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Kronach
Naturheilkunde

Arnikastadt Teuschnitz wächst und gedeiht

Am Anfang wurden die Zeichen in Teuschnitz in Richtung Arnikastadt gesetzt. Rund sechs Jahre später blickten die Akteure voller Stolz auf die dabei entstandenen stabilen Strukturen.
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Bürgermeisterin Gabriele Weber (links) kostet mit der Produktionsleiterin Silvia Hummel die neue Senfkreation "Dunnerkeil-Flößersenf" mit Meerrettich-Geschmack.  Foto: Heike Schülein
Bürgermeisterin Gabriele Weber (links) kostet mit der Produktionsleiterin Silvia Hummel die neue Senfkreation "Dunnerkeil-Flößersenf" mit Meerrettich-Geschmack. Foto: Heike Schülein

Überzeugt von ihrer eingangs oftmals noch belächelten Idee, wurde diese von Visionären hartnäckig verfolgt. Jetzt, gut sechs Jahre später, schickt sich Teuschnitz an, zu einer der wichtigsten naturheilkundlichen Zentren Deutschlands zu avancieren. Der Stolz über die Erfolgsgeschichte "Arnikastadt Teuschnitz" war beim Rückblick im Arnika-Café deutlich.

Ausgangslage war nicht rosig

"Wir haben intensiv gearbeitet und können eine stetige Weiterentwicklung in allen Bereichen verzeichnen", meinte Bürgermeisterin Gabriele Weber (CSU) rückblickend auf die Ausgangssituation vor rund zehn Jahren.

Damals war Teuschnitz von wirtschaftlichen Problemen, einem Bevölkerungsrückgang sowie einer zusammengeschmolzenen Anzahl an Arbeitsplätzen arg gebeutelt. Im Rahmen des 2011 ins Leben gerufenen interkommunalen Entwicklungskonzepts (ISEK) erarbeiteten die Rennsteig-Gemeinden ein Leitbild, um vorhandenes Potenzial zu nutzen.

"Die Negativstimmung ist einer positiven Stimmung gewichen. Die Menschen spüren, dass etwas geht", verwies Weber auf bisherige Erfolge. Leerstehende Gebäude hätten eine neue Nutzung gefunden, das Stadtbild sei attraktiver. Der Bevölkerungsrückgang sei gestoppt. Es gebe vermehrt Zuzüge. Das Image habe sich verbessert, Bekanntheit und Besucherzahlen seien gestiegen.

Es gab auch viel Neues zu berichten: Um in Zukunft das rund 60 Hektar umfassende Landschaftsschutzgebiet für Besucher aller Altersklassen erlebbarer zu machen, hat man 2019 den Naturweg Teuschnitz-Aue angelegt.

"Der Wehr führt als Rundweg auf 3,5 Kilometer Länge vorbei an charakteristischen Landschaftsbestandteilen - wie den Weideflächen für die Rinder des Projekts "Frankenwald-Weiderind" und anderen Naturschönheiten", berichtete Beate Singhartinger, Gebietsbetreuerin des Naturparks Frankenwald. Der Naturrundweg soll im Mai als Wander- und Lehrpfad eingeweiht werden.

Die Vegetation rings um Teuschnitz diene als nachhaltige Rohstoffquelle für den Kräuterverarbeitungsbetrieb Naturmanufaktur Teuschnitz, so Netzwerkmanager Oliver Plewa. Hier werden seit 2016 Kräuter aus der Natur sowie dem Lehr- und Schaugarten der Arnika-Akademie zu Lebensmitteln und Kosmetika verarbeitet. Seit 2018 können diese im hauseigenen Kräuterladen "Naturmanufaktur GRÜNerLEBEN" erworben werden. "Das Sortiment wächst stetig", freute sich Produktionsleiterin Silvia Hummel.

Die IHK-zertifizierten Kurse zum TEH (Traditionelle Europäische Heilkunde)-Praktiker sind seit der Einführung im Jahr 2016 ausgebucht und erfreuen sich bundesweiten Zuspruchs. Mittlerweile konnten 50 zertifizierte TEH-Praktiker ausgebildet werden.

Die aktuell laufenden Bauvorhaben "Arnika-Terrasse" und "Schlossgarten" werten das Umfeld der Arnika-Akademie und das Stadtbild weiter auf. Beide Projekte werden im Sommer abgeschlossen.

"Eine gegründete Bürgergemeinschaft wird aktiv an der Entwicklung im neuen Zentrum von Teuschnitz beteiligt sein", freute sich Stadtumbaumanagerin Bettina Seliger über bereits 75 gezeichnete Anteile. Die Sechs-Millionen-Euro-Maßnahme soll 2022 fertiggestellt sein.