Steinbach am Wald
Verhaftung

Attacke im Regionalexpress bei Steinbach: Wie die Bahn für Sicherheit sorgt

Die Bahn setzt auf Kameras und Sicherheitskräfte, um schweren Übergriffen, wie kürzlich im Regionalexpress, zu begegnen.
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Auf der Fahrt zwischen Kronach und Steinbach am Wald kam es am 17. August im Regionalexpress zu einer brutalen Auseinandersetzung.  Foto: Marco Meißner
Auf der Fahrt zwischen Kronach und Steinbach am Wald kam es am 17. August im Regionalexpress zu einer brutalen Auseinandersetzung. Foto: Marco Meißner

Auf einmal ging alles ganz schnell. Am 17. August hatte ein Unbekannter im Regionalexpress zwischen Kronach und Steinbach am Wald einen Mitfahrer brutal attackiert. Fäuste flogen, Tritte schlugen ein, eine Glasflasche zerbarst am Kopf des 29-jährigen Opfers.

Unmittelbar nach dem Start einer großen Öffentlichkeitsfahndung über die Medien klickten am Mittwoch bereits die Handschellen beim mutmaßlichen Täter (22). Damals war der Mann ohne festen Wohnsitz in Steinbach am Wald ausgestiegen, nun wurde er in Rosenheim aufgegriffen.

Eigentlich sicheres Gefühl

"Es ist schon mal gut, dass er erwischt wurde", sagt Rebecca Vogt. Über Monate pendelte sie aus beruflichen Gründen mit dem Regionalexpress zwischen Bamberg und Kronach. "Das hätte auch mich treffen könne", stellt sie fest, als sie von der Tat erfährt. "Glücklicherweise habe ich so etwas bislang noch nicht erlebt."

Insgesamt habe sie eigentlich ein relativ sicheres Gefühl, wenn sie mit der Bahn unterwegs ist. Allerdings gibt es vereinzelt auch Situationen, in denen sie sich als Frau etwas unwohl fühle. Etwa abends, wenn sich die Plätze um sie herum langsam leeren. Vor allem aber auf den Bahnhöfen gebe es unangenehme Momente. "Wenn da eine bestimmte Klientel auftaucht, versuche ich, mich zu anderen zu setzen", erklärt sie.

Vogt begrüßt deshalb Kameras in den Waggons. Und sie würde sich neben den Ticketkontrollen einen Sicherheitsbeamten im Zug wünschen. "Das wäre nicht schlecht, aber es wäre natürlich eine Kostenfrage", sieht sie ein, warum sich dieser Wunsch wohl nicht flächendeckend erfüllen lässt. Eines sollte ihrer Ansicht nach aber machbar sein: ein Alkoholverbot in den Zügen. "Mit Alkohol geht oft die Hemmschwelle runter und die Aggression rauf", meint sie.

Doch nicht nur Passagiere müssen sich mit unliebsamen Fahrgästen auseinandersetzen. "Bei Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts sowie am Rande von Volksfesten, Großveranstaltungen und Fußballspielen kommt es immer wieder zu verbalen und tätlichen Übergriffen gegen DB-Mitarbeiter", teilt das DB-Regionalbüro München auf Anfrage des FT mit.

2620 Angriffe gegen DB-Mitarbeiter seien 2018 bundesweit gezählt worden, 70 mehr als im Jahr zuvor. "Der Kundenkontakt ist rauer geworden, Attacken kommen unvermittelt", heißt es weiter. Glücklicherweise komme es aber nur in etwa sieben Prozent der Fälle zu schweren Verletzungen. Und diese Zahl sei rückläufig.

Sicherheitsvorkehrungen

Meistens gingen Angriffe im Bahnhof und im Nahverkehr vonstatten. Alkohol spiele dabei oft eine Rolle, bestätigt die DB die Vermutungen von Rebecca Vogt. Die Bahn antworte mit dem Einsatz von 4000 Sicherheitskräften. Außerdem gebe es auf den 1100 Bahnhöfen 7400 Videokameras und weitere 32 000 Kameras in den Innenräumen von Nahverkehrs- und S-Bahnzügen.

Dennoch sei klar: "Die Deutsche Bahn kann dieses gesellschaftliche Problem nicht alleine lösen. Da sind alle gefordert: Eltern, Politik, Medien und Schulen."

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