Ludwigsstadt
Jubiläum

Ausstellung zeigt markante Meilensteine der Stadtgeschichte Ludwigsstadts

"750 Jahre - Streiflichter der Geschichte der Stadt Ludwigsstadt" sind seit Montag in einer Sonderausstellung im Erdgeschoss des Rathauses zu sehen.
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Tafeln der Sonderausstellung "750 Jahre - Streiflichter der Geschichte der Stadt Ludwigsstadt"Heike Schülein
Tafeln der Sonderausstellung "750 Jahre - Streiflichter der Geschichte der Stadt Ludwigsstadt"Heike Schülein
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Das beeindruckende Werk des Malers Nicolaus Heußler aus dem Jahr 1678 "begrüßt" die interessierten Besucher der Ausstellung "750 Jahre - Streiflichter der Geschichte der Stadt Ludwigsstadt", die seit Montag im Erdgeschoss des Rathauses zu sehen ist. Die außergewöhnliche Bild-Landkarte, die einst von der Regierung in Bayreuth aufgrund von Streitigkeiten um den Pass zu Teuschnitz angeordnet wurde, stellt nur einen Höhepunkt einer spannenden Zeitreise in die so wechselvolle Stadtgeschichte dar.

14 Schautafeln

750 Jahre Ludwigsstadt - das sind 750 Jahre voller historischer Ereignisse, die die Stadt bis heute geprägt haben. Die markantesten Begebenheiten und Entwicklungen der Stadthistorie zeigen 14 Schautafeln, die der Kreisheimatpfleger und Stadtarchivar Siegfried Scheidig mit der Geologisch-Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft (GHAG) konzipiert hat. Dabei handelt es sich tatsächlich nur um Streiflichter. "Wir hätten 20 weitere Tafeln gestalten können", verriet er, noch über viel weiteres "hochinteressantes" Material zu verfügen. Die Sonder-Ausstellung sei zunächst nicht geplant gewesen. Vielmehr sei der Gedanke hierfür erst mit der Zeit, sprich: im Laufe der Vorbereitung des Jubiläumsprogrammes, gereift.

Unter den ausgestellten Schätzen, insbesondere historische Fotos, Urkunden, Siegel, Beglaubigungen, Zeichnungen, Akten und Karten, finden sich auch viele Raritäten. Hierzu zählt die aufschlussreiche Landkarte aus dem Jahr 1678 mit ihrer zunächst etwas ungewohnt erscheinenden Wiedergabe von Westen nach Osten.

Ein weiteres Highlight ist die kolorierte Zeichnung der Ludwigsstädter Saigerhütte des Nürnberger Kartographen Paul Pfinzing aus dem Jahr 1588, wobei es sich um die einzige Darstellung einer kompletten Saigerhütte des 16. Jahrhunderts in Deutschland handelt. Eindrucksvolle Bilder der Stadtgeschichte vermitteln ferner die älteste kartografische Darstellung der Gegend um Ludwigsstadt aus dem Jahr 1596, die Urkunde mit der ersten Erwähnung Ludwigsstadts, die Uraufnahme der bayerischen Flurkarte 1853 oder die Erteilung des Ludwigsstädter Braurechts auf der Stadterhebungsurkunde Gräfenthals 1412. Weitere Tafeln sind den Privilegien der Stadt gewidmet, die sie 1525 nach einem Aufstand gegen ihren Herrn Friedrich von Thüna verlor und erst 428 Jahre später zurückerhielt. Andere Tafeln zeigen die das Stadtbild vom 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts prägende Montangeschichte, historische Handels- und Verkehrswege, Ludwigsstadt im 14. Jahrhundert, Rodung und Besiedelung im 11./12. Jahrhundert sowie Ludwigsstadt als Industriestandort. Zu sehen ist ferner ein Überblick über die Ortsnamen, Wappen und Siegel Ludwigsstadts im Wandel der Jahrhunderte.

Lob für die Ausstellung

Hier hatte Bürgermeister Timo Ehrhardt etwas zu kritisieren: Seiner Meinung nach fehlen bei der Auflistung die umgangssprachlichen Bezeichnungen der Ortsnamen. "Dieser Malus müsste noch beseitigt werden", sagte er schmunzelnd bei der Begrüßung der Ausstellungsbesucher. "Ihr habt euch wieder selbst übertroffen", würdigte er das Engagement des Kreisheimatpflegers wie auch der weiteren GHAG-Mitglieder Heinrich Zschach und Martin Weber sowie von Manja Hünlein, die für die Umsetzung der Ausstellung verantwortlich zeichnet.hs

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