählt Kristek. Bei den XXL-Nächten sei man zu zehnt vor Ort. Es gebe verschiedene Schichten, von 14 bis 19 Uhr und von 19 bis 24 Uhr, bei den XXL-Nächten sei man bis 3 Uhr am Morgen im Dienst.

Beim Gespräch wurde klar, dass trotz dieser nicht geraden optimalen Arbeitszeiten der Dienst beim Schützenfest gefragt ist. Warum eigentlich? Man kommt mit vielen Leuten ins Gespräch, es vertieft die Kameradschaft und, so Marcus Belz, man lernt vieles dazu. "Es ist immer Aktion!" Denn schnell passiere ein Notfall und da müsse man präsent sein. Manchmal stünden auch Passanten herum und schauten zu.


"Diese halten den Rücken frei"

Bei Einsätzen, bei denen man raus auf die Festwiese müsse, so , so ergänzt Florian Kristek, sei immer ein jüngerer mit einer älteren, erfahrenen Kraft, manchmal auch mit Begleitung von Sicherheitskräften, unterwegs. "Diese halten den Rücken frei."

Die Zahl der Patienten ist sehr unterschiedlich. 2016 wurden 213 Patienten während des Schützenfestes in der Sanitätswache behandelt, 23 davon wurden ins Krankenhaus gebracht.

Die BRK-Sanitätswache während des Freischießens, so erzählt Florian Kristek, ist mit viel Planung und Organisation verbunden. Bereits drei bis vier Monate vorher werden die Fahrzeuge entsprechend gerüstet. Dazu gehört auch ein zwölf Kilogramm schwerer Notfallrucksack. Sechs Wochen vor dem Beginn des Freischießens werden die 17 Bereitschaften angeschrieben und das Personal eingeteilt. Jede Bereitschaft übernimmt dann feste Tage. Auch werde ein Einsatzkonzept erstellt. Einen Tag vor Beginn des Schützenfestes findet dann eine Teambesprechung statt.

Und dass man als BRK-Sanitätswache auch mit der Polizei, der Unterstützungsgruppe (diese besteht aus sechs Führungskräften aus den verschiedenen Rettungsorganisationen) und Feuerwehr in Kontakt ist, versteht sich von selbst. Obwohl der Aufwand groß ist, obwohl Freizeit investiert wird, möchten Florian Kristek und auch Marcus Belz den Dienst auf der Festwiese nicht missen. An solchen Tagen wird deutlich: "Wir sind ein Team und darauf sind wir stolz!"
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