"Wir sind alles durchgegangen", betonte er. Und die Zirkusleute hätten für ordentliche Bedingungen bei der Tierhaltung - und zwar nicht nur der Wildtiere - gesorgt. Die Genehmigung für den Zirkusbetrieb liege vor. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen und Impfungen seien lückenlos dokumentiert. Die Temperatur im beheizten und geräumigen Zelt, in dem Elefanten, Nashorn, Nilpferd und Giraffen untergebracht seien, habe bei 20 Grad Celsius gelegen - vorgeschrieben seien eigentlich nur 18 Grad -, nannte Heckel einige Eindrücke seines Kontrollgangs. Die Zirkusbetreiber hätten sogar zugestimmt, dass er offen mit den Medien über die Kontrolle sprechen dürfe.

Bedingungen sind in Ordnung


Auch das seiner Ansicht nach sehr plakativ eingesetzte Bild des Flusspferdes, das in einen engen Bottich eingepfercht sei wie in einer Badewanne, konnte er nicht bestätigen. Natürlich sei diese Unterbringung nicht zu vergleichen mit den Bedingungen von frei lebenden Tieren, doch sei das Becken zweieinhalb Mal so lang wie das Flusspferd, dem - wie den anderen Tieren - auch genügend Auslauf zur Verfügung stehe.

Heckel, der die Diskussion im Internet und besonders auf unserer Plattform "inFranken.de" aufmerksam verfolgt, warnt angesichts dessen davor, den Aufenthalt des "Circus Voyage" als Basis für eine Grundsatzdiskussion heranzuziehen. Natürlich könne man darüber sprechen, ob es Wildtiere in Zirkussen geben muss - das Gleiche gelte übrigens auch für zoologische Gärten. Aber man dürfe diese emotional geführte Debatte nicht auf Kosten eines Zirkusses austragen, der sich an die Vorschriften halte und nun mal eine Genehmigung für seine Show habe.

Dem Gesetz verpflichtet


Und den Amtstierärzten zu unterstellen, sie würden irgendwelche dubiosen Machenschaften decken, sei der falsche Weg. Sie machten einfach ihre Arbeit - und die werde durch rechtliche Vorgaben gesteuert. "Ich bin kein Zirkusschützer, aber auch kein Zirkusabfackler", machte Heckel deutlich. "Ich nehme keine moralische Wertung vor, ob der Zirkus sinnvoll ist. Natürlich mache ich mir auch meine Gedanken, aber es ist nicht mein Job, meine persönlichen Vorstellungen durchzusetzen." Letztlich müsse sich jeder Bürger - und dazu zähle auch der Zirkusbetreiber - darauf verlassen können, dass eine Behörde dem Gesetz verpflichtet ist und ihn entsprechend objektiv behandelt. Die Grundsatzdiskussion sei legitim, aber auf einer anderen Ebene zu führen, erklärte er mit einem Blick auf die Politiker.