Kronach
Medizin

Ansturm auf Augenarztpraxis in Kronach

Klaus Königsreuther eröffnete am Freitag seine Augenarztpraxis in Kronach. Er trat die Nachfolge von Eckbert Schnitzler an, der im Januar überraschend seine Praxistüren geschlossen hatte.
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Erster "Patient" von Augenarzt Klaus Königsreuther war Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein. Foto: Corinna Igler
Erster "Patient" von Augenarzt Klaus Königsreuther war Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein. Foto: Corinna Igler
Es hängt noch kein Schild am Gebäude, trotzdem stehen am Freitagvormittag schon die ersten Patienten in der Praxis von Klaus Königsreuther Schlange. "Ich hätte gerne einen Termin", sagt ein älterer Herr. Eine andere Dame erklärt, dass sie immer bei Herrn Schnitzler war und eigentlich zur Kontrolle wieder kommen sollte. Doch Schnitzler hatte seine Augenarztpraxis im Januar überraschend geschlossen, praktiziert mittlerweile in Dresden, wie unsere Recherchen ergeben haben. Zu den Gründen wollte sich Schnitzler auch auf erneute telefonische Nachfrage unserer Zeitung nicht äußern.
Dafür ist nun Königsreuther in Kronach - ebenfalls in der Adolph-Kolping-Straße. Zwar nur freitags und jeden zweiten Donnerstagnachmittag. "Aber wenig ist immerhin besser als nichts", sagt er auf die Feststellung, dass Notfälle an anderen Tagen natürlich trotzdem von den einzig verbleibenden zwei weiteren Augenärzten übernommen werden müssen.

Versorgung ist ein Anliegen


"Der Bedarf ist da", kommentiert Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) das Geschehen in der Augenarztpraxis von Klaus Königsreuther am Freitag. Erleichtert und erfreut zugleich zeigt sich Beiergrößlein darüber, dass es nun wieder eine Nachfolge für Schnitzler gibt und die medizinische Versorgung in diesem Bereich nun wieder sichergestellt ist.
"Das ist mir ein Anliegen - auch in anderen Bereichen, wie beispielsweise bei den Hautärzten oder bei den Kardiologen", so Beiergrößlein, der in diesem Zusammenhang auf den Brief des Kardiologen Gerhard Brühl verwies, in dem dieser die langen Wartezeiten in seiner Praxis beklagt hatte. "Wenn nun schon Notfälle warten müssen, ist das kein Zustand. Das müssen wir nach oben vermitteln. Deshalb habe ich einen Brief an die Kassenärztliche Vereinigung, die Abgeordneten und ans Ministerium verfasst."
Königsreuther erklärt, dass das Problem, Nachfolger für eine Praxis zu finden, nicht nur ein Kronacher Problem ist. Das hänge mit der Vergütung zusammen. Vielen jungen Ärzten sei das finanzielle Risiko, das mit einer eigenen Praxis verbunden ist, zu hoch. Auch er habe für die Filialpraxis in Kronach Geräte anschaffen müssen. "Natürlich sollte es sich rechnen", sagt Königsreuther. Vielmehr sei seine Motivation, auch in Kronach tätig zu sein, aber die gewesen, dass er auch operativ tätig ist und so den Patienten verschiedene Möglichkeiten erklären könne.
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