Fischbach
Obst

Bald beginnt in Fischbach das große Pressen

Ab 31. August werden in der Obstkelterei in Fischbach wieder eigene Äpfel zu naturtrübem Saft verarbeitet. Termine können ab sofort vereinbart werden.
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Wichtig: Bei der Anlieferung dürfen die Äpfel nicht verschmutzt oder faul sein. Heike Schülein
Wichtig: Bei der Anlieferung dürfen die Äpfel nicht verschmutzt oder faul sein. Heike Schülein
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In den Frühgebieten am Bodensee und am Main beginnt in den nächsten Tagen die Apfelernte 2019 und auch in den heimischen Gärten fallen bereits die ersten Äpfel zu Boden. Aus diesem Grund öffnet auch die Kelterei des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Fischbach e.V. mit seinen motivierten Mitgliedern ab dem 31. August wieder ihre Türen.

"Bereits jetzt gab es viele Anfragen, auch bezüglich der Reife der Äpfel und dem richtigen Erntezeitpunkt", so OGV-Vorsitzender Matthias Fischer. "Der richtige Zeitpunkt", erklärt Fischer, "ist abhängig von der Apfelsorte und dem Standort. Allein in Deutschland finden sich an die 2000 Sorten und Varietäten."

Am einfachsten ist es, seinen Apfelbaum ein wenig zu beobachten. Fallen die ersten Früchte vom Baum, so sollten auch die anderen Äpfel reif sein. Um dies festzustellen, gibt es den Knick-Test. Dafür nimmt man einen noch am Baum hängenden Apfel und dreht diesen um etwa 90 Grad zur Seite. Lässt er sich so leicht pflücken, sollte er auch reif sein.

Die sicherste Methode, den Reifegrad seiner Äpfel zu erfahren, ist es, den Apfel aufzuschneiden und sich die Kerne anzusehen. Sind diese dunkelbraun, ist der Apfel ausgereift. Sind sie noch hellbraun oder gar weiß, sollte man sich bei der Ernte noch etwas gedulden.

Beutel mit Zapfhahn

Auch in diesem Jahr können die Kunden ihren Apfelsaft in die nun schon wohlbekannte "Bag-In-Box"-Verpackungsvariante abfüllen lassen. Diese bietet viele Vorteile. Der Beutel und dessen Zapfhahn ermöglichen, dass auch nach Anbruch keine Luft an den Saft gelangt. Dadurch wird eine Haltbarkeit von bis zu drei Monaten ohne Kühlung bei gleichbleibender Qualität erreicht. Der Beutel ist lebensmittelecht und ohne Weichmacher produziert und eignet sich somit zur Heißabfüllung. Der Karton wiederum gibt dem Produkt Formstabilität, schützt den Inhalt vor mechanischen Einflüssen und Lichteinfall und kann in den Folgejahren immer wieder verwendet werden.

Aber natürlich kann auch weiterhin in gut gereinigte 1-Liter- und 0,75 Liter-Glasflaschen mit standardisiertem kleinen Schraubverschluss abgefüllt werden. Flaschen, die dieser Norm nicht entsprechen, können leider nicht befüllt werden, da die Anlage hierfür nicht ausgelegt ist.

Bei der Anlieferung der Äpfel ist darauf zu achten, dass diese nicht durch Erde, Gras oder Laub verschmutzt oder gar faul sind. Auch dürfen die angelieferten Äpfel die angemeldete Menge um nicht mehr als 50 Kilogramm überschreiten. "Verschmutztes oder zu viel angeliefertes Obst hat in der Vergangenheit oft zu Mehraufwand und Zeitverzug geführt, sodass anschließende Kunden erhöhte Wartezeiten in Kauf nehmen mussten", bedauert der Vorsitzende.

Termine vereinbaren

Der Obst- und Gartenbauverein Fischbach freut sich auf seine Kunden und die neue Saison. Termine können ab sofort unter 09261/51899 vereinbart werden.

Ursprünglich war die Kelterei nur für ihre Mitglieder gedacht und so wurden nach dem Bau eines Keltereigebäudes 1987 eine Zerkleinerungsmühle sowie ein Gerät, eine Art Schnellkochtopf mit 6 KW Leistung zum Pasteurisieren erworben. Nach einer kleinen, aber feinen Einweihungsfeier der Obstpresse gab es im Herbst allerdings eine schlechte Nachricht für die Obstler: Es gab schlicht und ergreifend keine Äpfel. Dafür aber 1988 umso mehr. Hier konnten 20 Tonnen Obst der Mitglieder zu Saft verarbeitet werden.

Um der jetzt schon großen Nachfrage gerecht zu werden, wurde bereits 1989 zur Kapazitätssteigerung eine Abfüllanlage angeschafft und zudem ein gasbefeuerter Kessel mit Durchlauferhitzer-Spirale. Schnell hatte sich die Obstpresse im Landkreis Kronach herumgesprochen und wurde somit auch für Nicht-Mitglieder geöffnet.

Um nun weiterhin effektiv arbeiten zu können, wurde 1994/95 das Keltereigebäude erweitert, um Platz für einen Geräte- und einen Vorbereitungsraum zu schaffen. Viele ehrenamtliche Helfer waren wieder dabei, um diesen Anbau zu ermöglichen. Auch örtliche Baufirmen halfen dem Verein, die Kosten niedrig zu halten.

Durch den Erwerb einer Zentrifuge im Jahr 1998 wurde das Saftfiltern wesentlich erleichtert und verbessert. Der einzige Nachteil dabei ist die enorme Lärmbelästigung für die Presser. So schaffte man 2003 eine moderne Bandpresse an.

2010 wurden eine Pasteurisier- und eine Abfüllanlage installiert. Letztere ermöglicht das zeitgleiche Abfüllen von sechs Glasflaschen und - seitdem neu - eines 5-Liter-Beutels zur "Bag in Box". Hierdurch ergibt sich eine extreme Zeitersparnis für Arbeiter und Kunden.

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