Wallenfels
Stadtrat

Ab 12. Oktober rollt der Verkehr wieder

Die sanierte Gemeindeverbindungsstraße von Schnappenhammer nach Wolfersgrün wird in Kürze freigegeben. Auch andere Projekte machen gute Fortschritte.
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Die Gemeindeverbindungsstraße von Schnappenhammer nach Wolfersgrün wurde aufwendig saniert und ist nunmehr fast fertig. Am 12. Oktober soll die Fahrbahn wieder freigegeben werden.  Michael Wunder
Die Gemeindeverbindungsstraße von Schnappenhammer nach Wolfersgrün wurde aufwendig saniert und ist nunmehr fast fertig. Am 12. Oktober soll die Fahrbahn wieder freigegeben werden. Michael Wunder
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Detailliert ging Bürgermeister Jens Korn (CSU) in der ersten Sitzung des Stadtrates nach der Sommerpause auf die laufenden Projekte in der Stadt ein. Die Gemeindeverbindungsstraße von Schnappenhammer nach Wolfersgrün mache gute Fortschritte. Als Termin für die Verkehrsfreigabe wurde der Freitag 12. Oktober, genannt.

Einen Tag später hat der Förderverein "altes Schulhaus" Wolfersgrün ein kleines Fest geplant. Bei der Planung des Schulhauses Wolfersgrün wurde zwischenzeitlich mit den Nachbarn alles abgeklärt. Die Genehmigungsplanung soll im Herbst/Winter vorangetrieben werden, so dass man anschließend ausschreiben kann, sagte der Bürgermeister.

Korn informierte, dass die Nachbesserungsarbeiten im Friedhof Wallenfels bisher von der bauausführenden Firma noch nicht durchgeführt wurden. Geschäftsleiter Frank Jakob ging auf die Außenanlagen des

Bauhofes ein. Dort soll der Lagerplatz hinter dem Gebäude als nicht befestigte Fläche angelegt werden. Beim Breitbandausbau komme man mit dem Höfeprogramm nunmehr auch voran. Aufgrund der großen Nachfrage habe es zunächst durch das Planungsbüro Engpässe gegeben, jetzt sei alles am Laufen, sagte Jakob.

Beim Kirchenumfeld in Neuengrün gehen die Arbeiten gut voran. Stadtrat Kersten Schöttner meinte, dass man planmäßig vorankommt. Die Trockenlegung der Kirche gestaltet sich schwieriger als erwartet. Vieles komme erst nach Freilegung zum Vorschein und sei nicht so vorhersehbar gewesen. Die auftretenden Probleme werden so einfach wie möglich gelöst. Eine fehlende Abdichtung am Gotteshaus sei bestmöglich gemacht worden. Ebenso wurden sämtliche Entwässerungsleitungen erneuert, sagte Schöttner.

Pläne für neues Feuerwehrhaus

Zwischenzeitlich ist die Stadt in die Planung für ein neues Feuerwehrhaus in Wallenfels eingestiegen. Im April will man eine Genehmigungsplanung vorlegen. Der Neubaubeginn soll im Jahr 2020 sein.

Heftig wurde auch der Maßnahmenkatalog des Landkreises zum Ausbau der Kreisstraßen und Radwege diskutiert. Dies ist normalerweise Sache der Kreisgremien, sagte der Bürgermeister eingangs. Gleichwohl betrifft es die Stadt Wallenfels im besonderen Maße, weil dort viele Kreisstraßen in einem schlechten Zustand sind. Festgesetzt und bereits in der Prioritätenliste aufgenommen ist der Ausbau der KC 32 von der Landkreisgrenze Hof bis nach Schlegelshaid. Man plädierte dafür, dass diese Maßnahme anschließend bis zur B 173 fortgesetzt werde. Nachdem dies aber noch einige Jahre in Anspruch nimmt, war man sich einig, dass man das schlechte Stück am Berg unbedingt vorziehen sollte.

Stadtrat Günter Blumenröther (CSU) meinte, dass gerade der Berg viele Gefahren birgt und ein kurzfristiges Handeln notwendig sei. Nachdem auf der anderen Seite die KC 31 von Geuser bis Landkreisgrenze Kulmbach in den nächsten zwei Jahren nicht angegangen werden kann, sprach man sich für eine sofortige Lösung der Zufahrt nach Geuser aus. Ursprünglich war geplant, dies mit dem Landkreis gemeinsam zu machen, sagte der Bürgermeister. Jetzt müsse aber die Stadt die Maßnahme vorziehen.

Ortstermin in Geuser

Anwesende Bürger aus Geuser bemängelten den schlechten Zustand, die Eisbildung und die mangelhaften Ausbesserungsarbeiten auf der Kreisstraße. Sie verwiesen auf die Gefahren speziell mit Lastkraftwagen und Traktoren. Der Bürgermeister schlug deshalb einen kurzfristigen Ortstermin, der allseits begrüßt wurde, vor.

Auch nahm er zur Anregung des Radwegs von Neuengrün nach Wolfersgrün Stellung. Dort werde die Mindestverkehrsmenge für einen Ausbau nicht annähernd erreicht, weshalb ein Vollausbau nicht realistisch erscheint. "Wir wollen ja keinen reinen Radweg, sondern lediglich eine sichere Verbindung für Fußgänger, Radfahrer und Kinderwagen", fasste es der Bürgermeister im Sinne der Betroffenen zusammen. Das Sicherheitsproblem sollte mit einer relativ einfachen Lösung angegangen werden, deshalb wurden auch schon Alternativlösungen mit dem Amt für ländliche Entwicklung vorbesprochen.

Stadtrat Stefan Schütz (CSU) sah ebenfalls keine Notwendigkeit für reinen Radweg, der gemachte Schritt gehe aber in die richtige Richtung, sagte er. Sieglinde Stumpf (FW) bemängelte den Zustand am "Schnaider Berg", weiterhin bat sie die Ortsschilder freischneiden zu lassen.

Die Stadt Wallenfels hat im Zuge des Stadtumbaumanagements bisher rund 90 zeitaufwendige Beratungen durchgeführt. Ann-Sofie Beuerle vom Büro Planwerk informierte, dass derzeit etliche weitere Beratungen laufen. Mit der strategischen Ausrichtung, dem Immobilien- und Flächenmanagement sowie der integrierten Stadt- und Gemeindeentwicklung und der lokalen Ökonomie nannte sie die wesentlichsten Punkte des Projektes.

Leerstand steht im Vordergrund

Im Vordergrund stehe immer der Leerstand und die Innenentwicklung. Immer wieder werde das Büro um Rat gefragt, insbesondere wenn es um die Beratung für Fördermöglichkeiten geht. Sie sei jeden Mittwoch vor Ort und die Beratungen würden gut angenommen, zwischenzeitlich konnten in Wallenfels und Steinwiesen auch schon sieben Maßnahmen umgesetzt werden.

Alexander Eberl vom Büro Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) ging ergänzend auf das aktive Leerstandsmanagement ein. Es sei zwar genügend Wohnraum vorhanden, dieser ist aber schlecht oder gar nicht saniert. Man müsse deshalb großen Wert auf die Qualität der Wohnungen legen. Zu schaffen wären günstige und altengerechte Wohnungen in zentraler Lage. Auch sei ein gewisser Markt für gehobenen Wohnraum vorhanden. Derzeit gebe es recht gute Förderprogramme. Gut erhaltene Projekte werden sowohl zum Kauf als auch zur Miete gesucht, sagte Eberl. Man habe auch die Initiative ergriffen und biete an, leer stehende Wohnungen zu Ferienwohnungen umzubauen. Vorrang hätten Projekte im Kernbereich, ansonsten bestehe die Gefahr, dass man sich verzettelt. Als Dienstleister sei man auch ein Stück weit von den Gebäudeeigentümern abhängig, so Eberl.

Förderung fürs Freibad?

Jens Korn setzte den Stadtrat von einem Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in Kenntnis. "Als ich das gelesen habe, fiel mir sofort unser Freibad ein", sagte Korn bei der ersten Stadtratssitzung nach der Sommerpause.

Der Bund stellt für Projekte, die regionale und überregionale Bedeutung haben und einen Betrag zum Klimaschutz aufweisen, 100 Millionen Euro zur Verfügung. Auch die weitere Voraussetzung, dass ein überdurchschnittliches Investitionsvolumen erreicht werde, sieht der Bürgermeister für sein Freibad gegeben. Jens Korn weiß allerdings genau, dass es nicht einfach wird, in dieses Programm zu kommen. Es wird ein Bewerbungsverfahren geben und dann in einer Art Wettbewerb entschieden, zeigte der Bürgermeister die drei Schritte des Verfahrens auf.

Als großen Vorteil, den es zu nutzen gilt, sieht er die Tatsache, dass man bereits vor kurzem Geld investierte und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gab. Die ersten beiden Stufen sind deshalb ohne große Hilfe von außen zu bewältigen, erst wenn es um eine detailliertere Beschreibung in der dritten Phase geht, werde man unter Umständen auf ein Büro zurückgreifen müssen. Auch wenn der Stadtrat die Chancen - es gibt für Kommunen in einer Haushaltsnotlage immerhin bis zu 90 Prozent Förderung - nicht allzu hoch einschätzt, wurde ein einstimmiger Beschluss gefasst, dass man sich darum bewerben soll. Der Stadtrat zeigte dadurch, dass ihm an seinem Freibad gelegen und er bereit ist, jede sich bietende Chance zu ergreifen.



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