Pressig
Gemeinderat

ASB oder Kirche - Pressig hat die Wahl

Die Erweiterung des Kindergartens Rothenkirchen beschäftigte erneut den Gemeinderat. Der Domberg hat mittlerweile "Reue" gezeigt.
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Entsteht hier in Rothenkirchen bald ein neuer Kindergarten? Bürgermeister Hans Pietz legte diesen Vorschlag eines Kindergartenneubaus durch den ASB den Gemeinderäten als Alternative zum bestehenden Katholischen Kindergarten vor. Auch rechts das Grundstück und Gebäude können mit einbezogen werden. K.-H. Hofmann
Entsteht hier in Rothenkirchen bald ein neuer Kindergarten? Bürgermeister Hans Pietz legte diesen Vorschlag eines Kindergartenneubaus durch den ASB den Gemeinderäten als Alternative zum bestehenden Katholischen Kindergarten vor. Auch rechts das Grundstück und Gebäude können mit einbezogen werden. K.-H. Hofmann
Erneut stand die Erweiterung des Katholischen Kindergartens St. Franziskus Rothenkirchen im Mittelpunkt der Marktgemeinderatssitzung am Montag. Bürgermeister Hans Pietz brachte nun, nachdem es zu Unstimmigkeiten mit dem Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg gekommen war (wir berichteten), eine neue Perspektive auf den Tisch.

Zuvor hielt er einen Rückblick über die unrühmliche Geschichte die sich nun schon seit April 2017 hinzieht. "Eine sehr gute Alternative kann der Arbeiter-Samariter-Bund anbieten", meinte das Gemeindeoberhaupt. Doch auch das Erzbischöfliche Ordinariat zeigt "Reue" und macht eine Kehrtwende. Nun will man sich auf alle Forderungen des Marktes Pressig einlassen.

Dies überzeugte jedoch nicht die Mehrheit des Gremiums. Sie wollten nicht gleich wieder auf den Zug aufspringen, den sie gerade verlassen hatten, weil sie kein Ziel vor Augen sahen. Der ASB, der bereits ein Seniorenzentrum in Rothenkirchen betreibt, würde einen neuen, zweigruppigen Kindergarten bauen und einen Förderantrag an den Markt Pressig stellen, so dass eine Förderung von circa 90 Prozent der förderfähigen Kosten erzielt werden kann. Die nicht förderfähigen Kosten würden sich der Markt Pressig und der ASB teilen.


Standort gefunden

Auch nach Grundstücken hielt man bereits Ausschau. Es biete sich das ehemalige Frauenhofergrundstück mit dem benachbarten Treunergrundstück (Biergarten und Gebäude) direkt an der Kaiser-Karl-Straße an. Dabei ist das Frauenhofergrundstück (wo erst vor kurzem ein Gebäude zum Abriss kam) im Rahmen der Städtebauförderung und der Nordostbayern-Initiative nutzbar. Das Treunergrundstück könnte auf dieser Basis hinzugenommen werden. Das ist bereits mit der Regierung soweit vorbesprochen, informierte Pietz.

Das Grundstück für den Kindergarten wäre also ein gemeindliches, das vertraglich geregelt für den Kindergarten zur Verfügung gestellt werde. Der ASB kann eine fachgerechte und bedarfsorientierte Kindergarten- und Kinderkrippenbetreuung aufbauen, die auch Besonderheiten wie Randzeitenbetreuung berücksichtigen könnte. Aus Sicht der Kindergartenaufsicht ist eine solche Lösung zustimmungsfähig. Ein genaues Konzept muss allerdings noch ausgearbeitet werden.


Vergleichbare Konzepte sollen auf den Tisch

Aufgrund dieses überraschenden Vorschlags fasste das Gremium mit 13:3 Stimmen folgenden Beschluss: Der Marktgemeinderat wünscht eine bessere Vergleichbarkeit der Konzepte der Kirche und des ASB und fordert die Verwaltung auf, mit den beiden Parteien vergleichbare Konzepte auszuarbeiten und bei der nächsten Sitzung zur Entscheidung vorzulegen.

