Kronach
Werkausschuss

Auch Friedhofsgebühren werden neu kalkuliert

Der Werkausschuss befasste sich unter anderem mit einer moderaten Erhöhung der Wasser- und Abwasserversorgungsgebühren sowie mit dem Bestattungswesen.
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Die Stadt Kronach bietet auf ihren Friedhöfen mehrere Bestattungsmöglichkeiten und pflegt die Friedhöfe damit Verstorbene eine würdevolle letzte Ruhestätte finden, wie hier in Glosberg. Dazu bietet man moderate Tarife für die Nutzung der Bestattungseinrichtungen.Foto: K.-H. Hofmann
Die Stadt Kronach bietet auf ihren Friedhöfen mehrere Bestattungsmöglichkeiten und pflegt die Friedhöfe damit Verstorbene eine würdevolle letzte Ruhestätte finden, wie hier in Glosberg. Dazu bietet man moderate Tarife für die Nutzung der Bestattungseinrichtungen.Foto: K.-H. Hofmann
Das Bestattungswesen wurde einer neuen Kalkulation unterzogen - die Gebühren müssen angehoben werden. Von Anfang an waren sich Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und die Räte einig, dass man die Preisanpassungen moderat gestalten und familienfreundliche Tarife einfließen lassen wolle. Klar sei aber auch, dass man kostendeckend kalkulieren müsse, ergänzte der stellvertretende Werkleiter Jochen Löffler, der die verschiedenen Kalkulationen erörterte.
Für die Bereiche Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung werden seit 2006 kostendeckende Gebühren festgesetzt. Die Ergebnisse der Nachkalkulation zeigen, dass die geplante vollständige Kostendeckung im Kalkulationszeitraum 2014 bis 2017 sowohl im Bereich Wasserversorgung als auch im Bereich Abwasserbeseitigung nicht erreicht wurde.
Löffler schlug seitens der Verwaltung dem Gremium die neuen Tarife vor. Demnach werden die Grundgebühr für Wasserversorgung von 36 Euro auf 60 Euro und die Verbrauchsgebühr von 2,27 Euro auf 2,30 Euro angehoben und für die Abwasserbeseitigung die Grundgebühr ebenfalls von 36 Euro auf 60 Euro angepasst, wonach für die Verbrauchsgebühr eine moderate Erhöhung von 1,85 Euro auf 2,10 Euro ermöglicht wird. Diese Beträge wurden akzeptiert und das Gremium empfiehlt dem Stadtrat von Kronach die 16. Satzung zur Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Wasserabgabesatzung wie auch die 11. Satzung zur Änderung der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung in der vorgelegten Form zu beschließen.
Bezogen auf einen durchschnittlichen Jahreswasserverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts (circa 175 Kubikmeter per anno) resultiert aus der erforderlichen Gebührenanpassung eine moderate Mehrbelastung in Höhe von circa 31 Euro im Jahr beziehungsweise 2,60 Euro Mehrbelastung im Monat, verdeutlichte der stellvertretende Werkleiter. Auch bei der Abwasserbeseitigung habe man moderate Erhöhungen, diese bedeuten bei dem oben errechneten Wasserverbrauch von 175 Kubikmeter im Jahr eine Mehrbelastung für einen Vier-Personen-Haushalt von 68 Euro per Jahr beziehungsweise 5,65 Euro im Monat.
Löffler wies auf das Problem hin, dass man weniger Wasser verbrauche, aber die Kosten trotzdem steigen, diesen Spagat gilt es bei der Kalkulation zu meistern. Zwar habe man für die Wasserversorgung unverändert 840 000 Kubikmeter ansetzen können, doch das Abwasser sinkt von 880 000 Kubikmeter auf 853 000 Kubikmeter.
Unabhängig davon wurden im Kalkulationszeitraum 2018 bis 2021 für beide Betriebszweige Investitionen in Höhe von fast zehn Millionen Euro (Wasserversorgung circa 5,2 Mio. Euro, Abwasserbeseitigung circa 4,5 Mio.) berücksichtigt. Denn man müsse sowohl für Leitungen als auch für Technik Sanierungen und Modernisierungen vornehmen.
"Für die Nutzung von Bestattungseinrichtungen fällt es niemand vor die Füße, wenn wir einen Kostendeckungsgrad von mindestens 80 Prozent, statt 100 Prozent, erreichen, meinte Löffler. Dabei soll insbesondere die Gebührenanpassung bei der Benutzung der Einrichtungen Leichenhaus und soweit möglich bei den Grabgebühren nur moderat ausfallen. Der Werkausschuss ermächtigte daher die Werkleitung die Neukalkulation der Gebühren für die Benutzung ihrer Bestattungseinrichtungen sowie für damit im Zusammenhang stehende Amtshandlungen dahingehend zu überarbeiten. Insbesondere schlug der das Gremium vor, für die Nutzung des Leichenhauses Aufbewahrung pro Leiche 150 Euro, Aufbewahrung einer Urne 50 Euro, Aufbewahrung einer Leiche und anschließend Urne 200 Euro und für die Benutzung der Aussegnungshalle je Inanspruchnahme 230 Euro vor. Aufgrund dieser Vorgaben soll eine Neukalkulation erfolgen und damit eventuelle Grababschläge aufgrund der besonderen Strukturen der verschiedenen Friedhöfe im Stadtbereich erfolgen.
