Wolfersgrün
Grenzsteine

Zeugen unserer Geschichte

Zwei Markierungen zwischen den Kreisen Kronach und Hof wurden restauriert. Sie geben einen Einblick in die Vergangenheit.
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Das Wappen des Hochstifts Bamberg mit den Initialen von Friedrich Carl Bischof zu Bamberg ist auf der anderen Seite zu sehen. Fotos: Roland Graf
Das Wappen des Hochstifts Bamberg mit den Initialen von Friedrich Carl Bischof zu Bamberg ist auf der anderen Seite zu sehen. Fotos: Roland Graf
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Dringend durchzuführende Baumaßnahmen an der Kreisstraße zwischen Geroldsgrün und Wolfersgrün machten es vor geraumer Zeit erforderlich, die beiden spätmittelalterlichen Grenzsteine, die dort stehen, zu entfernen und zu sichern. Sie markieren seit vielen Jahrhunderten eine uralte Grenze, die heute an diesem Abschnitt auch die Grenzlinie zwischen den Landkreisen Kronach und Hof ist.

Steine haben gleiches Alter


Die Steine sind etwa gleich alt, der eine befand sich südlich, der andere nördlich der Straße. Die Entfernung der historischen Grenzsteine erfolgte mit Zustimmung des Landesamts für Denkmalpflege unter Einschaltung der Unteren Denkmalschutzbehörden bei den benachbarten Landratsämtern und der zuständigen Kreisheimatpfleger Roland Graf (Kronach) und Dieter Blechschmidt (Hof), die wie immer gut miteinander kooperierten. Nach Vollendung der Baumaßnahmen wurden die Grenzsteine nun wieder an ihre ursprünglichen Plätze gebracht und gesetzt.
Die beiden Grenzsteine dokumentieren nicht nur alte Grenzverläufe, sie sind auch Zeugen der Geschichte des Frankenwaldes. Sie markieren eine bis in das Mittelalter zurückgehende Grenze, die es zumindest schon zwischen den Orlamündern (im Osten) und dem Bistum Bamberg (im Westen) gab. Gesetzt wurden diese Steine freilich erst im 16. Jahrhundert unter der Herrschaft der Markgrafen und der Bischöfe von Bamberg; sie lösten aber vermutlich eine noch ältere Generation von Grenzsteinen aus der Zeit der Orlamünder ab.

Bereits im Jahr 1742 restauriert


Die beiden Steine sind aus Kalkstein. Der nördlich der Straße stehende Grenzstein wurde 1579 gesetzt und 1742 restauriert (laut Inschrift). Er hat an der Ostseite - auf die markgräfliche Seite zu - das markgräfliche Wappen (gevierter Hohenzollernschild), an der westlichen Seite - zum Bamberger Territorium blickend - das Wappen des Hochstifts Bamberg (Löwe mit Schrägleiste).
Über den Wappen sind Buchstaben eingemeißelt: Ostseitig steht dort "FMZBC" (= Friedrich Markgraf zu Brandenburg-Culmbach). Zur Regierungszeit dieses Markgrafen und des Bamberger Bischofs Friedrich Carl wurde im Jahr 1742 der Stein restauriert. Markgraf Friedrich war der Gemahl der bedeutenden Markgräfin Wilhelmine, der Schwester Friedrichs des Großen.
Auf der nach Westen blickenden Seite finden sich über dem Bistumswappen die eingemeißelten Buchstaben "FCBZB" (= Friedrich Carl Bischof zu Bamberg).
Auch Friedrich Carl war eine herausragende Persönlichkeit. Er entstammte dem Geschlecht der Schönborn, aus dem bedeutende geistliche Fürsten hervorgegangen sind. Friedrich Carl war nicht nur Fürstbischof von Bamberg und Würzburg, sondern auch Reichsvizekanzler.
Der zweite Grenzstein, südlich der Straße, ist dem anderen ähnlich bezüglich des Typus', Alters und der Inschrift.
Alte Grenzstein wie die an der Straße zwischen Geroldsgrün und Wolfersgrün sind Zeugen unserer Geschichte, auch der Geschichte des Frankenwaldes.

Von Roland Graf
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