Lauenstein
Tourismus

Zwei Bewerber für Burghotel

Bislang sind alle Versuche um eine Wiederbelebung des Lauensteiner Burghotels gescheitert. Auch wenn aktuell ein Fünkchen Hoffnung existiert, vor 2020 wird es keine Eröffnung geben.
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Das Burghotel Lauenstein steht seit vielen Jahren leer. Bisher sind alle Bemühungen um eine Wiederbelebung gescheitert.  Foto: Archiv
Das Burghotel Lauenstein steht seit vielen Jahren leer. Bisher sind alle Bemühungen um eine Wiederbelebung gescheitert. Foto: Archiv
Kommt nun endlich Bewegung in die Wiederbelebung des Burghotels Lauenstein? Oder bleibt der Zustand wie er ist?
Wie vom Pressereferat des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen für Landesentwicklung und Heimat zu erfahren war, führt derzeit die Schlösserverwaltung mit zwei ernsthaften Interessenten Gespräche. Bis zum Frühjahr 2016 soll ein Pachtvorvertrag abgeschlossen sein.

Wie es dann mit dem Burghotel konkret weitergeht, darüber kann Pressesprecher Horst Wolf derzeit keine genauen Angaben machen. Weder über den zeitlichen noch finanziellen Rahmen für die weitere Vorgehensweise gibt es Auskünfte. "Es bleibt das Ergebnis des Pachtvorvertrages abzuwarten", sagt Wolf.

Lässt man die jüngere Geschichte des Burghotels Revue passieren, so kann durchaus der Eindruck entstehen, dass hier die Zeit still zu stehen scheint. Es war im Dezember 2007, als das Burghotel geschlossen wurde.
Im Januar 2009 war der damalige Staatssekretär Franz Pschierer auf Burg Lauenstein. Er hielt eine verstärkte touristische Vermarktung für notwendig und sicherte die Unterstützung des Finanzministeriums zu. Im Juli 2099 wurde vom Landkreis, der Stadt Ludwigsstadt sowie der Bayerischen Schlösserverwaltung eine Studie zwecks Nutzung und den damit verbundenen Kosten in Auftrag gegeben. Es war von erforderlichen Investitionen in Höhe von 3,6 Millionen Euro die Rede. Anfang 2011 wurde es offiziell, dass der Kronacher Unternehmer und Besitzer der Stadthotels, Bernd Holzmann, das Burghotel wieder belebten möchte. Es gab viele Verhandlungen, Gespräche - und auch Rückschläge. Es schalteten sich die politischen Gruppierungen mit ein und sprachen sich einstimmig für die Wiederbelebung des Burghotels durch Bernd Holzmann aus.

Noch im Jahre 2012 konnte die ehemalige Landtagsabgeordnete Christa Steiger (SPD) die Nachricht an den Ludwigsstädter Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD) überbringen, dass der Freistaat für die Jahre 2012/2013 2,75 Millionen Euro für die Sanierung des Burghotels zur Verfügung stellt. Am 30. April 2013 wurde ein Erbbaurechtvertrag zwischen der Bayerischen Schlösserverwaltung und Bernd Holzmann besiegelt. Der Spatenstich war noch für 2013 geplant. Damals ging man von einer 18-monatigen Bauphase aus.

Wenige Monate später kam das Aus. Letztendlich konnte keine Einigung zwischen Holzmann und der Schlösserverwaltung erzielt werden. Die Verhandlungen gestalteten sich zäh, nicht zuletzt wegen des Baudenkmalschutzes und der Modalitäten in Bezug auf das Erbbaurecht. Außerdem vertrat die Schlösserverwaltung die Auffassung, dass der von Holzmann geplante Erweiterungsbau nicht ins Bild der gesamten Burganlage passen würde.


Freistaat übernimmt

Anschließend wollte der Freistaat Bayern die Sanierung des Burghotels in die Hand nehmen. Im März 2014 weilte der Staatssekretär für Finanzen, Albert Füracker, auf Burg Lauenstein und äußerte sich zur weiteren Vorgehensweise. Zuvor war ein Wettbewerb für ein Plangutachten in Auftrag gegeben worden, an der sich vier Architekturbüros beteiligten. Ziel war die Findung eines Entwurfes zur Sanierung und Erweiterung des stillgelegten Burghotels unter städtebaulichen, denkmalfachlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Eine Jury wählte schließlich ein Plangutachten aus. Füracker war an dem Abend im März 2014 zuversichtlich, innerhalb von drei Monaten einen Investor zu finden, der sich mit dem Plangutachten anfreunden könnte und investieren würde. Die Zeit drängte, denn die Wirtschaftsförderungen liefen zum 30. Juni 2014 aus.

Die Schlösserverwaltung fand keinen Investor. Deshalb soll nun die Sanierung als Teil der Nordbayern-Initiative durch den Freistaat Bayern erfolgen. Seit Dezember 2014 ist man nun auf der Suche nach einem langfristigen Pächter, der seine Vorstellungen in die Planungen mit einbeziehen soll. Man warb in örtlichen und überörtlichen Medien. Zudem wurden an diverse Hotelketten (etwa 80 Adressen) Exposés übermittelt. Zwei ernsthafte Interessenten sind jetzt nach Auskunft des Pressesprechers Horst Wolf vorhanden.

Der Ludwigsstädter Bürgermeister Timo Ehrhardt sieht es positiv, dass der Freistaat Bayern einen möglichen Pächter an der Hand hat. Er hofft, dass bis zum Frühjahr 2016 ein Pachtvorvertrag abgeschlossen wird und danach die Planungen in Angriff genommen werden können. Allerdings, so meint er, wird vor dem Jahre 2020 nicht mit einer Eröffnung zu rechnen sein.

"Solange ich das Gefühl habe, die arbeiten - dann wird sich auch etwas bewegen", betont MdL Jürgen Baumgärtner (CSU). Er ist überzeugt: "Der Freistaat Bayern wird auch beim Burghotel Wort halten." Was den Zeitplan für das Burghotel betrifft, so brauche alles seine Zeit. Gleichzeitig räumte Baumgärtner ein, dass er in Bezug auf das Thema Schnelligkeit in den vergangenen Monaten einiges dazu gelernt habe. Deshalb spricht er auch von Geduld, die benötigt werde. Angesprochen auf ein mögliches Scheitern der Gespräche mit den beiden Investoren, antwortet Baumgärtner: "Dann wird es eben eine andere Lösung geben".



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