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Kronach
Soziales

Alles andere als für die K.A.T.Z. - Kronacher Second-Hand-Shop feiert 40. Jubiläum

Seit 40 Jahren gibt es inzwischen die Kinderausstattungs-Tauschzentrale (K.A.T.Ze.) in Kronach. Die Betreuung übernehmen derzeit 17 ehrenamtliche Helferinnen.
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Seit 40 Jahren gibt es die Kinderausstattungs-Tauschzentrale (K.A.T.Ze.) in Kronach, unter Trägerschaft des SkF. Die Betreuung erfolgt komplett in Ehrenamt von derzeit 17 engagierten Helferinnen. Foto: Heike Schülein
Seit 40 Jahren gibt es die Kinderausstattungs-Tauschzentrale (K.A.T.Ze.) in Kronach, unter Trägerschaft des SkF. Die Betreuung erfolgt komplett in Ehrenamt von derzeit 17 engagierten Helferinnen. Foto: Heike Schülein
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Kleiderständer und Regale sind in der K.A.T.Ze. stets gut gefüllt: Die Nachfrage ist groß; aber auch die Anzahl der Menschen, die gut erhaltene gebrauchte Kleidung sowie weitere Artikel rund ums Kind zum günstigen Preis verkaufen möchten. "Platzmangel haben wir eigentlich immer", erzählt Sybille Püttner, die seit 1992 die Kinderausstattungs-Tauschzentrale in Kronach leitet. Und weil das ziemlich schwierig auszusprechen ist, hat sich schnell die tierische Abkürzung eingebürgert.

Vor 40 Jahren brachte die inzwischen verstorbene Christine Michl die Idee einer solchen "Tauschzentrale" für gebrauchte Kinder-Artikel von ihrer Schwester in Schwabach mit nach Kronach. Die K.A.T.Ze. - seit 1988 im Stadtgraben 11 beheimatet - ist damit der älteste Second-Hand-Shop in der Lucas-Cranach-Stadt.

Klein angefangen, hat sie sich längst zu einer festen Einrichtung in Kronach entwickelt, die sehr gut angenommen wird. Von Verkäufern wie auch Käufern. Die Trägerschaft hat der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) inne - mit dem Bestreben, Familien mit geringem Einkommen durch den Einkauf günstiger Kinder-Artikel zu entlasten und gleichzeitig die gebrauchten Waren einem sinnvollen Zweck zuzuführen.

Bewährtes Konzept

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Das Angebot nutzen aber laut Püttner keineswegs nur Familien mit kleinem Geldbeutel. Gerade auch im Sinne der Nachhaltigkeit habe hier ein Umdenken stattgefunden, sodass viele neben der Ersparnis schlichtweg auch aus Überzeugung heraus in der K.A.T.Ze. kauften und diese auch Billig-Anbietern vorzögen.

Von der zumeist schlechten Qualität ganz abgesehen, wird die dort angebotene Kleidung ja oftmals in Billigländern mit schlechten Arbeitsbedingungen und Niedriglöhnen hergestellt. Dieses Bewusstsein in der Bevölkerung sei in dieser Form sicherlich vor 40 Jahren noch nicht so ausgeprägt gewesen.

Am Konzept indes hat sich in all den Jahren nichts geändert. Gebrauchte und gut erhaltene Kinder- und Jugendkleidung - auch größere Größen, modische Umstandskleidung, Kinderwagen, Kommunionkleidung, Spielsachen und viele andere Dinge für Kinder, Jugendliche und Schwangere, werden in Kommission verkauft. Der Preis wird in Absprache mit dem Verkäufer festgelegt. Dieser erhält 80 Prozent des Verkaufserlöses, während die übrigen 20 Prozent an den SkF gehen, der damit sozial schwache Familien unterstützt.

Lange Liegezeit

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Die lange Liegezeit von drei Monaten wie auch die ganzjährigen Öffnungszeiten (siehe Infokasten) sind Vorteile der K.A.T.Ze. gegenüber von Second-Hand-Basaren. "Bei uns hat man drei Monate lang die Chance, dass ein Artikel verkauft wird", betont Püttner. Damit entfielen die Stoßzeiten und das Gewusel der Basare. Großen Wert legt das Team auf die Qualität des Angebots. "In der K.A.T.Ze. gibt es nur gut erhaltene, saubere und modische Sachen. Alles wird von uns genau angeschaut und geprüft. Unsere Käufer können sich sicher sein, für ihr Geld etwas Gutes zu bekommen", versichert Püttner.

Komplett im Ehrenamt

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Artikel, die in dieser Zeit nicht verkauft beziehungsweise wieder vom Verkäufer abgeholt werden, gehen danach direkt an andere Hilfsorganisationen.

Einzigartig bei dem Second-Hand-Angebot ist, dass sämtliche Arbeiten wie sortieren, etikettieren, verkaufen oder einräumen komplett im Ehrenamt erfolgen. Dabei wurden im vergangenen Jahr von den Mitarbeiterinnen insgesamt 1683 ehrenamtliche Stunden geleistet. Vom Umsatz wurden gut 3700 Euro an den Träger weitergeben. 2003, zum 25. Jubiläum des Second-Hand-Shops, wurde das Team für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement von der Frauenliste Kronach mit dem "Goldenen Apfel" ausgezeichnet.

Start in der Kulmbacher Straße

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Neben dem 40. Geburtstag konnte man 2018 noch ein weiteres Jubiläum feiern - schließlich befindet sich die K.A.T.Ze. doch seit 30 Jahren im Stadtgraben 11. Ab dem 28. November 1978 war diese zunächst für zwei Jahre in einem kleinen Raum in der Kulmbacher Straße neben der Bären-Apotheke und dann in der Siechenangerstraße untergebracht.

Von 1983 bis 1988 war die Einrichtung in der Johann-Nikolaus-Zitter-Straße beheimatet, bevor man schließlich 1988 in die neuen Räumlichkeiten in den Stadtgraben (circa 100 Meter hinter der Weka) umzog. Hier stehen drei ineinander übergehende Verkaufsräume sowie ein Raum für die Annahme zur Verfügung. außerdem gibt es eine separate Verkaufsfläche für größere Sachen wie Kinderwägen. Die Leitung lag von 1978 bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 bei Christine Michl. Seitdem steht Püttner der K.A.T. Ze. vor.

Aktuell leisten 17 Frauen ehrenamtlich am Dienstag jeweils in einer Fünfer-Gruppe beziehungsweise zu zweit am Donnerstag Dienst. Da die Arbeiten zeitintensiv sind, sind neue Helfer jederzeit willkommen.

An zwei Tagen geöffnet

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Angenommen beziehungsweise angeboten werden: Babykleidung und - ausstattung, Kinder- und Reisebetten, Hochstühle, Babysafes, Autositze, Kinderwägen, Buggys, Spielsachen, Autos, Bagger, Puppen, Kinder- und Jugendkleidung, Kommunion- und Konfirmationskleidung, Umstandskleidung, Schuhe und vieles mehr. Geöffnet ist dienstags von 8 Uhr bis 11.30 Uhr und von 14 Uhr bis 17.30 Uhr (Annahme und Verkauf) sowie donnerstags von 17 Uhr bis 19 Uhr (nur Verkauf). In den Ferien ist geschlossen!

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