Küps
Straßenbau

B 173 bei Küps: Eine Zeit der Weichenstellungen

Für den Ausbau der Bundesstraße 173 im Bereich Küps gibt es konkrete Ideen. Nun muss die Finanzierung geregelt werden.
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Die Bundesstraße 173 bleibt auf allen politischen Ebenen auf dem Tisch. Vor allem der Ausbau bei und in Küps ist weiterhin ein heißes Thema. Foto: Archiv/Marco Meißner
Die Bundesstraße 173 bleibt auf allen politischen Ebenen auf dem Tisch. Vor allem der Ausbau bei und in Küps ist weiterhin ein heißes Thema. Foto: Archiv/Marco Meißner
MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) ist mit der aktuellen Entwicklung rund um den Ausbau der Bundesstraße 173 und die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Küps zufrieden. "Der Marktgemeinderat Küps hat sich auf eine Idee festgelegt", stellt er fest. Näher kann er auf die Entscheidung des Gremiums nicht eingehen, da diese in nichtöffentlicher Sitzung erfolgt ist. Doch er sieht in der jetzigen Entscheidung der Ratsmitglieder auch ein Ergebnis des jüngsten Gesprächs zwischen den Gemeindevertretern, Staatssekretär Gerhard Eck (CSU), Behördenvertretern, Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach (CSU) und ihm.

"Nachdem der Freistaat Bayern eine ,Entwurfsplanung‘ gemacht hat, war es uns Abgeordneten und dem Bauamt wichtig, die Ideen mit den Küpsern zu bereden", unterstreicht er eine Lösung "nicht gegen die Menschen in Küps" umsetzen zu wollen. Ein vernünftiges Konzept muss aus seiner Sicht zwei Vorgaben erfüllen: Es muss den Landkreis gut ans Fernstraßennetz anbinden, darf aber gleichzeitig kein Nadelöhr in Küps schaffen.
Der dortige Bürgermeister Bernd Rebhan (CSU) wollte auf Anfrage keine näheren Details mitteilen. "Jetzt muss geklärt werden, ob es eine Finanzierung für das Konzept durch das Bundesfinanzministerium gibt", stellte er fest. Die schönste Idee helfe nicht, wenn sie mangels einer Finanzierung nie gebaut werden könne. Er habe sich schriftlich an Staatssekretär Gerhard Eck gewendet, der sich bislang schon stark eingebracht und seine weitere Unterstützung zugesagt habe. Auch der zuständige Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner, der sehr engagiert in dieser Angelegenheit agiere, sei natürlich unterrichtet und gebeten worden, sich für die Lösung einzusetzen. Frühzeitig wolle Rebhan alle Betroffenen einbinden, wenn vom Bundesverkehrsministerium grünes Licht gegeben werde. "Dann erst können wir in die konkrete Planung einsteigen."

Neben der grundsätzlichen Zustimmung des Küpser Ratsgremiums für eine konkrete Idee steht dieser Tage noch eine weitere wegweisende Entscheidung für das Projekt vor der Tür. "Am 17. Juli entscheidet der Verwaltungsgerichtshof München", geht Bernd Rebhan auf die Klagen gegen die so genannte Lerchenhoftrasse ein. Der weitere vierstreifige Ausbau der B 173 von Kronach-Neuses bis kurz vor Küps und die Weiterführung von der B 173 nördlich von Küps zur B 303 bei Schmölz hängt von der verwaltungsgerichtlichen Entscheidung ab. Ein weiteres Teilstück des Gesamtvorhabens der B 173, gegen das noch geklagt wird, ist der Bereich der Ortsumgehung Hochstadt. Baumgärtner geht davon aus, dass kurz nach der Lerchenhof-Entscheidung auch über diese Klage befunden wird.


Vier Knackpunkte in Küps

Doch wie ist der Sachstand für den Ausbau bisher? Die Ortsumgehungen von Trieb und Zettlitz sind laut Baumgärtner ebenso auf einem guten Weg wie der Ausbau bis vor die Tore von Oberlangenstadt. In Küps stößt die Planung zurzeit auf vier Problembereiche. Baumgärtner nennt für alle vier Abschnitte Lösungsvorschläge.

Das erste Hindernis besteht am nördlichen Ortseingang auf Höhe der Bratwurstbude. "Wir könnten dort weit vorher mit einem Rechtsabbieger beginnen", erklärt er. Er sei aber auch für andere Vorschläge weiterhin aufgeschlossen.

An der zentralen Kreuzung in der Ortsmitte schwebt dem Abgeordneten weiter eine so genannte niederländische Brücke vor, welche die Bundesstraße unter der Kreisstraße hindurchführen würde. Bei der Rewe-Kreuzung ein Kreisverkehr und an der Abzweigung Ebneth eine Kreisel- oder Brückenlösung könnten seiner Auffassung die weiteren Problembereiche entschärfen.

Auch in Sachen Finanzierung macht sich der Abgeordnete Gedanken. "Bis zu den Toren Oberlangenstadts sind wir finanziert", geht er auf einen Bundesverkehrswegeplan ein, der "eine ganz andere Qualität als frühere Bundesverkehrswegepläne hat". Für die Ortsdurchfahrt von Küps werde weiterhin gut diskutiert, wie eine Lösung aussehen könnte. Auch für diesen Bereich sieht er den Bund zumindest mit in der Verantwortung. "Seit 45 Jahren geht es darum, einen Wirtschaftsraum anzuschließen", begründet er diese Ansicht. Abermillionen Euro seien den Unternehmen in der Region dadurch entgangen, dass sich nichts getan habe. Aber Baumgärtner ist auch in dieser Hinsicht überzeugt: "Es wird eine gute Lösung geben!"
Das erhofft sich auch der heimische Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach (CSU). Er bestätigt, dass sich der Bund beim Straßenausbau in der Region in einer Bringschuld befindet. Der möchte man seiner Aussage zufolge auch nachkommen. "Der Bund will!", betont er, dass die Projekte in der Dringlichkeitsstufe durchfinanziert seien und auch für andere wichtige Maßnahmen - wie eben die Küpser Ortsdurchfahrt - an die Geldtöpfe gegangen werde. Für solche Fälle gebe es Pauschalmittel und das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG), um die Projekte zu unterstützen.

Aber derzeit bestehe vor der Bringschuld erst noch eine Holschuld, so Michelbach. Vor Ort müssten die Weichen gestellt werden, damit Pläne auch umgesetzt werden können. "Das Problem ist, dass wir in einigen Dingen kein Baurecht haben, weil geklagt wird", erklärt der Abgeordnete. Andernorts gebe es viel weniger Reibungsverluste, weshalb das Projekt "B 173" sogar schon von Vorhaben überholt werde, die nicht einmal als dringlich eingestuft seien. Als Beispiel nennt er den Ausbau der B 303 bei Oberelldorf nahe Seßlach.

"Wir sehen, dass der Bund - wenn Baurecht besteht - weiter an die Geldtöpfe herangeht", versichert der Abgeordnete. "Denn der Bund steht voll hinter der Anbindung des Wirtschaftsraums Kronach."
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