Kronach
Freischießen

BRK investiert in das Glück

Der BRK-Glückshafen darf auf keinem Kronacher Freischießen fehlen. Die Verantwortlichen geben sich viel Mühe, um Gewinne auszusuchen.
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Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt (rechts) freut sich über viele tüchtige  Helfer beim Einräumen des BRK-Glückshafens.   Heike Schülein
Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt (rechts) freut sich über viele tüchtige Helfer beim Einräumen des BRK-Glückshafens. Heike Schülein
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Noch ist der BRK-Glückshafen an diesem Montagvormittag spärlich bestückt. Die meisten der sich davor stapelnden großen Kartons sind noch verschlossen; andere zur Hälfte ausgepackt. Voller Neugierde öffnen die tüchtigen Helfer eine der "Überraschungsbox" nach der anderen, begleitet von dem ein oder anderen seligen Seufzer.

"Ach Gott, sind die schön. So einen möchte ich auch", sagt beispielsweise Finia, als sie die großen bunten Plüsch-Flamingos erblickt. Für den Einkauf bei einem Schausteller-Verkauf zeichnete heuer BRK-Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt alleine verantwortlich. Dabei gab er sich redlich Mühe, den Geschmack der Loskäufer zu treffen.


Glitzer-Kissen sind "in"

"Modern sind heuer solche Glitzer-Kissen. Wir haben sie in vielen Größen. Es gibt sie schon ab fünf Punkten", sagt Lena Sesselmann und streicht dabei über die Wende-Pailletten des Kissens, das zwei verschiedene Oberflächen hat. Je nachdem, wie man über das Kissen fährt, ändert sich nun die Oberfläche und es können sogar Muster auf das Kissen gezeichnet oder Namen geschrieben werden.

Lena ist die Leiterin des "neuen", erst in diesem Frühling wieder frisch an den Start gegangenen Kronacher Jugendrotkreuzes. Die Unterrodacherin hatte auch einige der jungen Helfer aus ihrem Heimatort geworben - so die drei Geschwister Finia, Antonia und Magnus wie auch Louis,die nun in ihren Ferien beim Einräumen des Glückshafens mit helfen. Mit dabei ist auch Stefan Schramm von der BRK-Bereitschaft Schneckenlohe mit Luca sowie natürlich "Stamminventar" Irene Müller, die in den Vorjahren immer zusammen mit Ralf Schmidt auch den Einkauf mit tätigte.


Der Glückshafen als Treffpunkt

Mit den vom Ehrenamtsmanager heuer erstmals alleine ausgewählten Preisen ist sie zufrieden. "Das hat er gut gemacht", lautet ihr fachmännisches Urteil. Wie lange es den Glückshafen schon gibt, weiß keiner mehr so genau. Nach vorsichtigen Schätzungen dürften es aber schon um die 50 Jahre sein; kennt ihn doch Irene Müller schon von ihrer Kindheit. Der Standort ist in all den Jahren gleich geblieben. Daher nutzen ihn viele als Treffpunkt, um sich zu verabreden oder wenn man sich in dem Getümmel aus den Augen verliert - insbesondere in früheren, Handy-losen Zeiten.

Der Glückshafen ist Eigentum der Schützengesellschaft und wird vom BRK-Kreisverband Kronach angemietet. Erst vor zwei Jahren investierte das BRK hohe Summen in die Sicherheit und Barrierefreiheit seiner Loskäufer. Dabei wurde die Terrasse vor dem Glückshafen - dort, wo die Loskäufer stehen - mit neuen Fundamenten versehen. Die maroden Stützpfeiler mussten abgesägt, ersetzt und unterfundamentiert werden. Zudem wurde eine Rampe für den Holzbrettboden eingebaut, womit Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwägen problemlos auf die Terrasse fahren können.

Auch das optische Erscheinungsbild wurde verbessert: Die Theke des Glückshafens wie auch die Stützbalken wurden abgeschliffen und neue gestrichen. Billig waren diese Investitionen nicht, wie Ralf Schmidt einräumt, aber notwendig!