Dabei drängt die Zeit, wies Dritter Bürgermeister Klaus Dressel (CSU) daraufhin, dass man bis Jahresende 2018 etwas vorzeigen muss. Reinhold Heinlein (CSU) hat es traurig gestimmt, dass die Bemühungen der Marktgemeinde und der Kirchenverwaltung Rothenkirchen nicht vom Erzbischöflichen Ordinariat anerkannt worden sind. Aufgrund der jetzt vorliegenden Vorschläge erwartet Heinlein vom Ordinariat nicht nur eine E-Mail von Thomas Pyka (Kindergartengeschäftsführer im Dekanat Kronach), sondern ein verlässliches Schreiben vom Ordinariat. Der Domberg in Bamberg muss sich endlich bewegen, bisher hat man vom Ordinariat aus nur zerschlagen und Unruhe gebracht und bei den Eltern und Verantwortlichen große Unsicherheiten hervorgerufen.


Ein Weckruf

Klaus Dressel sah die E- Mail von Thomas Pyka schon als autorisiert an. Es haben wohl eine Sitzung des Bayerischen Gemeindetages und die daraus entstandenen Veröffentlichungen in Tageszeitungen für einen Weckruf im Ordinariat gesorgt. Er neige dazu, dem Vorschlag des Ordinariats nachzugehen, denn die Kirche war bisher zuverlässiger Partner.

Michael Pütterich (SPD) gab zu bedenken, dass für ein ordentliches Konzept nicht nur die Bedarfszahl eine Rolle spiele, sondern auch flexible Öffnungszeiten mit Qualitätsoptimierung und weitere Faktoren müssen eine Rolle spielen. Joachim Calles (FW) plädierte dafür, seitens der Fraktionen an den Bürgermeister die Konzeptwünsche heranzutragen, der diese dann bis zur nächsten Sitzung in das Konzept der Kindergartenanbieter mit einbeziehe.

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch (SPD) betonte, man habe viel Zeit verloren durch die ablehnende Haltung des Ordinariats. Wenn sich jetzt die Kirche um 180 Grad gedreht hat, dürfen wir nicht einfach den ASB abschütteln. Es müssen beide Konzepte zur Abwägung in der nächsten Sitzung auf den Tisch, forderte Förtsch.

Pater Helmut Haagen als Pfarradministrator betonte, dass die Kinderbetreuung ein großes Anliegen für die Kirche sei und die Kindererziehung ein religiöser Auftrag sei. Er erinnerte an die gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Gemeinde, und das Ordinariat werde Abstand von der Erbbaurechtsforderung nehmen und entspreche ganz dem Wunsch der Gemeinde, alles andere sei niedergeschlagen worden, betonte Pater Haagen.


Dachgeschoss wird ausgebaut

Doch der Gemeinderat fasste auch noch Entscheidungen in dieser Sitzung. Die Planung für den Dachgeschossausbau des Fachklassentrakts der Grund- und Mittelschule Pressig fand in der Gemeinderatssitzung am Montag ebenso Zustimmung wie die Vergabe zur Anschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF 10) für die FF Rothenkirchen. Das Gremium genehmigt den Ausbau des Dachgeschosses im Fachklassentrakt der Grund- und Mittelschule für die Errichtung eines Zeichensaales mit Nebenraum nach den Planunterlagen des Ingenieurbüros 3 D Detsch Kronach. Ein entsprechender Zuwendungsantrag an die Regierung von Oberfranken ist zu stellen, dem wurde mit 13:3 Stimmen zugestimmt.


Neues Feuerwehrauto

Einstimmig erfolgte der Beschluss zur Anschaffung eines HLF 10 für die Feuerwehr Rothenkirchen. Diese wurde in zwei Losen vergeben. Fahrgestell und Aufbau liefert die Firma Josef Lentner für 301 642 Euro und der Auftrag für die Beladung geht zum Preis von 61 116 Euro an die Firma Ludwig, Bindlach.

Den Abschluss einer Kassenversicherung mit einer Versicherungssumme von 250 000 Euro zum jährlichen Beitrag von 4508 Euro wurde zugestimmt. Dagegen lehnte das Gremium eine Elementarversicherung ab.

Auch die Wohnmobilstellplatzgebühren wurden bei einer Gegenstimme auf Anregung des Bürgermeisters von bisher sechs auf acht Euro angehoben.

Michael Pütterich brachte Entspannung in die Sitzung, indem er den Organisatoren und Verantwortlichen in der Vorbereitung des Benefizkonzertes mit Uli Scherbel, das man 14. Juli stattfand, professionelle Arbeit bestätigte. Er lobte alle Beteiligten, weil alles stimmte - von der Stühleanordnung bis zu den Bedienungen, es entstand ein echtes "Wir- Gefühl". "Ich war begeistert von so viel Einsatz und Engagement für den gemeindlichen Jugendzeltplatz, zu dessen Finanzierung das Konzert schließlich abgehalten wurde".
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