Kronach
Weiterbildung

Betreuungsassistenten: Wege der Weiterbildung in Kronach

Wer sich für eine Laufbahn in der Betreuung entscheidet, dem stehen verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung offen.
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Bettina Hempfling                  ist Betreuungsassistentin im BRK-Seniorenhaus in Kronach - auch sie ist Quereinsteigerin. Foto:Ronald Rinklef
Bettina Hempfling ist Betreuungsassistentin im BRK-Seniorenhaus in Kronach - auch sie ist Quereinsteigerin. Foto:Ronald Rinklef

Auch in hohem Alter oder bei Beeinträchtigung durch Demenz, psychische Krankheiten oder geistige Behinderungen noch würdevoll und soweit es geht selbstständig durch den Alltag gehen - kein leichtes Unterfangen. In Pflege- und Seniorenheimen sowie Tagespflege-Einrichtungen sollen Betreuungsassistenten helfen, diese Herausforderung zu meistern.

Bei einem Besuch in der Einrichtung hat das Betreuungsteam des BRK-Seniorenhauses in Kronach einen Einblick in das breite und anspruchsvolle Aufgabenfeld gegeben. Welche fachlichen Voraussetzung man für den Job mitbringen muss und welche Wege der Weiterbildung es gibt, haben wir Matthias Klar, Pressesprecher der Arbeitsagentur Bamberg-Coburg gefragt.

Sanfter Einstieg

"Es ist ein sanfter Einstieg in ein unglaublich großes Berufsfeld", sagt Matthias Klar. Wer sich für eine Weiterbildung zum Betreuungsassistenten interessiert, hat verschiedene Möglichkeiten.

"Grundsätzlich befürworten wie diese Weiterbildungen sehr, der Arbeitsmarkt ist in diesem Bereich aufnahmefähig", sagt Klar. Entsprechend unterstütze das Amt die Maßnahmen auch finanziell. Wer arbeitslos gemeldet ist, egal ob beim Jobcenter oder bei der Arbeitsagentur, könne sich ganz einfach an seinen Vermittler wenden. Voraussetzung für die Weiterbildung ist abgesehen von der persönlichen Eignung ein Vorpraktikum bei einer Pflegeeinrichtung.

"Das hängt damit zusammen, dass vielen Menschen nicht unbedingt bewusst ist, was der Job in der Praxis bedeutet." Nach dem ersten Praxisschock im Pflegeheim entscheiden einige, dass der Weg nichts für sie ist. Wer den Weg weitergehen möchte, erhält einen Bildungsgutschein von der Arbeitsagentur, den er bei einem Weiterbildungsträger seiner Wahl einlösen kann.

Die Weiterbildung umfasst insgesamt 160 Stunden, in denen Grundkenntnisse und Vertiefungswissen vermittelt werden. Zudem muss ein weiteres Praktikum (80 Stunden) absolviert werden. Die Teilnehmer müssen eine Abschlussprüfung ablegen und erhalten ein Zertifikat. Damit können sie in Pflegeheimen, Tagespflegeeinrichtungen oder in der mobilen Hauspflege eingesetzt werden.

Möglichkeiten für Beschäftigte

Ein anderer Weg in den Beruf steht Menschen offen, die bereits im Pflege- und Seniorenheim arbeiten, etwa in der Küche oder als Reinigungskraft. Will sich ein bereits Beschäftigter weiterbilden, unterstützt die Arbeitsagentur sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bei diesem Vorhaben. Über ein spezielles WeGebAU-Projekt ("Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen") stehen finanzielle Mittel zu Verfügung: Weiterbildungskosten können je nach Umständen bis zu 100 Prozent bezuschusst werden. Außerdem kann seit dem 1. Januar auch ein Gehaltszuschuss für die Zeit, die der Mitarbeiter für die Weiterbildung freigestellt ist, vom Arbeitgeber beantragt werden. "Die Nachfrage ist da und entsprechend stehen auch Gelder zu Verfügung", betont Matthias Klar.

Dass die Zahl der Betreuungsassistenten in Pflegeeinrichtungen bundesweit angestiegen ist, war eine Folge des ersten Pflegestärkungsgesetzes aus dem Jahr 2015. Anspruch auf Betreuung hat jeder Patient mit anerkanntem Pflegegrad - die Kosten übernimmt die Pflegekasse in voller Höhe, auch wenn der Patient zu Hause betreut wird. Die Kasse gibt mit einem Schlüssel von 1:20 die Anzahl der Betreuungskräfte in Einrichtungen vor.

Beliebte Weiterbildung

Dass die Weiterbildung so beliebt ist, hat laut Matthias Klar verschiedene Beweggründe. Viele Menschen entscheiden sich aufgrund persönlicher Betroffenheit, etwa durch ein Familienmitglied, das an Demenz erkrankt ist, für den Beruf.

Andere haben bereits in der Pflege gearbeitet, etwa als examinierter Altenpfleger, können die Aufgaben aber körperlich nicht mehr bewältigen. Da die körperlich harte Arbeit und der Schichtdienst wegfallen, können sie als Betreuungsassistenten trotzdem weiter in der Branche arbeiten. Natürlich gebe es viele Quereinsteiger, die auch mit 50+ eine Chance auf einen sicheren Arbeitsplatz bis zur Rente sehen. Später noch eine Weiterbildung zum Pflegeassistenten/Altenpflegehelfer zu machen, sei auch eine Option."Der Vorteil ist, dass man so breiter aufgestellt ist und die Chancen auf eine Vollzeitstelle steigen", sagt er. Betreuungsassistenten seien meist in Teilzeit beschäftigt.

Angebote in Kronach

Nächste Weiterbildung Das Berufliche Fortbildungszentrum (BFZ) Kronach bietet ab dem 25. Februar wieder eine Weiterbildung zum Betreuungsassistenten an (Telefon: 09261/ 60760).

WeGebAU-Projekt Ansprechpartner für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Kronach, die sich für eine Weiterbildung innerhalb des Betriebs interessieren, ist Frank Wiesmann (Tel. 09261/ 600 228).

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