Kronach
Gericht

Kronach: 14-Jährige vergewaltigt und geschwängert - Angeklagter (34) zeigt keine Reue

Seit Montag steht ein 34-jähriger Kronacher vor Gericht. Er soll die beste Freundin seiner Ziehtochter vergewaltigt haben. Die 14-Jährige wurde schwanger.
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Schwere Vergewaltigung lautet der Vorwurf gegen einen 34-jährigen Kronacher am Landgericht Coburg. Symbolfoto: Christopher Schulz
Schwere Vergewaltigung lautet der Vorwurf gegen einen 34-jährigen Kronacher am Landgericht Coburg. Symbolfoto: Christopher Schulz

Es ist ein Fall von schwerer Vergewaltigung, mit dem sich die Erste Große Strafkammer am Landgericht Coburg seit Montag befasst. Die Geschädigte war zum Tatzeitpunkt erst 14 Jahre alt. Auf der Anklagebank sitzt ein 34-jähriger Kronacher. Es handelt sich dabei um den Ziehvater ihrer besten Freundin.

Als sich die Tat im Januar des vergangenen Jahres ereignete, wollten das 14-jährige Mädchen und eine Elfjährige eigentlich einen schönen Mädchenabend miteinander verbringen. Die 14-jährige Schülerin war bei der besten Freundin in der Wohnung des 34-Jährigen zu Besuch. Bei dem Mann handelt sich um den Ziehvater der Elfjährigen.

Narkotisierende Substanz im Nusslikör

In der Wohnung soll der Mann laut Anklage beiden Mädchen einen Nusslikör mit einer narkotisierenden Substanz zum Trinken gereicht haben. Laut Anklage hat der 34-Jährige in der Folge im Kinderzimmer die bewusstlose 14-Jährige vergewaltigt.

Für die Schülerin hatte die Tat erhebliche Folgen. Das Mädchen, das vorher noch keine sexuellen Kontakte hatte, wurde schwanger und schließlich Mutter einer kleinen Tochter. Der Vater des Kindes ist laut DNA-Test der 34-Jährige.

Der Beschuldigte wollte zunächst dem Gericht weismachen, dass er sich aufgrund einer starken Alkoholisierung nicht an den Abend erinnern könne. Pflichtverteidiger Albrecht von Imhoff: "Er kann nichts sagen, weil er sich nicht erinnert. Er hat einen Filmriss." Sein Mandant, so von Imhoff, wolle aber den Tatvorwurf nicht abstreiten.

Aussage blieb nicht erspart

Dies ließ der Vorsitzende Richter Christoph Gillot nicht gelten. Sollte der Mann tatsächlich so stark betrunken gewesen sein, dann hätte er laut Gillot kaum ein Kind zeugen können. Gillot versuchte dem Beschuldigten eine Brücke zu bauen, damit zugleich dem Mädchen die Aussage vor Gericht erspart bleibt. "Es hilft der Geschädigten nicht, wenn sie sich nicht erinnern. Nicht erinnern heißt, wir müssen den Sachverhalt geklärt bekommen. Ich rege an, dass sie in sich gehen."

Nach einer Pause von 30 Minuten räumte Albrecht von Imhoff im Namen seines Mandanten zwar den Tatvorwurf ein, aber der 34-jährige bestritt weiterhin, K.o.-Tropfen oder ähnliche Substanzen in den Nusslikör gemischt zu haben. Damit blieb dem Mädchen die Vernehmung nicht erspart.

Per Videovernehmung berichtete sie von ihren Erinnerungen an dem Abend. Der "Schokolikör" habe demnach irgendwie komisch geschmeckt. "Ab dem Zeitpunkt an dem ich ihn getrunken habe, habe ich keine Erinnerung mehr." Blass und mitgenommen, so die Mutter der 14-Jährigen, sei ihre Tochter am nächsten Tag nach Hause gekommen. "Sie war neben der Spur, sie war mir irgendwie fremd. Und sie klagte über Bauchschmerzen." Dem Mädchen sei es wochenlang schlecht gegangen, an eine Schwangerschaft habe zunächst niemand gedacht.

Angeklagter zeigt keine Reue

Als diese bekannt wurde, erstattete die Mutter Anzeige. Auch sie leidet unter der Tat: "Ich komme mit der Situation heute noch nicht klar, der Beschuldigte kennt meine Tochter doch seit dem Kindergarten." Ihre Tochter habe sich seit der Tat stark verändert. "Sie ist nach außen stark, doch wenn sie alleine ist, dann weint sie viel."

Auch die Ex-Partnerin und Mutter der besten Freundin zeigte sich geschockt. "Ich kann das gar nicht verarbeiten, ich hätte ihm das nicht zugetraut." Ein Kriminalkommissar bestätigte die Schilderungen der 14-Jährigen als glaubhaft. Der Beschuldigte selbst zeigte bisher keinerlei Reue. Die Verhandlung wird fortgesetzt.



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