Es bleibt bei 40 Cent

Der Lospreis wurde jedoch nicht verändert. Auch heuer beträgt er unverändert 40 Cent pro Los. "Den Preis haben wir jetzt bestimmt schon seit zehn Jahren, wahrscheinlich sogar länger", überlegt der Ehrenamtsmanager. Bei seinem Einkauf stellte er wieder ein buntes Sortiment aus Spielwaren,Sportartikeln, Gebrauchsgegenständen und vielem mehr zusammen. Die Waren werden alljährlich "frisch" geliefert. Restbestände gibt es kaum. Im Gegenteil. "Meistens so am Dienstag, Mittwoch bekommen wir wieder Nachschub,weil uns da schon manche Sachen ausgehen", spricht Irene Müller aus Erfahrung. Die Loskäufer könnten sicher sein, dass man bis zuletzt gut bestückt sei.


Weiße Königstiger

Für jedes Alter passende Preise zu finden und auf dem neuesten Stand zu sein, sei nicht einfach. Modern bei den Plüschtieren sei immer, welche Filme gerade laufen. Diese finden sich auch auf Kissen wieder - wie unter anderem die "Minions". Neben den besagten großen Flamingos gibt es heuer auch Einhörner in verschiedenen Größen wie auch schöne große weiße Königstiger. Nicht fehlen dürfen Klassiker wie Spielzeugautos und Puppen. Natürlich gibt es auch die kultigen Ein-Punkt-Gewinne, über die sich sicherlich schon jeder einmal "gefreut" hat. Für fünf Punkte gibt es beispielsweise eine Rolle WC-Papier mit dem Whatsapp-Zeichen "Kackhaufen mit Gesicht" - keine schöne Bezeichnung, bedauert Irene Müller, aber immer noch total angesagt.

Sollten die Temperaturen so bleiben, werden sicherlich die Spritzpistolen zum Renner wie auch Wasserbomben in Auffüller-Flaschen mit Pump-System. "Früher haben wir sie selbst mit Wasser gefüllt, heutzutage geht halt alles automatisch",lacht Irene Müller.


Losverkauf im Schichtdienst

Der Losverkauf erfolgt im Ehrenamt. Die Helfer verkaufen Lose, teilen die Gewinne aus und betreuen den Stand auf dem Freischießen. Dienst getan wird in mehrere Schichten, die letzte bis in die Nacht. "Probleme, Losverkäufer zu finden, haben wir nicht. Der Dienst macht Spaß", weiß Ralf Schmidt. Die Klientel der Käufer sei in all den Jahren gleichgeblieben - alle Altersschichten, von Kindern bis Senioren. Man habe viele Stammkunden, die Jahr für Jahr losen - oft auch in erster Linie, um das BRK zu unterstützen.Natürlich freuten sich diese auch über einen schönen Gewinn. Sie ärgerten sich aber auch nicht, wenn ihnen das Glück nicht ganz so hold sei; wüssten sie doch um die Notwendigkeit dieser Einnahmequelle für das BRK.


Das Geld bleibt im Landkreis

"Mit dem Loskauf unterstützt man das Ehrenamt des BRK", betont Ralf Schmidt. Von den Erlösen werden beispielsweise Schulungen und Ausbildungen für Ehrenamtliche finanziert. Die Loskäufer können damit sicher sein, dass damit ihr Geld komplett im Landkreis bleibe und wieder direkt der Bevölkerung zugutekomme. Daher werden sich hoffentlich auch in diesem Jahr ab Donnerstag wieder unzählige Male die Deckel der hölzernen Loskästen öffnen, Loskäufer voller Spannung ihre kleinen "Überraschungspakete" öffnen und ihre "BRK"-Gewinne - egal in welcher Größe - voller Stolz über die Hofwiese tragen.
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