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Wallenfels
Stadtrat

Alle zwei Stunden von Wallenfels nach Kronach

Das Mobilitätskonzept, mit dem der Landkreis den öffentlichen Nahverkehr auf neue Beine stellen will, wurde im Wallenfelser Stadtrat vorgestellt.
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Der öffentliche Nahverkehr im Kreis Kronach soll in Zukunft attraktiver werden.  Foto: Symbolbild: Jan Woitas
Der öffentliche Nahverkehr im Kreis Kronach soll in Zukunft attraktiver werden. Foto: Symbolbild: Jan Woitas

"Das" Argument für den Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) liefert der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn: Die Eintrittskarte für ein Heimspiel des 1. FC Nürnberg gilt ab fünf Stunden vor Spielbeginn bis zum Betriebsende um etwa drei Uhr morgens als Fahrkarte!

In der Wallenfelser Stadtratssitzung ging es aber vor allem um das Mobilitätskonzept im Landkreis Kronach, das am 1. August starten soll. "Es fahren keine Busse", wird immer wieder beklagt, sagte das Stadtoberhaupt. Die Stadt Wallenfels führte einst einen Bürgerbus ein, der aber nach neun Monaten eingestellt werden musste. Wesentliche Frage wird jetzt sein, ob die Bevölkerung das Ganze akzeptiert. Wichtig ist, Bürger und Busunternehmer mitzunehmen. "Ich habe immer noch die ganz große Hoffnung, die Unternehmer im Kreis einbinden zu können."

Mit 42 Bussen wird ein landkreisweites System geschaffen, das viel mehr Orte anschließt und deutlich effektiver sein wird, erläuterten Gabriele Riedel und Barbara Meyer vom Regionalmanagement das Mobilitätskonzept. Der Nahverkehrsplan stammte aus den 90er Jahren. Ziel war nun ein völlig neuer Nahverkehrsplan, der alle Verkehre hier integriert. So richtig voll war nur der Schülerverkehr. "Wir machen etwas komplett Neues", erklärte Gabriele Riedel.

Im April 2019 erfolgte die europaweite Ausschreibung. Es kamen mehrere Angebote, erläuterte Barbara Meyer, die das Gesicht der Mobilitätszentrale sein wird. Es wurden mittlerweile verschiedene Lose und Zuschläge vergeben. Viele Linien werden von der OVF mit 20 Bussen bedient (auch Wallenfels), 21 Busse vom Unternehmen Martin, dazu kommen viele Kleinbusse von der Regionalbus Arnstadt GmbH. Es kann durchaus noch sein, dass weitere regionale Unternehmen von den Anbietern mit einbezogen werden. Zwischen den Hauptachsen gibt es Rufbusse.

Schülerverkehr in zwei Wellen

Künftig wird es den Schülerverkehr in zwei Wellen geben. Die weiterführenden Schulen beginnen früher, die Grundschulen etwas später. So werden die Busse in zwei Umläufen voller, mehr Kapazitäten sind vorhanden und daher offen für alle. Bei den Schulen gab es viel Verständnis. Jede Veränderung hat Auswirkungen im ganzen Landkreis. Die Busse sind im Umlauf quer durch den Landkreis unterwegs, was es effizient, aber auch komplizierter macht. Bei der Grundschule Wallenfels bleibt Unterrichtsbeginn acht Uhr.

Die Fahrpläne sind noch immer in der Feinjustierung und werden erneut mit den Schulen abgestimmt. Es müssen noch alle Haltestellen angeschaut werden. Auf allen Haltestellenschildern soll der Name stehen. Alle Haltestellen im Landkreis werden neu beschildert. Viele Schilder waren einfach in keinem guten Zustand.

Der Aufbau der Mobilitätszentrale steht jetzt im Mittelpunkt. "Wir wollen nicht nur eine Qualität in der Linien- und Haltestellenausstattung, sondern auch in der Beratung. Wir haben uns da etwas ganz Großes vorgenommen." In einem Schichtbetrieb wird die Zentrale von 7 bis 18 Uhr, Samstag von 9 bis 13 Uhr besetzt sein. Außerhalb dieser Zeiten gibt es telefonische Möglichkeiten über ein erfahrenes Callcenter. Kunden können insgesamt zwischen 7 und 23 Uhr einen Rufbus bestellen. Wer nach Kronach will, sagt wann er in Kronach sein will oder wann er losfahren will und bekommt dann gesagt, wie es funktioniert. Es soll auch einige mobile Berater geben, die etwa zu Gemeinden oder Vereinen gehen, um zu informieren. Gedacht wurde auch an eine bessere Verbindung nach Hof. Hier wird in Selbitz umgestiegen. Sieglinde Stumpf regte an, über Angebote für Berufspendler nach Bad Steben nachzudenken.

Für die Wallenfelser wird mindestens alle zwei Stunden ein Bus nach Kronach fahren, in Zeiten des Schülerverkehrs öfter. Die Preise sind eine politische Frage, erklärte Jens Korn. Es soll aber nicht teurer werden. Letztlich gebe es auch einen politischen Willen, sich an den VGN anzuschließen. Dieser wird dann die Preise bestimmen. Die sind aber wohl akzeptabel.

Brückenbeton wird abgedichtet

Die halbseitigen Brückensperrungen auf der Wallenfelser Umgehung sind unerwarteten Fahrbahnproblemen geschuldet. Der Beton, der die ganze Konstruktion beider Brücken trägt, muss vor eindringendem Wasser abgedichtet werden.

Die Straßenbauverwaltung will schnellstmöglich Abhilfe schaffen. Für beide Brücken erfolgten Ausschreibungen. Baubeginn soll Anfang April sein. Die Straße wird auch weiterhin halbseitig gesperrt sein.

"Sicherlich ist es ärgerlich, aber es muss gemacht werden", zeigte sich Bürgermeister Jens Korn dankbar, dass die Behörde die Stadt informierte und hinzuzog.

Am 11. März wird es mit den künftigen Nutzern des Schulhauses im Stadtteil Wolfersgrün über die Details der Planungen geben. Gerade dem Theaterverein sollen Ängste um Lagermöglichkeiten genommen werden.

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