Beikheim
Jubiläum

Beikheim feiert seinen Mittelpunkt

Am Pfingstwochenende feierte die Beikheimer Bevölkerung das 450-jährige Bestehen ihres historischen Dorfbrunnens.
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Die Sängerinnen des SSV Beikheim umrahmten den Festakt mit heimatlichen Liedern. Heike Schülein
Die Sängerinnen des SSV Beikheim umrahmten den Festakt mit heimatlichen Liedern. Heike Schülein
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Der Stolz über das wertvolle Kulturdenkmal stand der Dorfgemeinschaft bei den Feierlichkeiten ins Gesicht geschrieben. Drei Tage lang feierten die Beikheimer ihren schmucken Brunnen in der Dorfmitte mit einem schönen Festprogramm. Dessen Höhepunkt bildete am Samstagnachmittag ein kurzer Festakt.

"Es muss ein bedeutender Einschnitt im Leben der Beikheimer gewesen sein, als vor 450 Jahren ein so mächtiger Dorfbrunnen entstand", würdigte Altlandrat und Schirmherr Heinz Köhler. Was für uns heute selbstverständlich sei - sauberes, hygienisch einwandfreies und gutes Trinkwasser aus dem Hahn -, sei vor 450 Jahren unvorstellbar gewesen. "Wasser war und ist eines der Urelemente und ein Lebenselement für Mensch und Tier", verdeutlichte Köhler.

Seit 1968 erfolgt die Trinkwasserversorgung durch den Zweckverband der Mannsgereuther Gruppe. Wenngleich er damit seine ursprüngliche Bedeutung verloren habe, wirke der Brunnen als Monument bis in die heutige Zeit hinein. So stelle er nach wie vor den Dorfmittelpunkt dar - als Ort, an dem sich die Menschen treffen, wenn sie Wasser holen, und dabei einen "Plausch" halten. "Er ist sozusagen die "Kommunikationsbörse" des Ortes", schmunzelte der Altlandrat.

Dass die Errichtung des Brunnens in die Regentschaft des Fürstbischofs Veit II. von Würzburg gefallen sei, habe eine besondere Note. Unter seiner maßgeblichen finanziellen Förderung wurde von Hieronymus von Würtzburg sechs Jahre später das Wasserschloss Mitwitz gekauft. Deshalb wurde der Brunnen auch 1988 im Zusammenhang mit der Sanierung des Wasserschlosses revitalisiert. Er wie auch Bürgermeister Knut Morgenroth dankte Jens Blinzler, Dietmar Bauernsachs sowie Gerhard Süß, die in einem Arbeitskreis mit großer Unterstützung von Kreisheimatpfleger Dieter Lau die Geschichte des Dorfbrunnens im Vorfeld des Jubiläums erforscht hatten.

Auch das Gemeindeoberhaupt zeigte sich stolz auf das geschichtsträchtige Kleinod in der Dorfmitte. Das Anbringen des bischöflichen Wappens und der Jahreszahl 1569 am Brunnen stelle, so Morgenroth, zugleich ein in Stein gemeißeltes Herrschaftszeichen des Hochstifts Bamberg dar und somit auch eine territoriale sowie herrschaftliche Abgrenzung des Fürstentums gegenüber anderen Herrschaftsansprüchen.

Das alljährlich zu Pfingsten von der Feuerwehr veranstaltete Brunnenfest belege die starke Verbundenheit der Bevölkerung zu ihrem Dorfbrunnen, der zwischenzeitlich zu einer Art "Hotspot" geworden sei. Pflege, Reinigung und Instandhaltung des Brunnens seien in Beikheim höchstes Gebot. Bei der 2010 durchgeführten Dorferneuerung wurde das Umfeld des Dorfbrunnens mit einbezogen und saniert. Durch die historische Aufarbeitung sowie die Festschrift werde ortshistorisches Wissen auch für nachfolgende Generationen dokumentiert.

Die Glückwünsche des Landkreises übermittelte Landrat Klaus Löffler. In Beikheim werde das Wir in den Mittelpunkt gestellt, würdigte Löffler genauso die gute Dorfgemeinschaft wie Pfarrer Gerald Munzert. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von den Sängerinnen des SSV Beikheim sowie Jungen und Mädchen des Kindergartens "Arche Noah" Schneckenlohe.

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