Kronach
Brauchtumsverein

"Alt Kronach" feiert gleich dreifach

Das 25-jährige Bestehen, "20 Jahre Fahnenweihe" und "40 Jahre Kronicher Maala" setzten die Akzente.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gefeiert wurde natürlich mit Musik und Tanz. Foto: Brauchtumsverein "Alt Kronach"
Gefeiert wurde natürlich mit Musik und Tanz. Foto: Brauchtumsverein "Alt Kronach"
+5 Bilder
Tanz, Musik und Gesang aus fränkischer Überlieferung, Beiträge zur Stadtverschönerung sowie die Mitwirkung an traditionellen Festen im Jahreskreis: Seit 25 Jahren zeigen die rührigen Mitglieder von "Alt Kronach" vorbildliches Engagement für die Pflege und den Erhalt von Brauchtum und Heimatkultur. Das 25-Jährige war aber keineswegs das einzige Jubiläum, das der Brauchtumsverein 2017 feiern kann. Hinzu kommt "20 Jahre Fahnenweihe" und die "Kronicher Maala" singen schon - allerdings in unterschiedlicher Zusammensetzung - 40 Jahre.
"Vor nunmehr 25 Jahren gründete sich unser Brauchtumsverein, um die Tracht, Tänze, Lieder, die Mundart und die Bräuche seiner oberfränkischen Heimat zu pflegen und zu bewahren. Ich glaube, dass wir das einigermaßen gut hinbekommen haben", meinte Thomas Heider in seiner Ansprache. Der sichtlich stolze Vorsitzende von "Alt Kronach" freute sich sehr, viele Mitglieder und Gäste zum Festnachmittag im Vereinslokal "Zum Fröschbrunna" begrüßen zu können wie auch schon zum vorausgegangenen Fest-Gottesdienst in der Kronacher Kreuzberg-Kapelle.
In den vergangenen 25 Jahren produzierte man zwei CDs mit fränkischen Liedern, Mundartgeschichten und Musik. Man beteiligte sich an Veranstaltungen des Landkreises, der Stadt Kronach sowie des Bezirkes Oberfrankens. "Auch beim Historischen Stadtspektakel und bei "Crana Historica" sind wir seit der ersten Stunde mit unseren historischen Kinderspielen dabei und bereichern diese Veranstaltungen.
Besondere Höhepunkte seien die Auszeichnung der "Kronicher Maala" einmal mit dem dritten und einmal sogar mit dem ersten Platz beim "Arzberger Bergkristall" gewesen. Zudem wurde man mit dem Preis der Hanns-Seidel-Stiftung für besondere Verdienste für Volksmusik und Gesang bedacht. Seitens des Landesvereins für Heimatpflege erhielt man die höchste Förderung für die Anschaffung der Tracht. In diesem Zusammenhang dankte Heider dem Weißenbrunner Bürgermeister Egon Herrmann und Birgit Jauernig aus Frensdorf. Beide hätten entscheidend dazu beigetragen, dass man eine so vielfältige Tracht trage. Das Jubiläum der Fahnenweihe sei maßgeblich der Fahnenmutter Rita Hanna und Ludwig Reier zu verdanken, die damals deren Anschaffung ermöglichten. Seit vier Jahrzehnten singen die "Kronicher Maala" nun schon zusammen. Die Schneiderin Gudrun Zwingelberg habe den Maala die Kniffe und Tricks bei der Herstellung der Frauentracht gezeigt, während Doris Rodewald seit 25 Jahren die Männertrachten nähe.
"Es waren 25 ereignisreiche Jahre, die wie im Flug vergingen. So wollen wir getreu unserem, auch auf unserer Fahne stehenden Wahlspruch - "Der Heimat die Liebe, die Treue dem Brauch, so dachten die Alten so denken wir auch" - die nächsten Jahre weiter an der Erhaltung unserer Mundart, unserer Tänze, Lieder und Musik sowie unserer Tracht arbeiten und diese am Leben erhalten", kündigte Heider an und rief alle zum Feiern und Tanzbein schwingen auf. Die Tanzpaare ließen sich dann auch nicht lange bitten. Auf der Tanzfläche im idyllischen Garten des Vereinslokals, umrahmt von alten Eichen und Linden, führten die Volkstanzbegeisterten voller Stolz ihre schönen alten Tänze vor: Die Frauen in Dirndl mit Schürze und darüber ein großes Tuch mit Fransen, die Herren in Trachtenhosen sowie Westen über den Hemden - Was für wunderschöne Bilder!
Die Jubiläumfeier begann mit einem feierlichen Festgottesdienst in der Kreuzberg-Kapelle. Hier beziehungsweise in der Kreuzbergklause war der Brauchtumsverein auch 1992 gegründet worden. Zelebriert wurde die Heilige Messe vom Gottesdienstbeauftragten Martin Ebert, der eine beeindruckende Predigt hielt. Die stimmungsvolle Ausgestaltung oblag den "Kronicher Maala" sowie den Bläsern der Stadtkapelle Teuschnitz. Die Bläser spielten auch beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Vereinslokal "Zum Fröschbrunna" auf, wo die Mitglieder - im Beisein vieler Ehrengäste wie auch weiterer Interessierter - bei Musik und Tanz in Erinnerungen an die vergangenen Jahre schwelgten. Ein großzügiges Geschenk - in Form kulinarischer Leckereien - bereiteten dem Jubelverein die "Fröschbrunna"-Wirtsleute Karin und Herbert Hanna.

Voll des Lobes über die rührigen Mitglieder zeigten sich Kronachs 2. Bürgermeisterin Angela Hofmann sowie der ehemalige langjährige Vorsitzende der Arge Fränkische Volksmusik im Bezirk Oberfranken, Jürgen Gahn, in ihren Grußworten. Hofmann hob dabei die Bedeutung der christlich-abendländischen Werte und der fränkischen Traditionen hervor. Der Brauchtumsverein leiste hier durch volkstümliche Tänze, Lieder, aber auch durch Mundart einen bedeutenden Beitrag. Sie gratulierte zum Jubiläum und bedankte sich herzlich für das vielfältige Engagement sowie das Schmücken des Schwedenbrunnens in der Osterzeit. Gahn freute sich, dass nach der - seit 1992 galoppierenden - Globalisierung nunmehr wieder eine Rückbesinnung auf Heimat und Region erfolge. "Damals musste man gegen den Zeitgeist schwimmen, um einen Brauchtumsverein zu gründen", erklärte er. Bei "Alt Kronach" würden die Säulen der Tracht, des Brauchtums und des Tanzes durch das Singen, Musizieren, das soziale Engagement und die Gemeinschaft ergänzt. Die Mitglieder des Brauchtumsvereins seien zugleich auch wertvolle Mitglieder der Arge - und mehr als das, nämlich seit vielen Jahren lieb gewonnene Freunde.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren