Bamberg
Fotowettbewerb

Zwischen Ornament und Ohrring

Der Sieger steht fest: Friedrich Hager (58) überzeugte die Jury mit seiner Fotografie. Bürgermeister Christian Lange überreichte den Preisscheck in Höhe von 350 Euro und betonte die Bedeutung des Weltkulturerbes.
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Übergabe im Rathaus. Patricia Alberth, Leiterin des Zentrums für Welterbe (l.), überreicht Sieger Friedrich Hager (m.) sein Foto. Bürgermeister Christian Lange (r.) hält den Preisscheck bereit. Fotos: Ronald Rinklef
Übergabe im Rathaus. Patricia Alberth, Leiterin des Zentrums für Welterbe (l.), überreicht Sieger Friedrich Hager (m.) sein Foto. Bürgermeister Christian Lange (r.) hält den Preisscheck bereit. Fotos: Ronald Rinklef
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Es war ein wunderschöner, sonniger Tag und die Menschen waren sehr vertieft in ihre Prozession." So beschreibt Friedrich Hager die Szene, der er sein Foto entnahm. Das Foto, das der Organisation der Welterbestädte (OWHC) besonders gefiel. Unter dem Motto "Modernes Leben in alten Städten" veranstalteten sie einen Wettbewerb, an dem 46 Bamberger teilnahmen.

Beif der Frohnleichnams-Prozession entdeckte Hager eine Szene, in der er dieses Motto verwirklicht sah. Auf der linken Bildseite schmückt opulentes Gold die Ornamente, auf der rechten Bildseite schmückt modernes Silber das Gesicht des Mannes.

"Viele Fotografen setzten das Motto auf ihren eingereichten Werken durch die Gegenüberstellung von alter und neuer Architektur um", so die Leiterin des Zentrums für Welterbe, Patricia Alberth. "Dieses Foto verbindet aber nicht nur alt und neu, sondern auch Architektur und Mensch.
Der Sieger stand schnell für uns fest." Die regionalen Sieger wurden anschließend auf internationaler Ebene miteinander verglichen - Hager belegte den zweiten Platz, direkt hinter Warschau.

Zurück in Bamberg, erfährt seine Fotografie auch durch Bürgermeister Christian Lange höchstes Lob. "Das Bild schlägt die Brücke zwischen Materiellem und Immateriellem - dem Menschen", erklärt er. "Das schönste Gebäude nutzt uns nichts ohne die Menschen, die darin wohnen." Der Wettbewerb zeige, dass Bamberg sein Welterbe ernst nimmt - so ernst, dass für den Sieger 350 Euro dabei heraus springen.

Diesen wohlverdienten Preis nimmt Hager glücklich entgegen. Der 58-Jährige fotografiert schon seit 40 Jahren. Nach dem Abitur im Jahr 1976 verließ er Bamberg und war viel im Ausland unterwegs. So etwa in Gran Canaria, wo Hager Werbung für Bier machte - ganz in Vergessenheit geriet die fränkische Heimat niemals. Vor anderthalb Jahren kehrte er zurück. Der heimgekehrte Bamberger lehrte als Englisch-Dozent, absolvierte zudem noch die Ausbildung zum Gästeführer.

Durch den Fotowettbewerb konnte er Job und Hobby nun miteinander verbinden, um der Außenwelt zu zeigen, wie Tradition und Moderne einander in Bamberg über den Weg laufen.
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