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Nordhalben
Geschichte

Bau der Ködeltalsperre wurde vor 40 Jahren beendet

Siegfried Adler war am Bau der Ködeltalsperre aktiv beteiligt. Am Rande der Arbeiten hat er sein persönliches Glück gefunden. In diesem Jahr besteht die Anlage seit 40 Jahren.
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Der Bau der Ködeltalsperre wurde vor 40 Jahren beendet.
Der Bau der Ködeltalsperre wurde vor 40 Jahren beendet.
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Für Siegfried Adler war der Bau der Ködeltalsperre ein einschneidendes Erlebnis. Der aus Fischbach bei Nürnberg stammende 68-Jährige wurde 1968 von seinem Arbeitgeber, der ehemaligen Holzmann AG, in den Frankenwald zum Bau der Talsperre abkommandiert. Dass er dort eine neue Heimat finden würde, hätte er zu dem Zeitpunkt noch nicht gedacht. In Nordhalben hat er nicht nur eine Frau, sondern durch sie bis heute auch eine neue Heimat gefunden.

Für Adler war es nichts Außergewöhnliches, für längere Zeit auf Baustellen arbeiten zu müssen, die nicht in unmittelbarer Nähe seines Heimatortes liegen. Und dennoch: Der Bau der Ködeltalsperre war für ihn nicht mit Alltagsarbeit gleichzusetzen: "Das war schon beeindruckend", spricht er das imposanten Bauwerk an.

Als Schlosser war Adler in erster Linie für Reparaturen von Maschinen zuständig.
Im Laufe der Jahre kamen jedoch auch andere Aufgaben hinzu: "Ich war irgendwie ein Mädchen für alles", erinnert er sich mit einem Lächeln. "Ich habe den Kran gefahren, der auf dem Vorstand gestanden ist", nennt der 68-Jährige ein Beispiel seiner Tätigkeiten. Darüber hinaus hat er mit so genannten Bodenentleerer Lehm transportiert, der für den Bau des Hauptdammes benötigt wurde. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge, deren Anhänger quasi über eine Öffnung im Boden entleert werden konnte. "Wir mussten den Lehm in Rieblich holen - dort, wo jetzt die Wasseraufbereitungsanlage steht." Dieser wurde schließlich zur Baustelle gefahren, wo er in einer eigens aufgebauten Mischanlage aufbereitet wurde. "Da wurde dann ein Zusatz beigemischt, der den Lehm hart wie Beton gemacht hat, wenn er verdichtet wurde." Diese Mischung bildet heute noch den Kern des Hauptdammes.

Beim Bau des Hauptdammes war große Sorgfalt gefragt. "Das durfte nichts nass werden. Sobald es einen Tropfen geregnet hatte, stand die Baustelle. Es musste dann sofort alles mit Planen abgedeckt werden", erklärt Adler und geht damit auf die Konsistenz des Lehmkernes ein.

In Erinnerung ist Adler zudem der Bau des Entnahmeturmes geblieben. Nachdem zuvor der untere, konisch verlaufende Teil betoniert war, wurde der restliche Turm quasi in einem Stück betoniert: "Da wurde drei Wochen lang Tag und Nacht durchgearbeitet." Der Beton dafür kam ebenfalls aus einer eigens dafür aufgebauten Betonmischanlage. Die Verantwortlichen hatte stets auf kurze Wege geachtet, so auch bei der Versorgung der Mitarbeiter. Für diese gab es eine Kantine, die ebenso wie die Holzbaracken für die auswärtigen Arbeiter am Fuße des Ködelberges aufgebaut war.

Darüber hinaus hatten damals aber auch zahlreiche einheimische Arbeiter "gut bezahlte Arbeit" gefunden, wie Adler erklärt. Der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung war damit natürlich von Anfang an gegeben. Und auch bei Besuchen der auswärtigen Arbeiter in heimischen Lokalen wie zum Beispiel der Rodach-Perle in Steinwiesen gab es immer wieder Berührungspunkte. Bei einem der Gaststätte Ködelberg lernte Adler 1969 seine aus Nordhalben stammende Frau kennen, die er später heiratete.

Weniger erfreulich war ein Ereignis, das einem Bauarbeiter das Leben kostete. "Es war in der Nacht vom 3. auf 4. Dezember", sagt Adler. An das Jahr kann er sich nicht mehr genau erinnern. "Es war '69 oder '70." Den Tag weiß er noch deshalb ganz genau, weil es sich am 4. Dezember um den Barbaratag handelt - und die heilige Barbara Schutzpatronin der Bergleute ist und damit eines Arbeitstrupps war, der für den Bau der Stollen der Talsperre zuständig war. "Damals hat sich ein Felsbrocken gelöst und hat einen Mann zerquetscht. Wir haben davon erst am nächsten Morgen erfahren und waren geschockt. Auch wenn der Mann bei einer anderen Firme gearbeitet hat, man hat sich doch verbunden gefühlt", erklärt Adler, der bis 2005 noch für die Holzmann AG tätig war und etliche andere Großbaustellen miterlebte. Dies war jedoch gleichbedeutend mit einer Wochenend-Beziehung, die er fortan mit seiner Frau führte. Dabei ist Nordhalben aber immer seine Heimat geblieben.

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