Kronach
Einführung

Achim Gerber ist der neue Pfarrer

Am Sonntag übernahm der evangelische Geistliche in der Kronacher Christuskirche offiziell sein Amt.
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Dekanin Dorothea Richter nahm die Einführungshandlung vor. Foto: Maria Löffler
Dekanin Dorothea Richter nahm die Einführungshandlung vor. Foto: Maria Löffler
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Zum ersten Mal stand der neue Pfarrer des Dekanats Kronach-Ludwigsstadt, Achim Gerber, auf der Kanzel der Christuskirche. Am vergangenen Sonntag wurde er feierlich seiner Gemeinde vorgestellt, ins Amt eingeführt und erhielt seine Urkunde für die Übertragung der Pfarrstelle.

"Es ist uns nicht gelungen, Pfarrer Martin Gundermann zu klonen." Dekanin Dorothea Richter verkündete diese Nachricht mit einem strahlenden Lächeln, denn der Satz war noch nicht zu Ende: "Aber wir haben ab sofort einen neuen, eigenständigen, kommunikativen, aktiven, sportbegeisterten Pfarrer, der ebenfalls mit einer Grundschullehrerin verheiratet ist." Die Parallelen seien offensichtlich und man habe mit Pfarrer Achim Gerber einen Menschen, der es schaffe, die Lücke zu füllen, die Pfarrer Gundermann hinterlassen habe.

"Von Windhuk nach Kronach," das sei nicht nur ein Wechsel von Stadt zu Stadt, sondern es sei auch ein Wechsel der Kontinente. Die Aufgaben seien ähnlich, meinte die Dekanin, aber der Welthorizont, den Achim Gerber mitbringe, sei von unschätzbarem Wert. "Ich weiß, dass unsere Probleme hier nicht mit einer Dürrekatastrophe in Namibia vergleichbar sind, aber die Aufgaben eines Pfarrer sind trotzdem immer ähnlich."

Und was sich die Dekanin vom Wirken des neuen Pfarrers versprach, drückte sie so aus: "Wir sind jederzeit offen für neue Gottesdienstformen und für allem für neue Impulse. Und das alles in ökumenischer Offenheit mit Demut, Mut und Gottvertrauen." Im Namen Jesu müsse man auf Menschen zugehen. Dafür wünschte sie ihm schon jetzt Durchhaltevermögen, Mut und Freude an der Arbeit."

Lobende und herzliche Grußworte an Pfarrer Achim Gerber kamen unter anderem in schriftlicher Form von Bischof Burgert Brand: "Er ist ein tüchtiger Pfarrer, dem vor allem die Menschen am Herzen liegen. Er kommt von Christus her und geht zu Christus hin. Außerdem verfügt er über einen großen Erfahrungsschatz."

Freude auch beim Vertrauensmann des Kirchenvorstandes, Ulrich Oßmann: "Wir hatten ja schon die eine oder andere Begegnung im Gemeindehaus oder in der Karibik. Jetzt haben Sie keine langen Wege mehr zum Gottesdienst, da kann Ihre Predigt schon mal etwas länger ausfallen..."

Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) war glücklich, dass es wohl auch künftig ein gutes Miteinander zwischen evangelischen und katholischen Christen geben werde und hoffte, dass Pfarrer Gerber die frohe Botschaft des Glaubens sehr gerne in seiner "neuen Heimat" verkünden werde.

Stellvertretender Landrat Bernd Steger (FW) machte Pfarrer Gerber schon mal mit den Ausmaßen des Landkreises vertraut und nannte einige Eckdaten. Am Ende gestand er ein: "Es ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man in den Kronacher Landkreis kommt, aber die Menschen hier sind herzlich, bodenständig und naturverbunden."

Pastoralreferentin Birgitta Staufer überbrachte die "ökumenische Geschwisterlichkeit" und wünschte vor allem neue Ideen und einen langen Atem.

"Ich habe Ihnen die Herzen der Oberfranken mitgebracht!" Dieses Versprechen gab Horst Moser vom Präsidium der Dekanatssynode. Und weiter: "Gott legt Ihnen diese Kirchengemeinde in die Hände und ans Herz."

Pfarrerin Alina Ellgring wünschte, dass sich die ganze Familie gut einleben werde, denn "Namibia ist nicht der Frankenwald." In der Kirche habe man vorsichtshalber schon mal die Heizung eingeschaltet, damit "es sich vertraut anfühlt." Außerdem empfahl sie: "Sie sollten sich auch schlau machen, was es mit der Kronacher 'Housnkuh' auf sich hat."

Viel "Input" also für den sympathischen Pfarrer, dem die meiste Zeit ein Lächeln um die Lippen spielte. Seine lockere Art machte es den Gemeindegliedern einfach, sich "an den Neuen" zu gewöhnen. Was ihn auszeichne, sei nicht nur seine "Weltoffenheit und sein großer Horizont, sondern vor allem seine Liebe zu den Menschen."

Die Segensworte für die Einführung in die neue Pfarrstelle sprachen Pfarrer Werner Lauterbach, Andrea Gerber-Holzmann, Klaus Dippon, Manfred Zarte und Ulrich Oßmann.

Infokasten: "Wie viel Heimat braucht der Mensch?" Die Worte an seine Gemeinde richtete Pfarrer Gerber von der Kanzel aus und "Heimat" machte er dabei zum zentralen Thema. "Was bedeutet Heimat und wo finde ich sie?" Die Antworten waren wenig überraschend, aber für alle nachvollziehbar: "Ich finde sie in den Menschen, die mir nahe stehen, im Beruf, in meiner Sprache. Geistige Heimat gibt es in der Geborgenheit, der Wertschätzung und im Vertrauen. Und man kann sie mit allen Sinnen spüren. Man kann sie riechen im Duft des Hefezopfes, der durch die Küche zieht oder im heißen Afrikaregen auf vertrocknetem Land. Heimat kann schmecken wie Bier, Kuchen oder eine gute Soße und sie klingt wie die Geräusche eines Motors, wie Kirchenglocken, Vogelgezwitscher oder Hundegebell." Heimat sei nicht nur da, wo einst die Wiege gestanden habe, vielmehr bekomme man immer etwas Neues dazu. "Heimat ist auch, was man vorfindet und mitgestaltet. Aber die Erde ist nur eine Heimat auf Zeit und sie ist ein wesentlicher Aspekt der Frömmigkeit." Und ob Heimat nun im Diesseits oder im Jenseits liege, sei für Christen eine zentrale Frage. "Auf jeden Fall soll der Glaube sein wie eine Giraffe - mit den Füßen fest auf der Erde und mit dem Kopf im Himmel."

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