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Heinersberg
Straßenbau

Ärger in Heinersberg: Monatelange Sperrung bei Nordhalben

Zwei Baumaßnahmen sorgen parallel für mehrmonatige Straßensperrungen im Bereich um Nordhalben. Die Menschen vor Ort, besonders in Heinersberg, sind empört.
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An der KC 23 bei Nordhalben muss dringend gebaut werden. Foto: Michael Wunder
An der KC 23 bei Nordhalben muss dringend gebaut werden. Foto: Michael Wunder
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Der Aufschrei war groß, als Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) in der konstituierenden Sitzung des Nordhalbener Marktgemeinderates eine vermeintlich gute Nachricht überbrachte, die für die Heinersberger allerdings einen großen Haken hat. Gleich zwei wichtige Baumaßnahmen gehen im Umgriff von Nordhalben über die Bühne, was die Verkehrssituation in diesem Bereich deutlich verbessern dürfte. Die Krux: Die beiden Maßnahmen überschneiden sich. Das hat zwei parallele Vollsperrungen über einen Zeitraum von drei Monaten zur Folge.

Das Szenario ließ so manchen Rat und Bürger im Sitzungssaal zusammenzucken; Heinersberg wäre demnach ein Vierteljahr in südliche und westliche Richtung mehr oder minder von der Außenwelt abgeschnitten. "Die Zufahrt Heinersberg über den Bahnhof wäre komplett gesperrt, und die Brücke nach Dürrenwaid wäre auch komplett gesperrt", schilderte Pöhnlein seinen Kenntnisstand. Als dann noch von einem möglichen Ausweichen auf einen Waldweg - auf eigene Gefahr - die Rede war, war das Maß für die Kommunalpolitiker voll. Horst Wolf (FW) hielt das für unzumutbar ("Da muss man in die Eisen steigen!"). Eine Meinung, der sich viele seiner Ratskollegen anschlossen, auch Manfred Köstner (CSU), der die Probleme für den Lkw-Verkehr ansprach, und Rudolf Ruf (CSU), der auf die heikle Situation im Fall eines Brandes oder Unfalls hinwies.

Eine Frage der Zuständigkeit

Doch wie konnte es zu dieser schwierigen Situation kommen? Peter Biedermann vom Landratsamt Kronach erklärt auf unsere Anfrage, dass die Brückenbaumaßnahme an der Ölsnitz vor Dürrenwaid in die Zuständigkeit des Staatlichen Straßenbauamtes Bayreuth falle. Auf Grund der Örtlichkeit arbeite es in diesem Fall mit dem Landratsamt Hof zusammen. "Von der Verkehrsbehinderung haben wir daher nur rein zufällig erfahren", so Biedermann. Ein Antrag auf verkehrsregulierende Maßnahmen - eine Umleitung müsse der Baulastträger vorschlagen - sei noch nicht eingegangen. Dazu werde die Kronacher Behörde aber auch nur gehört, sie treffe nicht die Entscheidung.

Anders sieht die Sache bei der Baumaßnahme in Nordhalben an der KC 23 aus, für die der Landkreis Kronach zuständig ist. "Von Anfang Juni bis Ende des Jahres werden unsere Arbeiten wohl dauern", geht Gunther Dressel vom Landratsamt auf die Erneuerung einer Stützmauer ein. Ebenso wie in Dürrenwaid handele es sich auch in Nordhalben um ein dringliches Vorhaben, da die Mauer einsturzgefährdet sei.

"Wir sind die Maßnahme 2011 angegangen", blickt Dressel zurück. Inzwischen sei die Förderzusage eingegangen und die Ausschreibung erfolgt. Deshalb sei an eine Verschiebung nicht mehr zu denken.
Dennoch wird es am 27. Mai ein Gespräch mit allen beteiligten Stellen geben. "Hierbei soll eine verträgliche Umleitungslösung bei den anstehenden Maßnahmen angestrebt werden", betont der Leiter des Staatlichen Bauamtes Bayreuth, Kurt Schnabel.

Teilsperrung nicht möglich

Für die Teilerneuerung einer Brücke über die Ölsnitz ist seine Behörde der Baulastträger. Aus Sicherheitsgründen sei dabei eine nur teilweise Sperrung nicht möglich. Eine Umleitung ist geplant über die Staatsstraße 2194 und die Bundesstraße 173 (Straßdorf - Erlabrück). Die Arbeiten sollen vom 19. Mai bis Mitte August dauern. "Danach muss die Staatsstraße für eine Baumaßnahme in Steinwiesen offen sein", unterstreicht Schnabel, dass auch bei dieser circa 200.000 Euro teueren Maßnahme ein Aufschub nicht in Frage kommt.

Angesprochen auf das "Kommunikationsproblem" zwischen den Behörden, das mehrfach im Nordhalbener Rat auf den Tisch gebracht wurde, weist Schnabel eine Schuld seines Amtes zurück: "Zur Abstimmung bei der Durchführung von Straßenbaumaßnahmen im Landkreis Hof fand am 11. März 2014 eine Besprechung in der Straßenmeisterei Naila statt, zu der außer den öffentlichen Stellen aus dem Landkreis Hof auch die Polizei und das Landratsamt Kronach sowie das Staatliche Bauamt Bamberg eingeladen waren. Vom Landratsamt Kronach war beim Termin leider kein Vertreter anwesend, weshalb auch von der dort geplanten Maßnahme nichts bekannt war."

Doch eigentlich ist es auch egal, an welcher Stelle es letztlich gehakt hat. Es sieht jetzt ganz so aus, dass es am Ende die Heinersberger sein werden, die den Schwarzen Peter in den Händen halten.

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