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Kronach
Kreistag

Berufsschule fordert den Landkreis Kronach

Der Landkreis Kronach will in diesem Jahr sechs Millionen Euro allein in Hochbaumaßnahmen investieren. Ein künftiger Schwerpunkt: die Berufsschule.
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Die Berufsschule in Kronach wird zur Dauerbaustelle. Foto: Archiv
Die Berufsschule in Kronach wird zur Dauerbaustelle. Foto: Archiv

15,8 Millionen Euro will der Landkreis in diesem Jahr investieren. Knapp sechs Millionen Euro davon sind für Hochbaumaßnahmen wie die VHS, Bauhof Süd/Birkach und Landratsamt in den Eckdaten des Kreishaushaltes vorgesehen. 4,8 Millionen Euro sollen für den Ausbau von Kreisstraßen verwendet werden. Kämmerer Peter Biedermann stellte in der Kreisausschusssitzung die Eckdaten des Haushaltes vor.

Zuvor aber gab er einen umfassenden Überblick über die Hochbauprojekte im Landkreis. Dabei wurde deutlich, dass verschiedene Maßnahmen parallel laufen. Es geht dabei darum, dass während der Generalsanierung der Berufsschule, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird, es keinen Stillstand bei den anderen Hochbauprojekten des Landkreises geben soll.

Seinen Worten zufolge wird es die Berufsschule sein, die den Landkreis in den nächsten Jahren am meisten fordern wird. Derzeit laufen Voruntersuchungen wie beispielsweise am Gebäude, Schadstoffanalysen, energetische Beurteilungen. Das Ergebnis wird noch im ersten Quartal 2020 erwartet. Gleichzeitig sei man mit der Regierung in Kontakt, um das Raumprogramm aus dem Jahre 2016 zu überarbeiten. Die ganzen Maßnahmen dienen dazu, einen Architektenwettbewerb durchführen zu können.

Biedermann teilte den Ausschussmitgliedern mit, dass man bei der Sabelstiftung angefragt habe, ob diese Interesse habe, ihre Fachoberschule im Gebäude zu integrieren. Zudem könne er sich auch die Berufsfachschule für Musik als möglichen Partner vorstellen. Das müsse aber erst alles mit den Beteiligten abgestimmt werden. Zudem müsse das Raumprogramm mit der Regierung von Oberfranken abgesprochen werden. Landrat Klaus Löffler ergänzte, dass beim Thema Berufsschule auch die Handwerkskammer sowie die Industrie- und Handelskammer miteinbezogen werden sollen.

Voruntersuchungen, so Biedermann, finden auch bei den Turnhallen am Schulzentrum statt. Parallel dazu erfolge eine Überprüfung des Raumbedarfs. Es stehe eventuell eine Generalsanierung oder auch eine Erweiterung zur Diskussion. Beim VHS-Gebäude werden Wand- und Deckenbekleidungen fertiggestellt.

Bei der derzeit laufenden Sanierung des Landratsamtes erklärte Biedermann, dass erst nach der Fertigstellung der Fassade das Außengerüst abgebaut werden könne. Die Baustelleneinrichtung um die Güterstraße soll so bald als möglich wegkommen. Der Außenaufzug sei zunächst wegen überteuerter Angebote gestoppt worden. Eine erneuerte Ausschreibung soll folgen.

Vorrang für die Gründlichkeit

Landrat Klaus Löffler betonte, dass bei den Hochbaumaßnahmen der Grundsatz gelte: "Gründlichkeit vor Schnelligkeit!". Beispielsweise liefen im Bereich der Berufsschule Überlegungen, inwieweit man das Kaspar-Zeuß-Gymnasium mit einbinden könnte, ob es möglich sei, Synergien zu schaffen.

Bei der Realschule I stünden seit Jahren vier Container, in denen Kinder unterrichtet werden. Benötigt werde in dieser Bildungseinrichtung zudem eine Mensa. Im Bereich des Schulzentrums stünden nicht nur die Dächer und die Turnhalle zur Diskussion, sondern auch der räumliche Aspekt.

Der Landrat wies darauf hin, dass man bei allen Planungen und Untersuchungen versuchen wolle, Strukturen zusammenzulegen. "Wir müssen die richtigen Weichen stellen!"

