Kronach
Kunstmesse

Auch dieses Bild gibt es bei der "ARTkronach" zu sehen: Nackte Schöne macht Kopfstand

Wer an diesem und am dritten Adventswochenende über den Kronacher Weihnachtsmarkt bummelt, kann bei der "ARTkronach" ungewöhnliche Werke entdecken.
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Zur 36. Kunstmesse "ARTkronach" lädt der Verein Regionale Kunstförderung Kronach diesen Samstag und Sonntag und sowie am nächsten Wochenende von 15 bis 19 Uhr in der Kronacher Synagoge ein. Im Bild (von links) sind Vorsitzender Ingo Cesaro, die Künstlerin Gaby Michel sowie Organisator und Künstler Peter Bannert vor einigen Kunstwerken zu sehen.  Foto: Eva Fiedler
Zur 36. Kunstmesse "ARTkronach" lädt der Verein Regionale Kunstförderung Kronach diesen Samstag und Sonntag und sowie am nächsten Wochenende von 15 bis 19 Uhr in der Kronacher Synagoge ein. Im Bild (von links) sind Vorsitzender Ingo Cesaro, die Künstlerin Gaby Michel sowie Organisator und Künstler Peter Bannert vor einigen Kunstwerken zu sehen. Foto: Eva Fiedler

Wenige Meter von den Hütten am Hussitenplatz entfernt, nämlich in der Kronacher Synagoge in der Zitterstraße, findet man ganz Außergewöhnliches, Inspirierendes und die Seele Berührendes - eben Kunst. Und diese darf nicht nur bestaunt, sondern auch gekauft werden. Zum 36. Mal findet an den beiden Wochenenden, Samstag und Sonntag, 8./9. Dezember, sowie 15./16. Dezember, jeweils von 15 bis 19 Uhr die Kunstmesse "ARTkronach" statt. "Heuer haben wir zum ersten Mal fast ausschließlich heimische Künstler dazu eingeladen, ihre Werke anzubieten", sagt Ingo Cesaro vom veranstaltenden Verein Regionale Kunstförderung Kronach. Denn inzwischen sei das Interesse kreativer Menschen in unserer Region so groß geworden, dass man ihnen - und nicht den befreundeten Künstlern aus der Metropolregion Nürnberg - den Vorzug gegeben habe.

Vom kleinen Leporello für die Handtasche bis hin zur 50 Zentimeter großen, kugelförmigen Skulptur aus Kirschholz, vom großformatigen Ölgemälde bis zum auf DIN-A4-Größe zusammenklappbaren Gingko-Baum fürs Wohnzimmerregal ist die Vielfalt der angebotenen Werke groß. Ebenso groß ist die Preisspanne: Man kann weniger als einen "Zwanziger", aber auch weit über 1000 Euro pro Stück ausgeben.

Besonders freuen sich der Vorsitzende des veranstaltenden Vereins, Ingo Cesaro, und der Organisator der Messe, Peter Bannert, über vier neue Mitwirkende. Claudia Förtsch (Trainau) bietet Skizzen und Bilder an. Werner Theunert aus Kasendorf hat aus Pappel, Ulme, Eibe, Apfel- und Kirschbaum Skulpturen erschaffen, die an die Erdkugel erinnern und die Schönheit des Baumes an sich in all seinen Farbtönen und in all seiner Wucht auf wenige Zentimeter komprimieren.

Wie man alte Dichtkunst und geschwungene Lettern mit modernen Skizzen und Bildern verbinden kann, zeigt Peter Korn aus Meeder.

Besonders originell: Ein Bild, auf dem eine nackte Schöne Kopfstand macht, und dessen darum herum drapierte Zeilen in eleganten Buchstaben aus Sten Nadolnys Roman "Weitlings Sommerfrische" nur gelesen werden können, wenn man selbst Kopf steht (oder das Bild umdreht).

Kopien großer Meisterwerke

Geheimnisvoll gibt sich eine, die schon seit vielen Jahren ein lieber "Gast" der Messe ist: Gaby Michel hat sich vom Wunsch leiten lassen, die Menschheit zu einem bewussteren Umgang mit der Natur aufzurufen. Ein Umdenken möchte sie mit ihrer in Grün gehaltenen Schönheit "Saint Hope" anstoßen. Spielerisch lädt dazu auch ein englischer Kinderreim auf dem Bilderrahmen ein: "One, two, three, four, five, once I caught a fish alive. Six, seven, eight, nine, ten, then I let it go again."

Ein absoluter Autodidakt ist Harald Popig aus Stockheim. Umso beeindruckender ist es, wie echt seine mehrschichtigen, in Öl gemalten Kopien großer Meisterwerke wie zum Beispiel der "Mona Lisa" wirken.

"Kunst hat bei uns keinen musealen Charakter", betont Ingo Cesaro. Und so präsentiert man die Werke bei der Kunstmesse auch: auf dem Boden stehend, auf Tischen liegend. Kunst kann in Kronach ganz ungezwungen ihren Weg vom Schöpfer (dem Künstler) zum Genießer (dem Kunden) finden.red



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