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Marktrodach
Gemeinderat

Am Schwimmbad nagt der Zahn der Zeit

Den Marktrodacher Räten wurde eine Machbarkeitsstudie für die Sanierung des Bades vorgestellt. Sie hoffen auf eine Förderung.
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Optisch macht das Freibad einen guten Eindruck, doch die Technik ist veraltet. Archiv/Maria Löffler
Optisch macht das Freibad einen guten Eindruck, doch die Technik ist veraltet. Archiv/Maria Löffler

Die Marktrodacher wollen ihr Schwimmbad sanieren und hoffen dabei auf finanzielle Unterstützung aus dem Sonderprogramm "Schwimmbadförderung" (SPSF). Deshalb wurde auch das Büro Plafog mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Diese wurde am Montagabend in der Gemeinderatssitzung vor rund 150 Zuhörern vorgestellt.

Manfred Klaus vom Büro Pflafog hatte zwei Vorschläge ausgearbeitet. Bei einem würde die Größe des Schwimmbeckens unverändert bleiben. Das Kinderbecken würde komplett neu gemacht. Angebracht würde eine kleine Rutsche und Schiffchen, daneben würde eine großzügige Liegewiese mit Sitzflächen geschaffen. Eine Alternative wäre es, so Klaus, wenn man ein neues kleineres Schwimmerbecken mit einem Einstieg für ältere Bürger, ein separates Rutschaufbecken und ein Erlebnisbecken für Kinder schaffen würde.

Planer favorisiert Neubau

Bezüglich der Kosten sprach Klaus bei der Variante 1 von einer Summe in Höhe von 2 199 400 Euro , bei der Variante zwei von Kosten in Höhe von 2 252 600 Euro. Klaus ließ keinen Zweifel daran, dass er einen Neubau mit den insgesamt drei Becken favorisieren würde, da man diese mit unterschiedlichen Temperaturen beheizen könnte. Zudem sei dies mit Vorteilen für die Aufsichtspflicht verbunden, denn verschiedene Becken seien einfacher zu beaufsichtigen als Kombibecken.

Klaus wies weiter darauf hin, dass bei der bisherigen Kostenschätzung keine Sanitäranlagen berücksichtigt seien. Was die Beheizung des Schwimmbads betrifft, so meinte er, dass nahezu kein Bad mehr in herkömmlicher Weise beheizt werde. Oftmals werden Bäder mit Photovoltaik und einem Schlauchsystem beheizt.

Der Kämmerer Andreas Buckreus betonte, dass die Sanierung des Schwimmbades grundsätzlich förderfähig sei, zumal oftmals Schwimmkurse angeboten werden. Gefördert werde allerdings nur, was dem Schwimmen diene. Maximal seien 8000 Euro Förderungen pro Quadrameter Wasserfläche möglich. Er wies auch darauf hin, dass nach einer Bewilligung die Gemeinde frühzeitig mit dem Bau des Schwimmbads starten müsse. Buckreus erklärte, dass für die Jahre 2019 und 2020 jeweils 2,4 Millionen Euro für die Sanierung von oberfränkischen Schwimmbädern zur Verfügung stünden.

Der Bademeister Markus Holzmann hält eine Sanierung der Badeeinrichtung für notwendig. Es werde stark von Familien mit Kindern frequentiert, meinte er (Besucher 2019: 17 747). "Wir sollten dem Rechnung tragen!" Die Optik des Schwimmbades sei zwar ansehnlich, aber der technische Stand sei aus dem Jahre 1970. Anhand von Bildern zeigte er Schadstellen auf. Demnach ist unter anderem der Außenbereich des Schwimmbads marode, die Mauern sind unterhöhlt, Metallteile sind verrostet. Bei den Fliesen rund um das Schwimmbecken seien Frostschäden und Absplitterungen vorhanden.

Bürgermeister Norbert Gräbner sprach von einem "Windhundverfahren" bezüglich der Genehmigung von Fördergeldern aus dem Sonderprogramm. Das bedeute, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Förderquote betrage maximal 45 Prozent. Er empfahl seinem Gremium, das vermittelte Wissen mitzunehmen, sich in den Fraktionen auszutauschen. Zudem sollen im Sommer verschiedene Freibäder begutachtet werden. Er sprach von einem möglich "realistischen" Baubeginn im Jahre 2022.

Neuer Hirtensteg aus Stahl

Applaus seitens der Zuhörer gab es für den Bürgermeister und sein Gremium, den Hirtensteig schnellstmöglichst in Angriff zu nehmen. Zuvor stellte Thomas Kleylein vom HTS-Büro die Pläne vor. Diskutiert wurden die Varianten einer Stahl- und Holzkonstruktion mit und ohne Bedachung. Der Planer sprach sich eher für eine Stahlkonstruktion aus, da diese witterungsbeständig und genügsam in der Unterhaltung sei. Eine Holzkonstruktion sei eine kostengünstigere Lösung. Diese sei aber mit einem hohen Unterhaltungsaufwand verbunden.

