Kronach
Stadtrat

Bei Alarm beginnt Uhr für Kronacher Wehren zu ticken

Im Kronacher Stadtrat wird seit dem Jahreswechsel wieder intensiv über die Ausstattung der Feuerwehren diskutiert. Ein Thema dabei ist eine Bedarfsplanung. Unsere Zeitung fragte nach, was sich hinter dieser Idee verbirgt.
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Was wird bei einem Einsatz gebraucht? Von wo lassen sich Material und Einsatzkräfte am schnellsten zusammenziehen? Eine Bedarfsplanung wäre eine Möglichkeit, für Klarheit zu sorgen. Foto: Archiv/Feuerwehr Kronach
Was wird bei einem Einsatz gebraucht? Von wo lassen sich Material und Einsatzkräfte am schnellsten zusammenziehen? Eine Bedarfsplanung wäre eine Möglichkeit, für Klarheit zu sorgen. Foto: Archiv/Feuerwehr Kronach

Wenn's brennt, muss es schnell gehen. Richtig schnell. Schließlich stehen Leben auf dem Spiel. Bei allem Tempo braucht es aber auch kompetente Einsatzkräfte und die richtige Ausrüstung vor Ort. Doch was ist wann nötig? Eine Feuerwehr-Bedarfsplanung wird seit der Januar-Sitzung im Kronacher Stadtrat diskutiert. Sie soll diese Frage beantworten.

Die Vorgaben für die Wehren im ganzen Freistaat sind klar. Die Gemeinden sind verpflichtet, die Feuerwehren zu unterhalten und sie nach dem Bayerischen Feuerwehrgesetz auszustatten. Die Wehren und ihre Ausrüstung "sollten so bemessen sein, dass jede an einer Straße gelegene Einsatzstelle in einem Gemeindegebiet innerhalb von zehn Minuten Hilfsfrist erreicht werden kann", erklärt Hauptamtsleiter Stefan Wicklein. Er kennt beide Seiten der Medaille - die finanziellen Möglichkeiten der Kreisstadt durch seinen Beruf, die Bedürfnisse der Brandschützer durch sein Ehrenamt als Vorsitzender der Kronacher Wehr.

Die zehn Minuten laufen mit dem Notruf

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Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert er, wie eng bemessen die ohnehin schon sportlich wirkende Hilfsfrist tatsächlich ist. Die zehn Minuten laufen nämlich nicht erst mit dem Ausrücken der Einsatzkräfte, sondern schon, wenn der Notruf die Integrierte Leitstelle (ILS) erreicht.

Ab diesem Moment geht das zugrunde gelegte Schema von einer Dispositionszeit von 1,5 Minuten für das Abfragen des Anrufenden und die Alarmierung durch die ILS aus. Bis die Feuerwehrkräfte von Zuhause oder der Arbeitsstelle zum Feuerwehrhaus kommen und zumindest das erste Fahrzeug ausrückt, wird mit fünf Minuten kalkuliert. "Für die eigentliche Anfahrt zur Einsatzstelle verbleiben noch 3,5 Minuten", erklärt Wicklein. Je nach Bebauung bedeutet das einen Einsatzradius von circa drei bis 3,5 Kilometern.

Große Hilfe im Einsatz

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Schon daran zeigt sich, warum die Feuerwehr-Verantwortlichen im Landkreis einen so großen Wert auf die Ortsteilfeuerwehren legen. Die großen Wehren alleine könnten ohne sie die Fristen für einen Einsatz gar nicht überall aufrecht erhalten. Außerdem verfügen die örtlichen Brandschützer über einen unheimliches Detailwissen, was ihre Ortsteile und dortige Gefahrenherde betrifft.

Doch Wicklein unterstreicht, dass er darin bei Weitem nicht den einzigen Punkt erkennt, warum der Bestand auch kleinerer Wehren rechtlich abgesichert ist. "Vielerorts sind sie das Rückgrat der gesamten Gemeinschaft", stellt er fest. Und ohne die örtlichen Wehren würden wohl weniger Brandschützer ihren Dienst tun. Ein warnendes Beispiel, das diese These untermauert, ist laut Wicklein die Auflösung der Ziegelerdener Wehr im Zuge der Gemeindegebietsreform. Die Zahl der Feuerwehrleute aus diesem Stadtteil sei seitdem spürbar zurückgegangen.

Die angestrebte Bedarfsplanung für die Feuerwehren im Kronacher Stadtgebiet soll nach Ansicht der Kronacher Wehren Klarheit schaffen. "Sie ist nur eine Soll-Vorschrift, aber sie bietet sich für uns an", stellt Wicklein fest, dass das Ratsgremium erst entscheiden muss, ob sie auch wirklich umgesetzt wird.

Gemeinde kann von Planung profitieren

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Sinnvoll wäre ihre Einführung von seinen beiden Blickwinkeln aus. Diese Planung legt nämlich fest, wo welche Gerätschaften und Einsatzkräfte in welcher Zeit verfügbar sind, beziehungsweise wo mehr oder weniger Material gebraucht wird, und ob sich über engere Zusammenarbeiten Verbesserungen erreichen lassen. "So kann die Gemeinde genau prüfen, ob sie genügend Vorkehrungen getroffen hat." Das sichert seiner Ansicht nach die Schlagkraft der Wehren und sorgt zugleich für eine Planungssicherheit der Stadt.

Auch Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger hält eine Planung des Feuerwehrbedarfs für sinnvoll ("Da weiß die Komune, was auf sie zukommt"). Eine Planung der Anschaffungen werde von den heimischen Wehren vielerorts schon lange praktiziert, mit ihrem förmlichen Vorgehen bei der Erstellung eines Konzepts müssten die Kronacher Brandschützer seiner Einschätzung nach aber die Ersten im Kreis sein.

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