Eigentlich hat Heinz Zech keinen Grund, Kronach zu verlassen: "Es waren hier sehr angenehme und ereignisreiche Jahre - mir hat´s sehr gut gefallen", bilanziert er sein Wirken ab dem Schuljahr 2006/7. Wenn nicht die Fahrtstrecke von Lichtenfels aus wäre - rund 25 Kilometer, die der 58-Jährige ab September um ein Drittel verringern kann.
Als Praktikant hat Zech an der Realschule in Staffelstein seine Laufbahn begonnen. Dazwischen hat er dort für fünf Jahre als stellvertretender Schulleiter gewirkt - und nun rückt er ganz an die Spitze.
An der Siegmund-Loewe-Schule hat der Rektor seinen Worten nach keinerlei Schwierigkeiten gehabt - sondern "sehr interessierte Schüler, sehr verständnisvolle und kooperative Eltern und ein sehr engagiertes Kollegium". Dazu komme mit dem Landkreis ein Sachaufwandsträger, der auf die Wünsche gerne eingegangen sei.

Bundesfinale in Berlin


Wenn er an Kronach zurückdenke, werde er sich sicher an die erfolgreiche Mädchenfußball-Mannschaft erinnern, die alle bayerischen Realschulen und Gymnasien beim Bundesfinale in Berlin vertreten habe. Aber sicher ebenso an die unterhaltsamen bunten Abende, die einmal im Jahr die breite Palette der musikalischen Aktivitäten gezeigt hätten.
Außerdem fallen ihm die Bläserklasse ein, die es seit sechs Jahren gibt - die sozialen Projekte, wie den Sponsorenlauf, den Ralf Müller seit zehn Jahren organisiere und bei dem schon die stattliche Summe von rund 43 000 Euro zusammengekommen sei. Und nicht zuletzt die Theatervorstellungen, die unter der Regie von Thomas Hauptmann organisiert worden seien. "Welche Schule kann schon von sich sagen, dass sie jedes Jahr ein Shakespeare-Stück aufführt?"
Die Aktivitäten außerhalb des Unterrichts seien an der Realschule Kronach II schon enorm. Zech hat den Vergleich mit anderen Schulen und weiß daher, wovon er spricht. Wobei seine neue Wirkungsstätte eine Seminarschule sein wird - insofern darf er pro Jahr dort rund 20 neue Referendare betreuen.
Erfreut ist der scheidende Chef darüber, dass die offene Ganztagsschule seit zwei Jahren erfolgreich läuft. Ab dem kommenden Schuljahr wird es zwei Gruppen geben.
Eine Besonderheit sei sicher das Schulzentrum mit seinen über 2000 Schülern. "Das war aber vollkommen problemlos - wir haben uns untereinander immer abgesprochen und ausgeholfen."
Wobei der Umbau die Situation nicht gerade erleichtert habe. So habe man teilweise Räume anders nutzen oder an das Gymnasium abtreten müssen. Dafür seien die Realschüler bisher davor verschont geblieben, in Containern untergebracht zu werden. "Beim Bauabschnitt II wird sich das aber nun wohl nicht mehr vermeiden lassen."
Außer dieser hinterlasse er seinem Nachfolger keine offenen Baustellen, ist Heinz Zech überzeugt. Sein Rat an Uwe Schönfeld: "Er sollte auf die Leute eingehen, wie sie sind."
Auch der wollte heimatnäher arbeiten. Daher habe er sich auf die Schulleiterstelle in Kronach beworben und sei erfolgreich gewesen, erzählt Uwe Schönfeld erfreut. Zuvor habe er nicht nur von Lehrern, sondern auch aus Schulleiterkreisen vom hervorragenden Ruf der Siegmund-Loewe-Schule gehört. Das sei nur erreichbar, wenn ein entsprechend aktives Lehrerkollegium vor Ort tätig sei.
Dazu gehörten Schüler, die gerne mitmachten und Eltern, die das unterstützten. Auch die Zusammenarbeit mit dem Landkreis funktioniere offenbar sehr gut. Schönfeld war bereits öfter in Kronach - beim Freischießen oder auf der Festung.
Er sei niemand, der in den ersten Wochen alles umkrempeln wolle. Vielmehr wolle er die erfolgreiche Arbeit Zechs fortsetzen. "Im Sport heißt es immer, es ist gar nicht so schwer, an die Spitze zu kommen - aber um so schwerer, sich dort zu halten."