Gemeinderat Helmut Wich-Heiter (SPD) plädierte für die Holzvariante. "Wir sind ein Flößerdorf und es passt zu unserer Region!" Alexander Böhm (SBM) sprach sich für die Stahlvariante aus. Zudem forderte er, ebenso wie Bürgermeister Norbert Gräber (ÜWG), eine Entscheidung, damit endlich die Bürger wieder den seit einem Jahr gesperrten Hirtensteg nutzen können. Letztendlich sprachen sich die Mandatsträger einstimmig für eine Stahlkonstruktion mit Rahmenträger aus. Die Verwaltung ist nun gefordert, schnellstmöglich einen Zuschussantrag zu stellen.

Weiterhin stimmte der Marktgemeinderat der Erneuerung des Spielplatzes in Oberrodach zu und stellt dafür 60 000 Euro in den Haushalt 2020. Die Elterninitiative soll bei den Planungen mit einbezogen werden.

Am Schluss informierte Bürgermeister Norbert Gräbner, dass bei der Festscheune derzeit Detailplanungen stattfinden. Beim Anwesen Hauptstraße 29 werden die Trockenbauarbeiten durchgeführt. Leider sei bei der ehemaligen Postscheune dem Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn nicht stattgegeben wurden.

Bauanträge befürwortet

Folgende Bauanträge wurden genehmigt: Neubau eines Gästehauses durch Peter Grass und Yvonne Sünkel, Breitenweg 1, Marktrodach; Neubau eines Einfamilienwohnhauses im Kapelleweg 5 durch Michael und Miriam Hofmann, Anbau einer Terrassenüberdachung mit Verglas durch Manfred und Franziska Springer, Am Kirchsteig 1, Zeyern; Ersatzneubau durch Silvia Eber auf dem Anwesen v.-Waldenfels-Straße 6 in Oberrodach; Anbau eines Wintergartens durch Claudia Rucker-Tiefenbach, Frankenwaldstraße 27, Zeyern.

Am Ende kippte die Stimmung

Teilweise heftige Emotionen, Gemurmel und betroffene Gesichter unter den rund 150 Anwesenden gab es am Ende der Marktgemeinderatssitzung. "Wirbt man so um Stimmen?", fragte ein Zuhörer.

Unter Punkt "Sonstiges" hatte sich Thomas Schorn (SPD), der auch Vorsitzender von Rodach Beach Club e.V. ist, zu Wort gemeldet und beklagt, dass beim Thema "Schallersgarten" alle Vereine eingebunden werden, außer der Rodach Beach Club. Bürgermeister Norbert Gräbner erklärte, dass beim Schallersgarten die Vereine zu Zusammenkünften geladen wurden. Bei der Machbarkeitsstudie habe auch er nicht mitgewirkt, sondern diese sei extern erstellt worden. Gerne könne sich der Rodach Beach Club künftig einbringen.

Schorn beklagte weiter, dass er einen Termin wegen der Beach-Party mit der Verwaltung abstimmen wollte. In den letzten Jahren habe es diesbezüglich Unstimmigkeiten gegeben, dieses wollte er verhindern. "Ich bin von der entsprechenden Mitarbeiterin wie ein Schulbub behandelt worden!" Am nächsten Tag habe er eine E-Mail erhalten, in der mitgeteilt wurde, dass diese sich wegen der aktuellen Situation nicht mit ihm an einen Tisch setzen wolle. "Ich bin 18 Jahre im Gemeinderat, ich fordere diese Person auf, sich künftig auf die Verwaltung zu konzentrieren!" Er habe doch den Termin mit ihm gemacht, antwortete Gräbner. Und: "Wir hatten doch ein angenehmes Gespräch!"

Ihr sei zugetragen worden, entgegnete die Bauamtsleiterin Katja Wich, dass Thomas Schorn in einem Restaurant geäußert haben soll, dass es im Falle einer Wahl von Oliver Skall seine erste Amtshandlung sein werde, sie aus der Verwaltung "rauszuschmeißen". "Ich muss mich nicht so aufs Übelste beschimpfen lassen", erboste sich daraufhin Schorn. Gräbner entgegnete: "Wenn du dich über eine Mitarbeiterin beschweren willst, warum gehst du nicht zu mir?" Zudem: "Du warst doch jetzt derjenige, der über zehn Minuten lang losgelegt hast!"

Der SPD-Bürgermeisterkandidat Oliver Skall meinte: "Ich habe so etwas nie gesagt!" Eigentlich habe er sich gefreut, dass sein Antrag vom September nun in der nichtöffentlichen Sitzung behandelt werden soll.

Schon zuvor unterstellte Helmut Wich-Heiter (SPD) der Verwaltung falsche Informationen. Seitens der Verwaltung habe es geheißen, dass es keine Förderungen für eine Überdachung des Hirtenstegs gebe. Bei bei der Regierung habe es eine andere Antwort gegeben. Thomas Schorn ergänzte daraufhin, dass es unter anderem zu den Aufgaben eines Gemeinderats gehöre, die Verwaltung zu überwachen.

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