Kronach
Berufsfachschule

Zuerst ist Kronach am Zug

 Der Bezirk Oberfranken steht einer räumlichen Verbesserung der Bildungseinrichtung für Musik offen gegenüber. Die Initiative aber sollen Landkreis und Stadt ergreifen. Der Anstieg der Betriebskostenumlage eckt bei der Zweckverbandsversammlung an.
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Immer wieder wird die Raumnot in der Berufsfachschule für Musik und beim Singschulwerk Oberfranken mit der Sing- und Musikschule für den Landkreis Kronach beklagt. Laut Bezirkstagspräsident Günther Denzler liegt es am Landkreis, Vorschläge für eine Erweiterung oder ein Ersatzgebäude zu machen.  Foto: K.- H. Hofmann
Immer wieder wird die Raumnot in der Berufsfachschule für Musik und beim Singschulwerk Oberfranken mit der Sing- und Musikschule für den Landkreis Kronach beklagt. Laut Bezirkstagspräsident Günther Denzler liegt es am Landkreis, Vorschläge für eine Erweiterung oder ein Ersatzgebäude zu machen. Foto: K.- H. Hofmann
Bezirkstagspräsident Günther Denzler (CSU), zugleich stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbands der Berufsfachschule für Musik (BfM) und des Sing- und Musikschulwerks Oberfranken, gab in der Zweckverbandsversammlung am Dienstag im Landratsamt Kronach ein eindeutiges Votum für den Schulstandort Kronach ab. Der Bezirk denke nicht daran, die Berufsfachschule für Musik (BfM) Oberfranken in Kronach aufzulösen, stellte er unmissverständlich fest.

Anlass dazu waren Äußerungen von Verbandsrat Egon Herrmann (SPD). Dieser stellte fest, die BfM sei eine der führenden Musikschulen überhaupt und, was viele nicht wissen, auch weiterführende Schule, an der man seine Mittlere Reife abschließen kann. Die schulischen Leistungen und die Qualität der Schule seien weit über Oberfranken hinaus bekannt und geschätzt. Aber man solle, so Herrmann, zukünftig den Fokus auf die Räumlichkeiten legen.
Die Schule bedürfe dringend einer räumlichen Erweiterung, es herrschten teilweise unzumutbare Bedingungen, monierte er.

Viel investiert

Verbandsvorsitzender Landrat Oswald (SPD) stimmte zwar der Raumknappheit zu, aber ansonsten habe der Landkreis sehr viel Geld investiert, um die Räumlichkeiten und Ausstattung stets auf einen guten Stand zu halten. Die Leistungen der Schüler sprächen für eine hervorragende Bildungseinrichtung. Günther Denzler stellte fest, bei mehreren Besichtigungen der Räumlichkeiten sei man sich einig darüber gewesen, dass durchaus von einer Raumnot gesprochen werden könne.

Hier sei seiner Meinung nach aber der Landkreis Kronach mit der Stadt Kronach gefordert, ein erweitertes Raumangebot vorzuschlagen. Es könnte an eine Erweiterung über das benachbarte Landwirtschaftsamt ebenso nachgedacht werden wie über leerstehende Gebäude in Kronach. Aber auch ein Neubau sei denkbar. "Der Bezirk lässt mit sich reden", so Denzler. Vorschläge hierzu müssten aber aus Kronach kommen, denn der Bezirk will in Kronach bleiben, versicherte Denzler.

Veto gegen den Etat

Er und Elke Protzmann (CSU), stimmten der vorgelegten Haushaltssatzung 2015 und dem Finanzplan für die Jahre 2014 bis 2018 allerdings nicht zu. Denzler störte die Überschreitung im Jahr 2015 um 7,5 Prozent. Die Betriebskostenumlage ist mit 1,148 Millionen Euro um 80 600 Euro (also 7,5 Prozent) höher als im Vorjahr. Da sich Bezirk und Landkreis Kronach diese Umlage teilen, entfallen auf den Bezirk Oberfranken 574 300 Euro. Der Bezirk habe 2,5 Prozent Umlagen-Erhöhung eingerechnet und könne eine Überschreitung von 7,5 Prozent nicht akzeptieren, erklärte Denzler. Hier hätte der Zweckverband vorher Bedarf anmelden müssen.

Komplexes System

Landrat Oswald Marr und Kämmerer Günter Daum kommentierten dies als einmaligen Vorgang und begründeten dies mit gestiegenen Lehrstunden. Es sei ein komplexes System, die Unterrichtsstunden einerseits den Erfordernissen der Schüler und der Schule anzugleichen, andererseits den vorgegebenen Haushalts- und Umlageansätzen gerecht zu werden.

Diese Erhöhung, so erklärte Marr, sei lediglich auf mehr Unterrichtsstunden zurückzuführen und dies könne keiner genau vorher kalkulieren. Das habe nicht allein mit Lohn- oder Gehaltserhöhungen zu tun. Mehrheitlich stimmte schließlich die Verbandsversammlung dem Haushalt 2015 und der Finanzplanung 2014 bis 2018 zu.
Die Haushaltssatzung weist im Verwaltungshaushalt 2 012 500 Euro und im Vermögenshaushalt 20 000 Euro aus. Die Betriebskostenumlage beträgt 1,148 Millionen Euro wobei jeweils auf Bezirk und Landkreis 574 300 Euro entfallen. Die Personalkosten umfassen fast 90 Prozent des Haushalts.

In seinem Jahresbericht erwähnte Schulleiter Andreas Wolf, dass zurzeit 63 Musikschüler in drei Klassen die BfM besuchen. Sie seien fast jedes Wochenende bei Veranstaltungen gefragt und gern gehört. Im Jahr 2014 seien es 17 Konzerte und 57 Feiern gewesen. Die Raumnot bleibe zwar, sagte Wolf, "aber wir machen das Beste draus und bisher funktioniert alles gut. Viele Lehrkräfte engagierten sich über das normale Arbeitspensum hinaus. Die Schüler ließen durch außergewöhnliche Leistungen aufhorchen lassen. eh

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