Kronach
Generalsanierung

Berufsschule soll fit werden für die Zukunft

Die Lorenz-Kaim-Schule Kronach soll runderneuert werden. Landrat Klaus Löffler spricht vom Beginn eines Marathonlaufs.
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Rudolf Schirmer freut sich über den Empfehlungsbeschluss des Schulausschusses und glaubt, die langen zeitaufwendigen Vorbereitung für eine zukunftsorientierte Konzeption können mit der Generalsanierung belohnt werden. K.-H. Hofmann
Rudolf Schirmer freut sich über den Empfehlungsbeschluss des Schulausschusses und glaubt, die langen zeitaufwendigen Vorbereitung für eine zukunftsorientierte Konzeption können mit der Generalsanierung belohnt werden. K.-H. Hofmann
Der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport des Kreistages Kronach hat in seiner Sitzung am Mittwoch im Landratsamt dem Kreistag Kronach empfohlen, einen Grundsatzbeschluss für die Generalsanierung der Lorenz-Kaim-Schule (staatliche Berufsschule) in Kronach zu fassen. Schulleiter, Oberstudiendirektor Rudolf Schirmer stellte auf Bitte von Landrat Klaus Löffler die zukünftige Konzeption der Berufsschule vor.

Die Berufsschule der Zukunft, Berufsschule 5.0, wie sie der Leiter nennt, ist in ihrer Struktur ein Abbild eines Unternehmens. Das heißt, der Schwerpunkt des neuen Raumkonzeptes wird auf integrierten Fachräumen liegen, in denen verschiedene Berufsgruppen miteinander kommunizieren, eben wie im Unternehmen auch.

Die "integrative Berufsausbildung" sieht drei Säulen vor: Kernqualifikation (alle industriellen Ausbildungsberufe), Aufbauqualifikation (alle Metall-/Elektroberufe), beide berufsübergreifend, und die Zusatzqualifikation, berufsspezifisch (Industriemechaniker). Die Berufsschule von morgen wird auf ganz anderen Lehrplänen aufbauen als noch vor 40 oder 50 Jahren, als das bestehende Gebäude geplant wurde.


Für Kronacher Bedürfnisse

Die Berufsschule ist laut Schirmer die einzige Schule in Deutschland, die deutschlandweit mit gleichen Lehrplänen arbeitet. Dennoch ist die Raumstruktur nicht vergleichbar, so könne man Kronach zum Beispiel nicht mit Coburg vergleichen. Deshalb werde das Raumkonzept speziell für Kronacher Bedürfnisse ausgelegt.

Zur Zeit der Erbauung der Berufsschule bestanden andere bautechnische Anforderungen und Sicherheitsbestimmungen und es wurde fachklassenorientiert aufgeteilt, das Spezialwissen stand im Vordergrund, es gab statische Berufsbilder und gleichbleibende Berufsanforderungen, nannte Schirmer wesentliche Gründe warum die Berufsschule dringend nach neuem Konzept generalsaniert werden müsse.


Flexibles Raumkonzept

Derzeit werden rund 1 600 Schüler in 75 Klassen in 36 Berufsbildern ausgebildet, sowohl Industrie, Handwerk und Dienstleistungsbereich wird abgedeckt. Die Ausstattung der Schule nannte er grundsätzlich gut. Doch "wir wollen Fachkräfte ausbilden, die die Probleme der Unternehmen von morgen lösen". Dazu seien die wichtigsten Voraussetzungen engagierte Lehrer, zukunftsweisende Ausstattung und ein flexibles Raumkonzept, fasste der Schulleiter zusammen.

Die Botschaft ist bei den Ratsmitgliedern angekommen, meinte Landrat Klaus Löffler. Rückblickend erwähnte er, dass man schon mehrere Vorgespräche mit der Regierung von Oberfranken geführt hat. "Wir können also sagen, dass wir alle zusammen hervorragende Vorarbeit geleistet haben."


Architektenwettbewerb

Der Landrat dankte Rudolf Schirmer für dessen zukunftsorientierte Ausarbeitung eines Neukonzeptes. Als nächsten Schritt wird man wohl einen Architektenwettbewerb ausschreiben zur Auswahl eines Planungsbüros.

"Der beruflichen Bildung kommt im Hinblick auf die Fachkräftegewinnung unserer Betriebe ein hoher Stellenwert zu", heißt es im Grundsatzbeschluss. Sie sei Grundlage und Basis für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe und damit für die regionale Wertschöpfung und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Wettbewerbsfähige Betriebe und gute und sichere Arbeitsplätze seien Voraussetzung für eine positive Kreisentwicklung. Gleichzeitig seien sie ein probates Mittel zur Bewältigung des demografischen Wandels.


In die Jahre gekommen

Die staatliche Berufsschule Kronach verfügt in Teilen über eine gute Ausstattung. Die baulichen Anlagen sind allerdings trotz guter Objektbetreuung durch die Hausmeister zwischenzeitlich sehr in die Jahre gekommen und weitgehend abgenutzt. In vielerlei Hinsicht entsprechen sie nicht mehr dem Stand der Technik. Der Schulausschuss empfiehlt deshalb dem Kreistag Kronach, einen Umsetzungsbeschluss bezüglich umfassender baulicher Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Berufsschule mit hoher Prioritätensetzung zu fassen. Sobald und soweit die laufenden, sich in der Planungs- und Umsetzungsphase des Landkreises befindlichen Baumaßnahmen es erlauben, ist mit der Projektumsetzung zu beginnen.

Landrat Klaus Löffler fügte abschließend hinzu, dass man zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch keine validen Aussagen zu Kosten, Zeitplan und Bauzeit machen könne. "Wir sind am Anfang eines Marathonlaufes." Bis zu einem hoffentlich erfolgreichen Zieleinlauf müssten ab heute eine Vielzahl von schwersten Herausforderungen und Aufgaben bewältigt und abgearbeitet werden, gab der Landkreischef zu bedenken.


"Spannende Aufgabe"

Thomas Löffler (CSU) hob hervor, dass an der Berufsschule Kronach hervorragende Arbeit geleistet werde und dass man als Kreisräte die Rahmenbedingungen für eine moderne Schule zur Ausbildung von Fachkräften herstellen und den Standort erhalten solle. Jens Korn (CSU) stellte fest, dass dieser Beschluss ein Signal sein soll, dass man dank guter Ausbildung an der Berufsschule auch gute Unternehmen im Landkreis habe. Dass sich dies auch in Zukunft unter guten Bedingungen fortsetzen kann, müssen wir die Schule modernisieren. Timo Ehrhardt (SPD) meinte, es sei eine spannende Aufgabe die Konzeption und Vision an der Berufsschule umzusetzen. Ein Architektenwettbewerb könne weitere Impulse geben.
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