Die entsprechende Neufassung der Satzung der Stadt Kronach über die Erhebung von Gebühren für die Benutzung ihrer Bestattungseinrichtungen sowie für damit im Zusammenhang stehende Amtshandlungen ist dem Stadtrat mit der Empfehlung zur Beschlussfassung vorzulegen. Darüber herrschte Einstimmigkeit.
Markus Wich (CSU) betonte, es sei ein sehr sensibles Thema, eigentlich müssten wir aber Werbung für unsere Friedhöfe machen, die ein sehr attraktives Angebot an Möglichkeiten für die Hinterbliebenen zur Bestattung ihrer verstorbenen Angehörigen bieten und trotzdem gebe es eine Tendenz zu Friedwaldbestattungen.
Marina Schmitt (SPD) fand es gut, dass Einigkeit herrsche, keine absolute Kostendeckung erreichen zu wollen und moderate Tarife auszuarbeiten. Für Peter Witton (Grüne) wirkt die Friedwaldbestattung wie ein Zauberwort, doch leider lasse sich diese Bestattungsform in Kronach nicht realisieren.
Jens Schick (FW) fragte, warum man nicht 100 Prozent Kostendeckung anstrebe, jedes Unternehmen müsse kostendeckend arbeiten.
Bernd Liebhardt wies auf die unterschiedlichen Strukturen der Friedhöfe in verschiedenen Stadtteilen hin. "Es war eine politische Entscheidung, keinen der Friedhöfe aufzulassen", daher sei aus seiner Sicht keine 100 Prozent Kostendeckung möglich.
Wolfgang Hümmer (CSU) wollte die Verhältnismäßigkeit zwischen Familien- und Urnengrab gewährt wissen.
Der Wirtschaftsplan 2018 der Stadtwerke Kronach, der die Betriebszweige Wasserwerk, Parkdeck, Erlebnisbad Crana Mare, Entwässerung, Friedhöfe, Bauhof und Energie umfasst, wurde mit Erträgen in Höhe von 8 049 062,50 Euro und in Aufwendungen von 10 687 458,40 verabschiedet. Der Jahresverlust beläuft sich auf 2 638 276,40 Euro. Der Ausgleich für den Liquiditätsverlust durch die Stadt beläuft sich auf insgesamt 3 916 939 Euro. Davon entfallen 1,526 Millionen Euro auf Investitionen.
Marina Schmitt (SPD) bezeichnete die rund 1,5 Millionen Investition als ambitioniertes Ziel, freute sich aber besonders, dass für die Wasserleitung Dörfles-Friesen 350 000 Euro eingeplant sind:"Da wird ja endlich etwas vorwärts gehen", hofft sie und fragte nach einem Entwicklungsplan für das Erlebnisbad Crana Mare. Hierzu bemerkte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, es würden bereits Gespräche mit dem Landratsamt über eine Gründung eines Zweckverbandes mit dem Landkreis Kronach geführt, hierzu signalisierte man Bereitschaft. Jens Schick (FW) bat darum, sich Gedanken für eine bessere Auslastung des Parkdecks zu machen. Überall in der Stadt würden Parkplätze gesucht und das Parkhaus sei stets unterbelegt. Dazu regte Marina Schmitt an, mehr kostenpflichtige Parkplätze auszuweisen. Markus Wich (CSU) forderte die Bürger auf, mehr Mut und Zutrauen zum Parkdeck zu zeigen. Für die vielen anfallenden Straßensanierungen regte er an, den Straßenbautrupp des Bauhofs zu erweitern. Darüber sollte man nachdenken, meinte Wich, denn die Straßenbaufirmen seien ausgelastet. Außerdem schlug er ein Energie-Audit vor. Auf seine Nachfrage hinsichtlich Heizung im Bauhof, antwortete Löffler, hier tue sich etwas, " es sind 100 000 Euro im Wirtschaftsplan angesetzt".
Zur Parkplatzsituation meinte Hümmer, es sei ein heikles Thema."Wir brauchen Parkplätze im Stadtgebiet, wenn wir an Arbeitnehmer denken, die in der Stadt einen Arbeitsplatz haben und von auswärts kommen ebenso aber auch für unsere Geschäfte, sonst brauchen wir keine Kunden mehr vom Stadt-Umland anzulocken." Alle Beschlüsse wurden einstimmig gefasst, dies sei ein erfreuliches Zeichen und auch ein positives Signal für die Arbeit der Stadtwerke mit seinen über 70 Mitarbeitern, fasste das Stadtoberhaupt zusammen. eh
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