"Der Bildungsstandort entwickelt sich weiter!", so Hans Rebhan (CSU). Er sprach von einer Verzahnung von beruflicher, schulischer und akademischer Bildung. Dabei gehe es auch um begleitende Einrichtungen, wie beispielsweise eine Mensa.

Bezüglich der Sportstätten sprach der Kämmerer von der Notwendigkeit des Baus von Sportstätten in Verbindung mit dem Crana Mare. Derzeit sei zusammen mit der Stadt Kronach eine Konzeptstudie auf den Weg gebracht worden.

Als weitere Maßnahmen im Hochbaubereich nannte Peter Biedermann den Bauhof Birkach, die Innensanierung des Landratsamts im Jahre 2021, die Neugestaltung und Aufwertung des Ölschnitzsees, das Wasserschloss Mitwitz.

Bezüglich der Eckdaten des Haushalts 2020 wies Biedermann darauf hin, dass sich die Umlagekraft des Landkreises um 5,4 Prozent auf 75,7 Millionen Euro erhöht habe. Die Schlüsselzuweisungen belaufen sich auf 13 186 000 Euro. Der Hebesatz für die Kreisumlage soll mit 41 von Hundert gleich bleiben. Für das Kommunalunternehmen, das im Rahmen des Projektes "Lucas Cranach Campus" gegründet wurde, wurden 1,1 Millionen Euro im Haushalt veranschlagt.

Im Bahnhof soll eine Mobilitätszentrale für die Bürger entstehen

Der Landkreis arbeitet auf Hochtouren, um das Mobilitätskonzept wie geplant zum August 2020 an den Start zu bringen. Die Projektleiterin Gabriele Riedel ging auf den aktuellen Sachstand ein.

Demnach soll im Bahnhofsgebäude eine Mobilitätszentrale untergebracht werden. Es gehe dabei um die Gewährleistung von Service- und Kundenqualität. Es soll eine Anlaufstelle für Schüler, Eltern und Nutzer des Mobilitätskonzepts werden. Weiterhin sollen in dieser Mobilitätszentrale auch Bahnkarten verkauft werden. Die Öffnungszeit sei von 7 bis 18 Uhr, an den Samstagen von 9 bis 13 Uhr vorgesehen. Weiterhin sei eine Randzeitenbetreuung über das Telefon geplant. Zudem sei eine "mobile Beratung" angedacht, die bei Vereinen, Schulen und Pflegeheimen oder auch zu Hause bei den Bürgern über das Mobilitätskonzept informiert. Es seien 4,5 zusätzliche Planungsstellen vorgesehen.

Riedel wies darauf hin, dass die Mobilitätszentrale einmalig in Bayern sei. Deshalb habe man sich Anregungen vom Odenwald geholt. Neben dem Service werden auch die Schülerbeförderung, die Betriebsüberwachung, Fahrplandatenverwaltungen, Haltstellenmanagement, Tarife, Abrechnungen, Öffentlichkeitsarbeit Aufgaben der Mobilitätszentrale werden.

Landrat Klaus Löffler ergänzte, dass das entsprechende Sachgebiet von Barbara Meyer in die Mobilitätszentrale mitverlegt werde. Eingestellt werden soll zudem ein Geograf, der die Fahrpläne darstellt. Die Stellen sollen nun zeitnah ausgeschrieben werden, da die künftigen Mitarbeiter eine gewisse Vorlaufzeit für die Einarbeitung benötigen.

Erfreut teilte der Landrat den Anwesenden mit, dass die Staatsregierung für den Aufbau der Mobilitätszentrale 400 000 Euro an Unterstützung in Aussicht gestellt hat. Für den Lucas-Cranach-Campus sei dies stark, lobte Hans Rebhan (CSU). Der Ludwigsstädter Bürgermeister Timo Ehrhardt appellierte, auf vernünftige Fahrpreise zu achten. Es bringe nichts, wenn man für eine einfache Fahrt von Ludwigsstadt nach Kronach 9,80 Euro bezahlen müsste.

"Für mich ist die Mobilitätszentale das Herzstück", so Richard Rauh (SPD). Und: "Wenn das nicht funktioniert, bekommen wir Probleme!" Reinhold Heinlein wies darauf hin, dass Mobilität bei den Senioren ein großes Thema sei. Ralf Pohl sprach von der Notwendigkeit einer gewissen Stabilität. "Es ist wichtig, dass die Bürger ohne Auto mobil sind!".

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