LKR Kronach
Kunstprojekt

Baumstämme nehmen Formen an

Die "HolzART" im Landkreis Kronach ist angelaufen. Die zwölf beteiligten Holzbildhauer erfahren viel Unterstützung seitens der Bürger und Gemeinden.
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Verena Stuhlreiter bei der Arbeit an ihrem Werkstückprivat
Verena Stuhlreiter bei der Arbeit an ihrem Werkstückprivat
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Die ersten Tage sind immer die aufregendsten, sagt Ingo Cesaro über sein internationales Kunstprojekt "HolzART". Die Anspannung sei groß, obwohl es ja bereits Nummer 22 ist. Auch für ihn sei es immer bis zum Schluss spannend, was aus den heimischen Baumstämmen an Skulpturen entstehen wird.

Gute Arbeit hat der Stadtförster Ulrich Dautel geleistet, denn er hat die Baumstämme besorgt, die die Holzbildhauer gewünscht haben. Und dann die Mitarbeiter der Bauhöfe und Sägewerke, die nach den Wünschen der Bildhauer die Stämme aufgestellt, erhöht und abgesichert haben, damit alle in den "offenen Ateliers" loslegen konnten.

Schiefer wird einbezogen

Und erste Ergebnisse lassen sich bereits erahnen. Hardy Raub (Italien/Deutschland) sägt an der Mehrzweckhalle in Steinberg und ist von der Kronacher Straße dahin umgezogen. Eine Figur mit weichen Flächen entsteht, die er "Feminin Ellipse" betitelt. Er hat hier Geschichten erzählt bekommen, die er unbedingt in seine zweite Skulptur einarbeiten will. Zuvor war er im Schieferbergwerk in Lotharheil, um sich Schiefermaterial zu besorgen, das er in seine Skulptur mit einbeziehen möchte. Martin Teichmann hat das Material gespendet.

Jolanta Switajski (Polen/Deutschland) ist mit ihrer ersten Skulptur ziemlich weit, hat aber einen zweiten Baumstamm bei ihrer Arbeit ständig im Blick. Drei Frauenkörper sind aus einem Stamm herausgearbeitet und deutlich zu erkennen und sie meint, der Arbeitstitel könnte "Freundinnen" sein. Sie arbeitet bei Baumann-Wintergarten in Stockheim.

Judith Franke sägt im Freizeitzentrum in Steinbach am Wald, gleich hinter dem Tor. Steinbach ist das erste Mal bei "HolzART" dabei. Etwas Figürliches lässt sich jetzt schon erkennen.

In Steinwiesen neben dem Rathaus sägt Angela Hiß an Baumstämmen, die in ein Eisengestell eingebaut werden. "Rund schweigen Wälder wunderbar" betitelt sie ihre Installation. Linien werden noch eingebrannt und es liegt noch viel Arbeit vor ihr. Sie ist in Steinwiesen vor dem Rathaus zu finden.

Vor dem Flößermuseum in Marktrodach arbeitet Roger Löcherbach an drei Köpfen. Immerhin lassen sich zwei Gesichter seiner "Schwein Rabe Katz" schon erkennen. Ein dritter Kopf wird noch folgen. Allerdings bisher nur alles ganz grob. Die Feinarbeiten folgen und werden noch viel Zeit in Anspruch nehmen.

Daneben sägt Sabine Seisenbacher aus Österreich an einem "Nest". Und die Skulptur von Cristian Sergiu Ianza aus Rumänien lässt schon die Endform erkennen.

Vlad-Dan Perianu aus Bukarest arbeitet in Kleinvichtach No. 17 an einer zweiteiligen Skulptur. In Weißenbrunn an der Mehrzweckhalle sägt der dänische Bildhauer Henrik Sigensgaard an einer figürlichen Skulptur. Alles noch ein Geheimnis, denn er hat sein ursprüngliches Konzept kurzfristig geändert und die fertige Skulptur könnte deshalb auch den Titel "Geheimnis" bekommen.

Vor den Forstbetrieb Nordhalben sägt Urban Stark aus Belgien. Sein Projekt, einen "Stuhlkreis" mit acht Stühlen, betitelt er mit "Der Rat". Die Sitzflächen werden aus Schiefer sein. Schiefer ist das Gestein des Jahres 2019.

Eröffnung am Samstag

Verena Stuhlreiter aus Burghausen sägt bis zum Wochenende im Sägewerk Gebrüder Geiger in Friesen, wo sie viel Unterstützung erfährt. Sie wird dann mit der halbfertigen Skulptur zum Landratsamt in Kronach umziehen, um dort wieder ihr "offenes Atelier" aufzuschlagen. Im Moment arbeitet sie hoch oben an einem dicken Lindenstamm. Richtung figürlich mit dem Titel "Wandlung".

Markéta Váradiová aus Tschechien arbeitet im Park des Wasserschlosses in Mitwitz. Ein abstrakte Arbeit, deren grobe Endform unter dem Titel "Helix" sich schon erahnen lässt.

Schon heute lässt sich erkennen, sagt Ingo Cesaro, dass wieder eine Vielfalt von Holz-Skulpturen entstehen wird, die den Aufgang zur Festung Rosenberg verschönern werden. Die Eröffnung der Ausstellung dort findet am Samstag, 20. Juli, um 14 Uhr statt. Zu sehen werden die Exponate bis Ende Oktober.

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