Kronach
Theater

Auf der Suche nach Rubine Hut

Ein schönes Ereignis für die Familie war das Weihnachtstheaterstück der Schulspielgruppe der RS II. In vier Aufführungen begaben sich die bestens aufgelegten Darsteller auf die Suche nach Rubine Hut. Das Publikum war begeistert.
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Zwei hausierende Gnome wittern gute Geschäfte. Foto: Heike Schülein
Zwei hausierende Gnome wittern gute Geschäfte. Foto: Heike Schülein
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Zwischen den Elfen und Trollen tobt ein erbitterter Krieg. Verantwortlich dafür ist die bitterböse Zauberin Zibilla Zappenduster. Sie entführte einst die neugeborene Tochter des Elfenkönigs Smaragdus und der Elfenkönigin Amethysia, Rubine und schob die gemeine Tat den Trollen in Schuhe. Dem furchtbaren Kampf will Prinz Kupfergold, Sohn des Trollkönigs Bronzebart, eine Ende setzen. Hierfür begibt er sich mit seinem getreuen, aber etwas dümmlichen Knappen Silbereisen auf die Suche nach dem Mädchen, um die Unschuld seiner Untertanen zu beweisen und die wahren Täter zu entlarven.

Schneemänner kommen Troll-Prinzen in die Quere

Die pubertierende Elfen-Prinzessin ist indes ihrer ungeliebten Ziehmutter entwischt, um mit ihrer Zofe Saphira auf eigene Faust einen Streifzug durch die Wälder zu unternehmen. Zibilla schickt ihre nicht gerade mit einem hohen IQ gesegneten Schneemänner "Eis", "Frost" und "Beule" hinterher. Das sind aber nicht die einzigen, die dem Troll-Prinz in der Quere kommen; gibt es da auch noch eine Gruppe von Tieren, denen die garstige Zauberin Böses angetan hat, und zwei äußerst geschäftstüchtige Gnome. Was für ein Wirrwarr und was für ein köstlicher Spaß für das Publikum, das aus dem Lachen gar nicht mehr herauskam.

"Ich wünsche ihnen Menschen um sich herum, so wie ich sie habe!" Die Liste der Beteiligten, bei denen sich Schulspielgruppen-Leiter Thomas Hauptmann eingangs für ihre unverzichtbare Unterstützung und Hilfe bedankte, war lang. Der größte Dank aber gebühre seinen Akteuren, die, nachdem ihr Auftritt bei "1000 Herzen für das Rodachtal" gerade einmal drei Wochen zurücklag, in eben dieser kurzen Zeitspanne nun das neue Stück einstudierten. "Eine Leistung, die selbst mancher Profi so sicherlich nicht hinbekommen hätte", zog er seinen imaginären Hut. Seine Darsteller-Riege bestand dabei aber keineswegs nur aus Mitgliedern der Schulspielgruppe der Siegmund-Loewe-Realschule.

Rollen doppelt besetzt

Auch Kindergarten-Kinder, Schüler anderer Schulen, Erwachsene und weitere Theaterbegeisterte hatten sich dazugesellt. So konnten die vielen Rollen erneut doppelt besetzt werden. "Einem hat er natürlich wieder nicht gedankt, nämlich sich selbst", tadelte Lukas Birnstiel, der dieses "Versäumnis" dann namens aller Mitwirkenden unter donnerndem Applaus nachholte. Hauptmann habe "schier Unmenschliches" geleistet, um auch heuer wieder im fünften Jahr in Folge ein Weihnachtsstück präsentieren zu können.

Man mag Lukas, der in der Aufführung als Hirsch ohne Geweih zu sehen war, recht geben, denn das "Jubiläums"-Theater "Rubine Hut und Prinz Kupfergold" in der zauberhaft dekorierten Kühnlenzpassage toppte noch einmal die ebenfalls ganz wunderbaren Aufführungen der Vorjahre: "Das Weihnachtsbild oder Wie Lucas Cranach wirklich Maler wurde", "Die Streichholzfee und die magische Spielzeugkiste", "Der Weihnachtsdrache Wendelin oder drachenstarke Weihnachten" sowie im vergangenen Jahr "Notruf für den Teddydoktor".

Gespickt mit unzähligen kuriosen Einfällen und skurrilen Gags schickte Thomas Hauptmann seine von ansteckender Spielfreude nur so strotzende Truppe dieses Mal auf eine aberwitzige Suche nach der ausgebüxten Elfen-Prinzessin.

Märchenhafte Kulisse

Vor einer märchenhaft winterlichen in ein tiefblaues Licht getauchten Bühnenkulisse treffen im Wald die seltsamsten Figuren aufeinander. Neben den Gefolgsschneemännern der Zauberin "Eis", "Frost" und "Beule" sind da noch einige Tiere, denen Zibilla ihrer sie ausmachenden Eigenschaften beraubt hatte - so unter anderem ein Hirsch ohne Geweih, eine Eule ohne Sehkraft, ein Wolf ohne Mut, ein Fuchs ohne Verstand, ein Hase ohne Schwänzchen: Sie alle erzählen von ihrem Leid und wittern doch gleichzeitig die Chance, wieder zu ihrem "normalen" Leben zurückzufinden.

Als ob der tierische Trupp nicht reichen würde, streichen auch noch hausierende Gnome durch den Wald, um dort ihre Geschäftsideen an den Mann zu bringen. Das bunte Durcheinander - Kleidertausch und Verwechslungen inklusive - ließ die Lachmuskeln des teilweise vor Lachen über die Sitze hängenden Publikums bis zum "gnadenlosen" Showdown nicht nur Ruhe kommen. Fazit: Tolle Regieleistung, wunderbare Akteure, pralles Theater mit Herz und eine sehr stimmungsvoll in Szene gesetzte Botschaft: "Aus großer Kraft erwächst große Verantwortung!"

Am Ende gab es völlig verdient lang anhaltenden Applaus der restlos begeisterten Besucher für diese hinreißende Theaterstunde, die viele noch im kleinen Theatercafé der Klasse 10A mit einem warmen Glühwein ausklingen ließen.

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