Haig
Gemüse

Auch in Haig werden die Zwerge unter den Kohlköpfen geerntet

Frisches Gemüse aus heimischem Anbau gibt es auch im Winter. Wenn es draußen richtig kalt wird, entfaltet der zarte Rosenkohl sein feines Aroma.
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Rosa Zehnter erntet in Haig auch bei Minusgraden den Rosenkohl aus dem eigenen Garten.  Fotos: Marco Meißner
Rosa Zehnter erntet in Haig auch bei Minusgraden den Rosenkohl aus dem eigenen Garten. Fotos: Marco Meißner
Im Winter gibt es nichts zu ernten? Von wegen! Es gibt Gemüsesorten, die schmecken erst jetzt so richtig gut. Zu diesen Spezialitäten gehört der Rosenkohl - unser Gemüse des Monats im Februar. Bis Dezember stellen wir in unserer Zeitung jeden Monat eine besondere Gemüsepflanze vor. Neben Wissenswertem zu den Inhaltsstoffen geben wir Tipps für den Anbau im eigenen Garten und zur Verwendung in der Küche.

"Rosenkohl liebt den Winter", sagt Jupp Schröder, Experte der Mediengruppe Oberfranken für alles, was mit dem Garten und frischem Gemüse aus eigenem Anbau zu tun hat. Die Minikohlköpfe vertragen nicht nur Kälte, sie brauchen sie sogar, um ihr feines Aroma zu entwickeln. Durch niedrige Temperaturen im Minusbereich wird nämlich Stärke in Zucker umgewandelt, gleichzeitig gehen Bitterstoffe verloren. Jupp Schröder singt ein Loblied auf die zarten Früchte des Kohlgewächses, und das nicht nur, weil sie ihm persönlich gut schmecken: "Rosenkohl, der jetzt auf dem Markt angeboten wird oder im Garten steht, ist besonders gesund! Er enthält besonders viele Mineralstoffe und Vitamine.

Auch für Hobbygärtner ist der Rosenkohl eine sehr interessante Pflanze, die sich vergleichsweise einfach ziehen lässt und obendrein interessant aussieht. An einem stabilen Stängel, der 50 bis 70 Zentimeter hoch wird, bilden sich spiralförmig aufsteigend dicht an dicht die Knospen (Blattröschen) mit einem Durchmesser von einem bis fünf Zentimetern.

Wie schmackhaft Gerichte mit heimischem und saisonalem Gemüse sein können, wissen auch Irmgard Zehnter und Kreisbäuerin Rosa Zehnter. Sie hegen und pflegen in ihrem Garten in Haig die Leckerbissen, auch den Rosenkohl. "In der Regel nutzen wir ihn als Beilage", erzählt Rosa Zehnter, während sie mit dem Messer einige Knospen abtrennt. Vor allem zu Klößen und Braten schmecke das Gemüse. "Besonders zu Wild oder Sauerbraten ist's gut", ergänzt Irmgard Zehnter, die sich mit viel Herzblut um den Garten kümmert. Sie erklärt auch, dass es beim Rosenkohl verschiedene Sorten gibt. Späte wie die Abunda oder mittelfrühe wie die Bredora.


Ein Frage des Bodens

Rosa Zehnter hat einen weiteren Tipp zum Anbau. Der Rosenkohl brauche viele Nährstoffe. "In sandigem Boden geht er deshalb nicht so gut auf", stellt sie fest. Und Irmgard Zehnter rät beim Garen zu einem Kreuzschnitt ins Röschen. Das sorge dafür, dass es gleichmäßig gart.

Jupp Schröder ist es ein großes Anliegen, mehr Vielfalt in die Gemüsegärten zu bringen.Deshalb unterstützt er unseren Versuch mit seinem Fachwissen. "Viele robuste, wohlschmeckende und sehr gesunde Gemüsearten sind leider in Vergessenheit geraten", bedauert Schröder. "Wer kennt denn noch Steckrüben und Dicke Bohnen, die früher zu den Hauptnahrungsmitteln zählten? Mit zunehmendem Wohlstand waren sie als Arme-Leute-Essen verpönt." Erfreulich sei, dass viele alte Gemüsearten jetzt wieder neu entdeckt werden. "Im Garten steht man doch nicht unter Produktionszwang. Da können wir es uns leisten, wieder mehr Versuche zu starten. Obendrein sind die altbewährten Sorten meist recht robust und nicht so anfällig für Krankheiten."

Und wie genießt man die feinen Röschen? Roh sind sie ungenießbar. Vor dem Garen werden die äußeren zwei bis drei Blätter und der Stielansatz entfernt. Jupp Schröder mag eine schlichte Zubereitung: in Salzwasser gedünstet und mit Butter oder Sahne angerichtet. Wer etwas experimentierfreudiger ist, sollte sich einmal an unser Rezept auf dieser Seite wagen - ein Gericht, das Magen und Seele wärmt.
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