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Kronach
Fasching

Agnes Jurinka ist zurück

Die Kronacherin war über zwei Jahrzehnte Büttenrednerin der Kroniche Fousanaocht. Nach sechs Jahren Pause tritt sie heuer erstmals wieder auf.
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Agnes Jurinka mit einem ihrer damaligen Bühnenbilder, die Erika Engelhardt jeweils zu ihren Büttenrede gefertigt hat.Foto: Corinna Igler
Agnes Jurinka mit einem ihrer damaligen Bühnenbilder, die Erika Engelhardt jeweils zu ihren Büttenrede gefertigt hat.Foto: Corinna Igler
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Mehr als ein Vierteljahrhundert stand sie in der Bütt, 2006 zum letzten Mal. Und nun kommt sie zurück. Agnes Jurinka tritt bei den Kronacher Büttenabenden der Kroniche Fousanaocht in diesem Jahr wieder auf.
"Ich habe sie gebeten", sagt Sitzungspräsident Martin Panzer - "Und ich konnte nicht nein sagen", vollendet die rüstige Senioren den Satz.

Durch ihren Bruder Max Wich sei sie damals zur Büttenrednerin geworden, erinnert sie sich: "Er war 1978 Prinz und meinte, dass jemand aus seiner Verwandtschaft ja auch eine Büttenrede halten könnte. Das war also mein erster Auftritt. Er hieß ,Kronich unse Gluggn‘. Hintergrund war die Gebietsreform. Ich bin mit einer Henne auf die Bühne." Und im Jahr darauf "sollte ich eigentlich mit meiner Schwägerin auftreten.
Aber die wurde kurzfristig krank und so ist die Zinners Ursel eingesprungen." Mehrere Male sind die beiden in der Folge gemeinsam aufgetreten.

Aber so manches mal war Agnes Jurinka auch allein: "Einmal hab' ich eine Verkaufskanone gemacht", sagt sie lachend. Als solche habe die langjährige Weka-Mitarbeiterin, die insbesondere für die Ausbildung zuständig war, aus ihrem Alltag in dem Kaufhaus berichtet. "Ich hab' zum Beispiel gesagt, dass ich meinen Traumberuf fast nicht hätte ausüben können, weil ich zu schüchtern war. Da haben natürlich schon alle gelacht, das hat mir kein Mensch geglaubt. Aber das stimmt tatsächlich."

Agnes Jurinka holt einige Rollen Papier hervor - ihre jeweiligen Bühnenbilder von damals, gemalt von Erika Engelhardt. "Da hab' ich meine Rede mal unter das Thema ,Kronach hat eine rote Meile‘ gestellt", erklärt sie und zeigt auf eines der Gemälde. "Und hier wollte ich nach Honolulu auswandern", weiß sie noch genau. Und im Jahr der 1000-Jahr-Feier habe sie sich in der Bütt als "Miss Rosenburgia" beworben.

Vielen ist Agnes Jurinka auch als "Die Schnejklera" oder als Theatergängerin sowie als Reisebegleiterin einer Kaffeefahrt bekannt. Sie legt eine Kassette in den Rekorder, eine Aufnahme von ihrem Auftritt als Reisebegleiterin, die die alt bekannten "Stehsacher" verkauft. Ihre Ideen habe sie oft aus Themen, die an sie herangetragen worden seien, geschöpft. "Einmal kam zum Beispiel eine Frau in die Weka. Ihr war kurz zuvor der Köhlers Heinz aufs Auto gefahren. Das hat sie mir erzählt und so haben wir das in der Büttenrede aufgegriffen." Eine andere Frau sei zu ihr gekommen und habe sie aufgefordert "Mensch, sag doch mal was, dass der Bahnhof zugesperrt ist und man dort dann gar nicht aufs Klo gehen kann." Gesagt, getan, in der Büttenrede kam es zur Sprache.

Ein besonderes Merkmal der Büttenrednerin war aber vor allem ihr Gesang, als Bänkelsänger dürfte sie so manchen noch gut in Erinnerung sein. "Gesungen habe ich eigentlich immer" - egal, ob sie allein oder im Duo auf der Bühne stand. Zuletzt hat sie meist Matthias Michel an der Gitarre begleitet. "Es gab immer einen Refrain, den man im Publikum mitsingen konnte. Das hat den Leuten gefallen." Einmal sogar hat die leidenschaftliche Sängerin, die noch immer regelmäßig im Chor aktiv ist, sogar "Dies Bildnis ist bezaubernd schön" aus der Oper "Die Zauberflöte" zum Besten gegeben.

Als was sie heuer in die Bütt steigt, will Agnes Jurinka aber partout nicht verraten. Ob sie aufgeregt ist? "Nein", sagt sie. Das sei sie nur einmal gewesen: "Bei meinem ersten Auftritt - und zwar bis zu dem Moment, als die ersten Lacher kamen." In diesem Zusammenhang verweist sie auch darauf, dass sie sich ihre Büttenreden nie aufgeschrieben habe, höchstens Stichpunktartig. Vorab halten - das gibt es auch nicht. "Das hab' ich alles in meinem Kopf und wenn man frei spricht, kann man auch spontan noch etwas mit einbauen." So halte sie es also auch heuer. "Ich brauch' den Saal und das Publikum und dann leg ich los".

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