Nordhalben
Advent

Ausgleich für die Seele in Nordhalben

Beim festlichen Frankenwald-Advent war die illuminierte Pfarrkirche St. Bartholomäus in Nordhalben voll besetzt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Der Chor GemeinSangkeit (vorn), die Musikkapelle Nordhalben und der ATSV-Spielmannszug (hinten) gestalteten zusammen mit weiteren heimischen Mitwirkenden den Frankenwald-Advent in der katholischen Pfarrkirche von Nordhalben.Norbert Neugebauer
Der Chor GemeinSangkeit (vorn), die Musikkapelle Nordhalben und der ATSV-Spielmannszug (hinten) gestalteten zusammen mit weiteren heimischen Mitwirkenden den Frankenwald-Advent in der katholischen Pfarrkirche von Nordhalben.Norbert Neugebauer
+16 Bilder

Einen festlichen und farbenfrohen Frankenwald-Advent feierten rund 340 Gäste auf Einladung des Frankenwaldvereins (FWV) in der bis zum letzten verfügbaren Stuhl gefüllten St.-Bartholomäus-Kirche in Nordhalben.

Die Ortsgruppe Nordhalben als Ausrichter hatte zusammen mit örtlichen Musikgruppen, Vortragenden, Lichtspezialisten und der katholischen Pfarrgemeinde ein anderthalbstündiges Programm geboten, das auch bei den vielen auswärtigen Besuchern bestens ankam.

Als besondere Attraktion war die Kirche mit wechselnden Farbstimmungen angestrahlt. Das Lichtspiel wurde auch im Kircheninneren fortgesetzt. Insgesamt gestalteten 90 Mitwirkende von "9 bis 90 Jahren" das Programm. Gesamtkonzept und Organisation lagen in den Händen von Obmann Michael Wolf.

Ein Gegenpol

Zweiter Hauptvereinsvorsitzender Josef Daum, selbst Nordhalbener, bedankte sich bei den Verantwortlichen und Mitwirkenden. Mit seinem Engagement schaffe der Frankenwaldverein einen Gegenpol für die zunehmende Hektik des Berufs- und Alltagslebens, das zunehmend zu psychischen Problemen der Menschen führe, sagte er nachdenklich. Der Frankenwald-Advent sei ein solcher Moment des seelischen Ausgleichs und der Begegnung.

Vor und nach dem Programm im Gotteshaus nahmen zahlreiche Gäste das Angebot an, sich bei heißen und kalten Getränken sowie einem kleinen Imbiss im Vorhof zu stärken und gemeinsam auf die Weihnachtszeit einzustimmen.

Gänsehauteffekt

Mit Kirchenorganist Udo Simon, den Chören GemeinSangkeit (Leitung Ilona Ruf) und dem Gesangvereins "Cäcilia" (Leitung Horst Wunder), dem ATSV-Spielmannszug (Leitung Helmut Beetz) und der Musikkapelle Nordhalben (Leitung Dorothea und Heiko Dietrich) sowie Hans Blinzler mit Wortbeiträgen bereiteten ausschließlich einheimische Mitwirkende den Gästen ein hörens- und sehenswertes Erlebnis. Für die Illumination sorgten Timmy Reinel Eventmanagement (Außenbeleuchtung) sowie Udo und Noah Simon (Inneneffekte). Nach dem meditativen Bach'schen Orgelintro "Nun kommt der Heiden Heiland" sorgte Solistin Ilona Ruf im Chor GemeinSangkeit für "Das erste Licht". "Es wird jeder wissen, für wen er sich erwärmt, für wen er brennt", schloss Hans Blinzler sein Zwiegespräch zwischen Zündholz und Kerze, dem dann ein Ausschnitt aus dem "Evangelium auf Fränkisch" und humoristische Mundarttexte folgten. Von der "staden Zeit" steigerte sich der Spielmannszug zum "Little Drummerboy" mit Gänsehauteffekt. Die frohe Kunde von der "guten nahen Zeit" mit dem baldigen Erscheinen des Weltenkönigs erklang aus den Kehlen des Gesangvereins "Cäcilia" von der Empore herab. Simons wuchtige "Toccata d-moll" auf der Riegerorgel ließ den nur mit Sternenflimmer erleuchteten Kirchenraum vibrieren.

Mit einer gelungenen Interpretation von Leonard Cohens "Hallelujah" setzte die Musikkapelle ein nächstes Highlight und mit "Choral an Rock-Out" (einschließlich Schlagzeug-Solo!) den fulminanten Schlussakkord der Einzeldarbietungen. Nicht minder beeindruckend war die Chorleistung von GemeinSangkeit mit gefühlvollen moderneren Liedern, bei der vier Nachwuchssänger im Grundschulalter erstmals vor großem Publikum sangen.

Gemeinsames Finale

Wie vorab gewünscht, applaudierten die Gäste erst am Ende der Vorträge - dies jedoch verdientermaßen als "Standing Ovations"! Zum Finale sangen und spielten alle Akteure gemeinsam mit dem Auditorium unter dem Dirigentenstab von Michael Wolf das traditionelle "Macht hoch die Tür". Doch damit endete der Frankenwald-Advent noch nicht: "Für mich war das großartige ,Dona Nobis Pacem' der emotionale Höhepunkt", schwärmte Auguste Schwarz, die als treues Mitglied der gastgebenden Ortsgruppe aus Lichtenfels gekommen war. Der erneut von allen Mitwirkenden gemeinsam intonierte Zugabe-Kanon ging vielen Besuchern ins Innerste und sorgte auch für feuchte Augen.

Nach dem kürzlichen Gemeinschaftskonzert der Nordhalbener Musikkörper (wir berichteten) war dies auch ein erneuter Leistungsbeweis und Beleg des Zusammenhalts der Nordhalbener Vereine und Organisationen im ausgerufenen "Jahr des Ehrenamts". Die katholische Pfarrkirche bleibt als adventlicher Lichtblick noch bis Sonntag abendlich beleuchtet.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren