Kronach
Diskussion

Besuch des Justizministers Winfried Bausback: Kronach ist eine sichere Region

Der bayerische Justizminister Winfried Bausback und die Polizei betonen eine gute Sicherheitslage im Landkreis Kronach.
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Staatsminister Winfried Bausback (r.) inspizierte am Montag die Brandstelle in der Justizvollzugsanstalt. Anschließend traf er mit Bürgern zur Diskussion über die Sicherheit der Menschen im Freistaat zusammen. Foto: Marco Meißner
Staatsminister Winfried Bausback (r.) inspizierte am Montag die Brandstelle in der Justizvollzugsanstalt. Anschließend traf er mit Bürgern zur Diskussion über die Sicherheit der Menschen im Freistaat zusammen. Foto: Marco Meißner

Eigentlich war der bayerische Justizminister Winfried Bausback (CSU) nach Kronach gekommen, um sich ein Bild von der Justizvollzugsanstalt zu machen. Nach dem Brand vom vergangenen Freitag stellte er klar: Bei der Sanierung soll die Sicherheit im Mittelpunkt stehen - für das Personal wie auch für die Häftlinge. Die Sicherheit stand aber noch in einer anderen Hinsicht bei seinem Besuch am Mittwochabend im Blickpunkt.

Auf Einladung des CSU-Stadtverbands machte Bausback noch für über eine Stunde Halt im "s' Antla". Dort traf er mit Bürgern und Vertretern der Hilfsdienste zu einer Diskussion zusammen. "Sicherheit ist ein Stück Lebensqualität", betonte eingangs Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann. Und sie fragte den Minister: "Sind Bayerns Städte sicher?"

Vorbildliches Engagement

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Winfried Bausback änderte ihre Frage angesichts des Treffpunkts im Frankenwald ab. Hier stelle sich die Frage, ob der ländliche Raum sicher ist. Seine Antwort lautete: ja. Er verwies beispielhaft auf den Rettungsdienst in Kanada oder das Feuerwehrwesen in Griechenland. Die könnten mit der Situation in Bayern nicht annähernd konkurrieren.

Er kam auf den Brandeinsatz in der JVA zurück: "In welchem Land sind bei einem solchen Schwelbrand 30 Atemschutztrupps der ehrenamtlichen Feuerwehr bereit, ihren Dienst zu

leisten?" So etwas müsse man in Europa, ja in der ganzen Welt erst einmal finden. Und wenn es um die Sicherheit gehe, dann sei der wichtigste Ansatz, wie schnell Hilfe zur Stelle ist.

Sicherheit hat in Bausbacks Augen viele Gesichter. Es gehe darum, Gewalttätern als Rechtsstaat die Grenzen aufzuzeigen. Da sei der Freistaat auch dank einer gut aufgestellten Polizei zur Stelle. Bayern behalte ebenso die grenzüberschreitende Kriminalität und Bandendelikte fest im Blick. Zwar sei auch hierzulande nicht alles perfekt, aber anderen Bundesländern sei Bayern in vielen Punkten einen Schritt voraus. Bundesweit sei es jedoch wichtig, noch stärker für den Schutz der Polizei und Rettungskräfte einzutreten, forderte Bausback rechtliche Veränderungen.

Der Kronacher Polizeichef Uwe Herrmann pflichtete dem Minister bei. Die sogenannte Häufigkeitszahl, ein Kriterium für die Sicherheit, spreche für ein sicheres Kronach. Der Wert für Bayern, der die Zahl der Kriminalstraftaten pro 100 000 Einwohner zu Grunde legt, liegt bei guten 4500. Für Oberfranken beträgt er 4400 und für Kronach beachtliche 3700.

Keine No-go-Areas

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No-go-Areas, also Plätze an die sich die Menschen nicht so recht trauen, wie früher der Kronacher Bahnhofsplatz, suche man im Landkreis inzwischen vergebens. Herrmanns Fazit: "In Kronach lebt sich's relativ sicher."

Aus dem Kreis der Zuhörer wurde unter anderem noch das Thema "Kriminalität an Schulen" angesprochen. Hier gab es laut Herrmann und Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner keine Besorgnis erregende Veränderung. Dass die Zahlen in den vergangenen beiden Jahren etwas gestiegen seien, machte Herrmann einerseits am inzwischen sehr niedrigen Ausgangswert fest.

Andererseits spielten auch Delikte wie Cyber-Mobbing in die Statistik hinein, die vor zehn Jahren noch niemand auf dem Schirm gehabt habe. "Die Sicherheit an bayerischen Schulen ist hoch", garantierte der Minister. Niemand müsse Angst haben, in die Schule zu gehen.

Projekt trägt Früchte

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Bausback erläuterte auf Nachfrage noch ein besonderes Projekt, das derzeit an zehn bayerischen Schulen läuft. Ein sogenannter Teen-Court aus freiwilligen und entsprechend geschulten Jugendlichen befasse sich mit jungen Ersttätern. Quasi ein Gericht, das altersmäßig auf Augenhöhe mit den Tätern ist. Von einer "erstaunlichen Wirkung" sprach der Minister.

Bei 90 Prozent der teilnehmenden Täter greife das Konzept. "Manchmal hilft ein Gleichaltriger mehr als der erhobene Zeigefinger eines Erwachsenen", lautete sein Fazit für das Modellprojekt.



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